4.1.6 Unterschiedliche Zählungen der ungarischen Kasus

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4.1.6 Unterschiedliche Zählungen der ungarischen Kasus

Ungarische Grammatiken nennen unterschiedliche Zahlen von Kasus (eset). Sie beschreiben dieselbe Sprache mit denselben Formen; verschieden ist nur, welche Endungen und welche Eigenschaften sie als Kasus anerkennen. 18 ist eine häufige Zählung, aber keine verbindliche.

1.Dieselben Formen, verschiedene Zahlen

A házban olvas a gyerek. – Das Kind liest im Haus.

A házból jön ki a gyerek. – Das Kind kommt aus dem Haus heraus.

A tanárnak adok egy lapot. – Ich gebe dem Lehrer ein Blatt.

Die Formen házban, házból und tanárnak sind in jeder Grammatik gleich. Umstritten ist nicht ihr Gebrauch, sondern ihr Etikett. Eine Zählung beantwortet stillschweigend mehrere Fragen: Zählt die endungslose Grundform mit? Gilt eine Endung, die nur an wenige Wörter tritt, als Kasus? Was ist mit Endungen, die aus einem Substantiv ein Adverb machen? Je nach Antwort entstehen andere Zahlen.

Ein Zählkriterium ist eine solche festgelegte Prüffrage. Wer die Kriterien einer Grammatik kennt, kann ihre Zahl nachvollziehen; ohne sie sagt die Zahl wenig. Die ungarischen Fälle werden auch nicht durchnummeriert wie im Deutschen („erster Fall“ bis „vierter Fall“), und die Reihenfolge der Aufzählung ist nicht einheitlich.

Das Wort eset „Fall“ gehört zu esik „fallen“. Ebenso gehen lateinisch casus (zu cadere „fallen“), deutsch „Fall“ und russisch падеж (zu падать „fallen“) auf das Fallen zurück.

Wortschatz

  • eset – Fall, Kasus
  • esik – fallen
  • ház – Haus
  • házban – im Haus
  • házból – aus dem Haus
  • tanár – Lehrer
  • tanárnak – dem Lehrer
  • gyerek – Kind
  • olvas – lesen

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2.Varianten zählen nicht als neue Kasus

A házban olvas a gyerek. – Das Kind liest im Haus.

A kertben dolgozik Péter. – Péter arbeitet im Garten.

A kertből hozom a széket. – Ich hole den Stuhl aus dem Garten.

Tollal rajzolok. – Ich zeichne mit einem Stift.

A barátommal főzök. – Ich koche mit meinem Freund.

Die Vokalharmonie verteilt eine Endung auf zwei oder drei Lautgestalten. „-ban” und „-ben” sind ein Kasus, nicht zwei; ebenso „-ból”/„-ből” und „-hoz”/„-hez”/„-höz”. Auch die Angleichung des v in „-val”/„-vel” schafft keinen neuen Fall: tollal und barátommal tragen dieselbe Endung wie késsel oder autóval.

Endunghintere Vokalevordere Vokale
„-ban”/„-ben”házban – im Hauskertben – im Garten
„-ból”/„-ből”házból – aus dem Hauskertből – aus dem Garten
„-nak”/„-nek”tanárnak – dem Lehrergyereknek – dem Kind
„-val”/„-vel”autóval – mit dem Autokéssel – mit dem Messer
„-hoz”/„-hez”/„-höz”házhoz – zum Hauskerthez – zum Garten

Mit „-höz” als drittem Glied: tűzhöz – zum Feuer, sörhöz – zum Bier. Wer jede Lautgestalt einzeln zählte, käme leicht auf vierzig „Kasus“, ohne dass die Sprache eine einzige Form mehr hätte.

Wortschatz

  • kert – Garten
  • kertben – im Garten
  • kertből – aus dem Garten
  • szék – Stuhl
  • toll – Stift, Feder
  • tollal – mit einem Stift
  • barát – Freund
  • barátommal – mit meinem Freund
  • késsel – mit dem Messer
  • autóval – mit dem Auto
  • tűzhöz – zum Feuer

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3.Zahl und Besitz ändern die Kasuszahl nicht

A házakban meleg van. – In den Häusern ist es warm.

A könyvemben van egy kép. – In meinem Buch ist ein Bild.

A kertekben játszanak a gyerekek. – Die Kinder spielen in den Gärten.

Vor dem Kasussuffix (esetrag) können das Pluralzeichen und das Besitzzeichen stehen. Sie vermehren die Zahl der Formen, nicht die Zahl der Kasus: házban, házakban, házamban und házaimban enthalten alle denselben Kasus. Dass ein Suffix nach Plural und Besitz stehen kann, ist im Gegenteil ein Test dafür, dass es ein Kasussuffix ist (→ 4.1.8).

→ház – Haus→házak – Häuser→házakban – in den Häusern

→könyv – Buch→könyvem – mein Buch→könyvemben – in meinem Buch

házaimban {ház·AI·m·BAN} – Haus·(MEHRZAHL_DES_BESITZES)·mein·IN(in meinen Häusern)

Wortschatz

  • házak – Häuser
  • házakban – in den Häusern
  • házamban – in meinem Haus
  • házaimban {ház·ai·m·ban} – in meinen Häusern
  • könyv – Buch
  • könyvem – mein Buch
  • könyvemben – in meinem Buch
  • kép – Bild
  • kertekben – in den Gärten
  • meleg – warm

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4.Eine Endung, mehrere Bedeutungen

Tollal rajzolok. – Ich zeichne mit einem Stift.

A barátommal főzök. – Ich koche mit meinem Freund.

A kapuig tart a sor. – Die Schlange reicht bis zum Tor.

Reggelig maradok. – Ich bleibe bis zum Morgen.

Umgekehrt kann eine Endung mehrere Aufgaben haben. „-val”/„-vel” nennt das Werkzeug (tollal) und die Begleitung (barátommal); die Grammatik fasst beides als einen Kasus, oft mit dem Doppelnamen Instrumental-Komitativ. „-ig” nennt eine räumliche Grenze (kapuig) und eine zeitliche (reggelig). Wer jede Bedeutung als eigenen Fall zählte, müsste allein für „-ra”/„-re” ein Dutzend Fälle ansetzen: Ort (postara), Zeit (szerdára), Ergebnis (zöldre fest) und vieles mehr.

Wortschatz

  • kapu – Tor
  • kapuig – bis zum Tor
  • reggel – Morgen
  • reggelig – bis zum Morgen
  • postara – zur Post
  • szerdára – für Mittwoch, bis Mittwoch
  • zöldre fest – grün streichen
  • sor – Reihe, Schlange
  • rajzol – zeichnen
  • főz – kochen

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5.Grenzfall: die Zeitendung -kor

Ötkor kezdődik az óra. – Um fünf beginnt die Unterrichtsstunde.

Nyolckor kezdünk. – Wir beginnen um acht.

Éjfélkor még ébren van. – Um Mitternacht ist er noch wach.

Karácsonykor otthon vagyunk. – Zu Weihnachten sind wir zu Hause.

Ein Grenzfall ist eine Form, die nach einem Kriterium dazugehört und nach einem anderen nicht. „-kor” ist im Gebrauch völlig sicher, tritt aber nur an Uhrzeiten, Tageszeiten, Feste und ähnliche Zeitwörter: ötkor, hajnalkor, húsvétkor, aber kein *asztalkor. Manche Grammatiken führen es als Temporalis unter den Kasus, andere zählen es zu den Bildungssuffixen, die ein Adverb ergeben. Die Endung ist aus dem Substantiv kor „Zeit, Zeitalter“ entstanden. An der Form ötkor ändert die Einordnung nichts.

Wortschatz

  • ötkor – um fünf
  • nyolckor – um acht
  • éjfél – Mitternacht
  • éjfélkor – um Mitternacht
  • hajnalkor – im Morgengrauen
  • karácsonykor – zu Weihnachten
  • húsvétkor – zu Ostern
  • kor – Zeit, Zeitalter; Alter
  • óra – Stunde, Uhr; Unterrichtsstunde

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6.Die endungslose Grundform

A könyv az enyém. – Das Buch gehört mir.

A gyerek olvas. – Das Kind liest.

Die Grundform könyv trägt kein Kasussuffix. Zählt man sie als Nominativ (alanyeset) mit, entsteht eine Zahl wie 18; zählt man nur Formen mit sichtbarer Endung, wird es einer weniger. Beide Zählungen beschreiben dieselben Wörter. Entscheidend ist also nicht, wer welche Zahl nennt, sondern welche Kriterien dahinterstehen.

PrüfpunktBeispielFolge für das Zählen
Vokalharmonieházban – im Hausmit kertben ein Kasus
Zahlházakban – in den HäusernPlural ist kein Kasus
Besitzházamban – in meinem HausBesitz und Kasus getrennt
Bedeutungtollal – mit einem Stiftmit baráttal ein Kasus
Randendungötkor – um fünfEinordnung je nach Grammatik
Nullformház – Hausmitzählen oder nicht
eigenes Wortház mellett – neben dem Hauskeine Endung, kein Kasus

Wortschatz

  • könyv – Buch
  • alanyeset – Nominativ
  • az enyém – meins
  • baráttal – mit dem Freund
  • ház mellett – neben dem Haus

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7.Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der ungarischen Kasus hängt von den Kriterien ab; 18 ist häufig, aber nicht verbindlich.
  • Lautvarianten (házban / kertben) sind ein Kasus.
  • Plural und Besitz vor der Endung (házakban, könyvemben) schaffen keinen neuen Kasus.
  • Mehrere Bedeutungen einer Endung (tollal, barátommal) sind ein Kasus.
  • Grenzfälle wie ötkor und die endungslose Grundform werden verschieden eingeordnet; die Form selbst ist davon unberührt.

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Vertiefung

8.Zwei Prüfungen der neueren Grammatik

Neuere ungarische Grammatiken nennen ein Suffix Kasussuffix, wenn das damit versehene Substantiv eine formal bestimmte Ergänzung (vonzat) eines Verbs ausfüllen kann: gondol valamire „an etwas denken“, fél valamitől „sich vor etwas fürchten“, vár valakire „auf jemanden warten“. Dazu kommen zwei Proben:

1. Das Suffix tritt frei an Substantive jeder Bedeutung, an Eigennamen, Pronomen, Zahlwörter und Adjektive, auch nach Plural- und Besitzzeichen.

2. Das Ergebnis bleibt ein Substantiv und lässt ein Attribut zu: a kis házban „in dem kleinen Haus“.

Sokat gondolok a barátomra. – Ich denke oft an meinen Freund.

A gyerek fél a kutyától. – Das Kind fürchtet sich vor dem Hund.

A kis házban lakunk. – Wir wohnen in dem kleinen Haus.

Mit diesen Proben ergeben sich die 18 Kasus der verbreiteten Liste: Nominativ, Akkusativ, Dativ, die Formen auf „-val”/„-vel”, „-ért”, „-vá”/„-vé”, die neun Ortsendungen, „-ig”, „-ként” und „-ul”/„-ül”. Die übrigen Kandidaten (je nach Zählung 25, 28 oder bis 34 Endungen) fallen heraus, weil sie mindestens eine Probe nicht bestehen. Die verteilende Endung „-nként” etwa tritt an fejenként „pro Kopf“ und darabonként „stückweise“, aber nicht an Pluralformen.

Wortschatz

  • vonzat – Ergänzung, Rektion
  • gondol valamire – an etwas denken
  • fél valamitől – sich vor etwas fürchten
  • vár valakire – auf jemanden warten
  • kutyától – vor dem Hund
  • a kis házban – in dem kleinen Haus
  • fejenként – pro Kopf
  • darabonként – stückweise
  • naponként – Tag für Tag

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9.Adverbiale Endungen: -an/-en, -ul/-ül

Gyorsan ír a diák. – Der Schüler schreibt schnell.

Halkan beszél a tanár. – Der Lehrer spricht leise.

Csendesen olvas a gyerek. – Das Kind liest still.

Magyarul beszél a tanár. – Der Lehrer spricht Ungarisch.

Ajándékul kapta a könyvet. – Er bekam das Buch als Geschenk.

„-an”/„-en” macht aus Adjektiven Adverbien der Art und Weise. Die Funktion im Satz ähnelt einer Kasusform, doch Ausgangswort ist ein Adjektiv, und das Ergebnis lässt kein Attribut zu. Die meisten Grammatiken führen „-an”/„-en” deshalb als Bildungssuffix (képző), auch in hárman „zu dritt“.

„-ul”/„-ül” steht in der 18er-Liste. Sein Gebrauch ist aber auf einige Bereiche beschränkt: Sprachbezeichnungen (magyarul, németül), die Rolle „als“ (ajándékul, feleségül vesz „zur Frau nehmen“) und feste Wendungen (például „zum Beispiel“, wörtlich „als Beispiel“). Dass magyarul geläufig ist, sagt nichts darüber, wie weit die Endung sonst reicht. Ein Etikett „unechter Kasus“ folgt daraus ebenfalls nicht; es ist eine Frage der Abgrenzung.

például {példá·UL} – Beispiel·ALS(zum Beispiel)

Wortschatz

  • gyors – schnell
  • gyorsan – schnell (Adverb)
  • halk – leise
  • halkan – leise (Adverb)
  • csendesen – still, leise
  • hárman – zu dritt
  • magyarul – auf Ungarisch
  • németül – auf Deutsch
  • ajándékul – als Geschenk
  • feleségül vesz – zur Frau nehmen
  • például – zum Beispiel

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10.Wiederholung und Verteilung in der Zeit

Háromszor csöngetek. – Ich klingele dreimal.

Naponta sétál a barátom. – Mein Freund geht täglich spazieren.

Hetente találkozunk. – Wir treffen uns wöchentlich.

Évente egyszer elutaznak. – Sie verreisen einmal im Jahr.

„-szor”/„-szer”/„-ször” zählt Wiederholungen (kétszer, négyszer, ötször), „-nta”/„-nte” verteilt auf Zeiträume (havonta „monatlich“). Beide verbinden sich nur mit wenigen Wortgruppen – Zahlwörtern bzw. Zeitwörtern – und gelten in den meisten Grammatiken als Bildungssuffixe. Ein Kasus „für Wiederholung“ oder „für Regelmäßigkeit“ wäre ein Fall, der aus der Bedeutung gewonnen ist, nicht aus der Form.

Wortschatz

  • háromszor – dreimal
  • kétszer – zweimal
  • négyszer – viermal
  • ötször – fünfmal
  • egyszer – einmal
  • naponta – täglich
  • hetente – wöchentlich
  • havonta – monatlich
  • évente – jährlich
  • csönget – klingeln

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11.Gibt es einen Genitiv?

A piros könyv Péteré. – Das rote Buch gehört Péter.

Péternek a könyve piros. – Péters Buch ist rot.

Péter könyve piros. – Péters Buch ist rot.

Die deutsche Übersetzung „Péters Buch“ legt einen Genitiv nahe. Ungarisch kennzeichnet aber das Besessene (könyve „sein Buch“), der Besitzer steht endungslos oder mit der Dativendung „-nak”/„-nek”. Ein eigener Kasus ist daraus nicht zu gewinnen: Péternek hat dieselbe Form wie der Dativ in Péternek adok egy könyvet.

Das Besitzzeichen „-é” in Péteré „das von Péter“ ist kein Kasussuffix, sondern ein Zeichen (jel): Nach ihm kann noch ein Kasus folgen.

→Péteré – das von Péter→Péterét – das von Péter (Objekt)→Péteréhez – zu dem von Péter

Wortschatz

  • piros – rot
  • Péteré – das von Péter, gehört Péter
  • Péterét – das von Péter (Objekt)
  • Péternek a könyve – Péters Buch
  • könyve – sein Buch
  • jel – Zeichen

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12.Alte Ortsendung -t/-tt

Pécsett lakik a nagynéném. – Meine Tante wohnt in Pécs.

Győrött szálltunk át. – In Győr sind wir umgestiegen.

Mit einigen Ortsnamen gibt es neben Pécsen, Győrben und Kolozsváron eine ältere Form auf „-t”/„-tt”: Pécsett, Győrött, Kolozsvárt. Dieselbe alte Ortsendung steckt in itt „hier“, ott „dort“ und in Postpositionen wie alatt „unter“. Weil sie nur an eine Handvoll Namen tritt, nennen Grammatiken sie Lokativ, zählen sie aber meist nicht zu den Kasus.

Wortschatz

  • Pécsett – in Pécs
  • Pécsen – in Pécs
  • Győrött – in Győr
  • Győrben – in Győr
  • Kolozsvárt – in Klausenburg
  • itt – hier
  • ott – dort
  • alatt – unter
  • nagynéni – Tante

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13.Wortart und Kasus

Pirosat keresek. – Ich suche einen roten (Gegenstand).

– Melyik ruhát kéred? – A kéket. A pirosban nincs zseb. – – Welches Kleid möchtest du? – Das blaue. Im roten ist keine Tasche.

Adjektive nehmen Kasusendungen an, wenn sie an Stelle eines Substantivs stehen: pirosat, a pirosban (gemeint ist hier das rote Kleid). Das ist eine Frage der Wortart, nicht der Kasuszahl; „-at” und „-ban” sind dieselben Endungen wie in házat und házban.

Wortschatz

  • pirosat – einen roten (Objekt)
  • kéket – einen blauen (Objekt)
  • a pirosban – im roten (Kleid)
  • ruha – Kleid
  • zseb – Tasche (am Kleid)

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14.Postpositionen und Partikeln

A barátom mellett ülök. – Ich sitze neben meinem Freund.

A városon kívül lakunk. – Wir wohnen außerhalb der Stadt.

Tanárként is segítek. – Ich helfe auch als Lehrer.

Orvosként segít Anna. – Anna hilft als Ärztin.

Postpositionen (névutó) wie mellett und kívül sind eigene Wörter. Inhaltlich stehen sie den Kasus nahe – a ház mellett und a háznál bezeichnen beide eine Lage bei etwas –, sie werden aber nicht mitgezählt. Ebenso wenig verändert die Partikel is „auch“ den Status von tanárként: Die Form auf „-ként” bleibt dieselbe, ob is folgt oder nicht.

Wortschatz

  • mellett – neben
  • városon kívül – außerhalb der Stadt
  • a háznál – beim Haus
  • névutó – Postposition
  • tanárként – als Lehrer
  • orvosként – als Arzt, als Ärztin
  • is – auch

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15.Sprachvergleich

Die Zählfrage ist keine ungarische Besonderheit. Auch in anderen Sprachen schwankt die Zahl je nachdem, was man mitzählt:

Spracheübliche Zahlstrittige Formen
Deutsch4keine
Latein6Vokativ; Lokativ Romae „in Rom“, domi „zu Hause“
Russisch6чаю „etwas Tee“, в лесу „im Wald“, мам „Mama!“
Englisch2–3nur Pronomen: I – me – my; John’s
Ungarisch18ötkor, Pécsett, gyorsan, Nominativ

Der lateinische Lokativ ist ein genaues Gegenstück zu Pécsett: eine alte Ortsform, die nur bei Städtenamen und wenigen Wörtern vorkommt und deshalb oft nicht mitgezählt wird. Im Russischen ergeben die Nebenformen des Genitivs und des Präpositivs je nach Grammatik bis zu zehn Fälle. Im Französischen und Spanischen gibt es Kasusformen nur noch bei Pronomen (il – le – lui, él – lo – le).

Wortschatz

  • eset – Fall, Kasus
  • esetrag {eset·rag} – Kasussuffix
  • alanyeset {alany·eset} – Nominativ
  • tárgyeset {tárgy·eset} – Akkusativ

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