4.1.7 Praktische Einteilung für Sprachlernende

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4.1.7 Praktische Einteilung für Sprachlernende

Für den Lernalltag reicht eine Einteilung der Kasusendungen nach Lernfragen: Objekt, Empfänger, Ort (wo – wohin – woher), Grenze, Mittel und Begleitung, Grund und Zweck, Veränderung, Rolle und Zeit. Beim Lesen findet man zuerst die Endung, dann die Beziehung im Satz; passt keine Frage, entscheidet die Rektion des Verbs oder Adjektivs.

1.Endung und Bezugswort finden

A táska az asztalon van. – Die Tasche liegt auf dem Tisch.

A kabát a széken van. – Der Mantel liegt auf dem Stuhl.

A kertben reggelizünk. – Wir frühstücken im Garten.

Ein ungarischer Satz zeigt die Beziehungen meist am Ende der Substantive. Der erste Schritt ist daher, das Substantiv mit Endung zu finden und die Endung abzutrennen: asztalon ist asztal „Tisch“ und „-on”, kertben ist kert „Garten“ und „-ben”. Erst dann wird gefragt, welche Beziehung die Endung im Satz herstellt. Der ganze Leseweg in fünf Schritten:

→asztalon – Vollform→asztal – bekannter Stamm→„-on” – letzte Kasusendung→hol? – wo? – Ort auf einer Oberfläche→van – Rektion prüfen: „sein, sich befinden“ verlangt nichts Besonderes

Bei Formen mit Besitzzeichen steht die Kasusendung immer zuletzt: barátomnál „bei meinem Freund“ ist barát „Freund“, „-om” „mein“ und „-nál” „bei“. Den Aufbau solcher Formen behandelt das folgende Unterkapitel (→ 4.1.8).

Wortschatz

  • táska – Tasche
  • asztal – Tisch
  • asztalon {asztal·on} – auf dem Tisch
  • kabát – Mantel
  • szék – Stuhl
  • széken {szék·en} – auf dem Stuhl
  • kert – Garten
  • kertben {kert·ben} – im Garten
  • reggelizik – frühstückt
  • barát – Freund
  • barátomnál {barát·om·nál} – bei meinem Freund

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2.Lerngruppen im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die Endungen nach der Frage, auf die sie im einfachen Satz antworten. Die rechte Spalte nennt das Kapitel, in dem die Endung ausführlich steht. Die Fragen sind Suchhilfen zum Nachschlagen, kein Beweis für einen bestimmten Kasus.

LernfrageGruppeBeispielKapitel
Wer? Was?Grundformtanár – Lehrer(→ 4.2)
Wen? Was?Objekttanárt – den Lehrer(→ 4.3)
Wem?Empfängertanárnak – dem Lehrer(→ 4.4)
Wo?Ortkertben – im Garten(→ 4.5, 4.6)
Wohin?Zielkertbe – in den Garten(→ 4.5, 4.6)
Woher?Herkunftkertből – aus dem Garten(→ 4.5, 4.6)
Bis wohin? Bis wann?Grenzeestig – bis zum Abend(→ 4.9)
Womit? Mit wem?Mittel, Begleitungtollal – mit einem Stift(→ 4.10)
Wofür? Weswegen?Grund, Zweckkönyvért – für ein Buch(→ 4.11)
Wozu wird etwas?Veränderungjéggé – zu Eis(→ 4.12)
Als was?Rolletanárként – als Lehrer(→ 4.13)
Wann? Wie oft?Zeit, Verteilunghatkor – um sechs(→ 4.14)
Keine Frage passtRektionbuszra vár – auf den Bus warten(→ 4.15)

Die Gruppen sind keine eigene Kasustheorie und ersetzen keine Zählung der Kasus (→ 4.1.6). Sie verbinden nur Form, Grundbeziehung und das Kapitel, in dem man weiterliest.

Wortschatz

  • tanár – Lehrer
  • tanárt {tanár·t} – den Lehrer
  • tanárnak {tanár·nak} – dem Lehrer
  • tanárként {tanár·ként} – als Lehrer
  • este – Abend; abends
  • estig – bis zum Abend
  • toll – Stift, Feder
  • tollal – mit einem Stift
  • könyvért {könyv·ért} – für ein Buch
  • jég – Eis
  • jéggé {jég·gé} – zu Eis
  • hatkor {hat·kor} – um sechs
  • busz – Bus
  • buszra {busz·ra} – auf den Bus

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3.Objekt und Empfänger

Keresem a kulcsot. – Ich suche den Schlüssel.

Látom a házat. – Ich sehe das Haus.

Egy almát eszik a gyerek. – Das Kind isst einen Apfel.

Anyának írok egy levelet. – Ich schreibe Mutter einen Brief.

Péternek adom a könyvet. – Ich gebe Péter das Buch.

A gyereknek hozok egy almát. – Ich bringe dem Kind einen Apfel.

Das direkte Objekt trägt „-t” (kulcsot, házat, almát), der Empfänger „-nak/-nek” (anyának, Péternek). Beide Gruppen hängen eng am Verb: ír „schreiben“, ad „geben“ und hoz „bringen“ haben oft beide zugleich, ein Ding als Objekt und eine Person als Empfänger. Im Deutschen entsprechen ihnen meist Akkusativ und Dativ ohne Präposition.

kulcsot {kulcs·OT} – Schlüssel·(AKKUSATIV)(den Schlüssel) anyának {anyá·NAK} – Mutter·(DATIV)(der Mutter)

Wortschatz

  • kulcs – Schlüssel
  • kulcsot {kulcs·ot} – den Schlüssel
  • keres – sucht
  • ház – Haus
  • házat {ház·at} – das Haus
  • alma – Apfel
  • almát {almá·t} – den Apfel
  • anya – Mutter
  • anyának {anyá·nak} – der Mutter
  • Péternek {Péter·nek} – Péter (Dativ)
  • gyereknek {gyerek·nek} – dem Kind
  • ír – schreibt
  • ad – gibt
  • hoz – bringt
  • levél – Brief

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4.Wo, wohin, woher

A kertben reggelizünk. – Wir frühstücken im Garten.

A kertbe készülök. – Ich habe vor, in den Garten zu gehen.

A kertből hozok egy almát. – Ich bringe einen Apfel aus dem Garten mit.

A székre teszem a táskát. – Ich lege die Tasche auf den Stuhl.

A székről veszem fel a kabátot. – Ich nehme den Mantel vom Stuhl.

A barátomnál alszom. – Ich übernachte bei meinem Freund.

Az orvoshoz siet a gyerek. – Das Kind eilt zum Arzt.

A barátomtól kaptam a könyvet. – Ich habe das Buch von meinem Freund bekommen.

Die größte Lerngruppe sind die Ortsendungen. Bei jeder Ortsangabe wird zuerst gefragt, ob sie einen Aufenthalt (hol? „wo?“), ein Ziel (hová? „wohin?“) oder eine Herkunft (honnan? „woher?“) nennt. Danach wählt man die Reihe: Inneres, Oberfläche oder Nähe einer Person oder Sache. So entsteht ein Raster aus drei mal drei Feldern:

Raumhol? – wo?hová? – wohin?honnan? – woher?
Innereskertben – im Gartenkertbe – in den Gartenkertből – aus dem Garten
Oberflächeszéken – auf dem Stuhlszékre – auf den Stuhlszékről – vom Stuhl
Näheorvosnál – beim Arztorvoshoz – zum Arztorvostól – vom Arzt

Die drei Fragewörter sind selbst Ortsformen: hol, hová (auch hova) und honnan enthalten den alten Fragestamm ho-, der auch in hogy „wie“ steckt. Das System der neun Endungen beschreibt Kapitel 4.5.

Wortschatz

  • hol? – wo?
  • hová?, hova? – wohin?
  • honnan? – woher?
  • kertbe {kert·be} – in den Garten
  • kertből {kert·ből} – aus dem Garten
  • székre {szék·re} – auf den Stuhl
  • székről {szék·ről} – vom Stuhl
  • orvos – Arzt
  • orvosnál {orvos·nál} – beim Arzt
  • orvoshoz {orvos·hoz} – zum Arzt
  • orvostól {orvos·tól} – vom Arzt
  • barátomtól {barát·om·tól} – von meinem Freund
  • siet – eilt
  • tesz – legt, stellt
  • alszik – schläft

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5.Mittel, Begleitung, Grenze und Rolle

Busszal megyek az iskolába. – Ich fahre mit dem Bus in die Schule.

Vonattal utazunk Debrecenbe. – Wir reisen mit dem Zug nach Debrecen.

A barátommal ebédelek. – Ich esse mit meinem Freund zu Mittag.

Ötig dolgozik a tanár. – Der Lehrer arbeitet bis fünf.

A kapuig kísérem a gyereket. – Ich begleite das Kind bis zum Tor.

Vendégként maradok itt. – Ich bleibe als Gast hier.

Verkehrsmittel stehen mit „-val/-vel” in der Gruppe Mittel und Begleitung, ebenso Personen, mit denen man etwas tut. Das „v” der Endung gleicht sich dem letzten Konsonanten an: busz → busszal, vonat → vonattal, toll → tollal.

Die Grenze mit „-ig” hat eine räumliche und eine zeitliche Lesart. Welche gemeint ist, zeigt das Wort, an dem sie hängt: kapuig „bis zum Tor“ ist ein Ort, ötig „bis fünf (Uhr)“ ein Zeitpunkt. Die Endung bleibt dieselbe; man schlägt bei „-ig” nach (→ 4.9) und liest die Bedeutung aus dem Satz.

„-ként” nennt die Rolle, in der jemand handelt: vendégként „als Gast“, tanárként „als Lehrer“.

→busz – Bus→busszal – mit dem Bus

→vonat – Zug→vonattal – mit dem Zug

→kapu – Tor→kapuig – bis zum Tor

→öt – fünf→ötig – bis fünf

Wortschatz

  • busszal {bus·szal} – mit dem Bus
  • vonat – Zug
  • vonattal {vonat·tal} – mit dem Zug
  • barátommal {barát·om·mal} – mit meinem Freund
  • iskola – Schule
  • iskolába {iskolá·ba} – in die Schule
  • kapu – Tor
  • kapuig {kapu·ig} – bis zum Tor
  • ötig {öt·ig} – bis fünf
  • vendég – Gast
  • vendégként {vendég·ként} – als Gast
  • megy – geht, fährt
  • utazik – reist
  • dolgozik – arbeitet
  • kísér – begleitet
  • marad – bleibt

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6.Das Wichtigste in Kürze

  • Erst das Substantiv mit Endung finden, die letzte Endung abtrennen, dann nach der Beziehung fragen.
  • Objekt „-t” und Empfänger „-nak/-nek” hängen eng am Verb: kulcsot keres, anyának ír.
  • Ortsangaben: erst wo, wohin oder woher, dann Inneres, Oberfläche oder Nähe: kertben, székre, orvostól.
  • Verkehrsmittel und Begleiter stehen mit „-val/-vel”: busszal, barátommal.
  • „-ig” nennt die Grenze in Raum und Zeit, „-ként” die Rolle.
  • Die Lernfragen sind Suchhilfen; passt keine, entscheidet die Rektion.

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Vertiefung

7.Ortsnamen

Budapesten él a tanár. – Der Lehrer lebt in Budapest.

Debrecenben él a diák. – Der Schüler lebt in Debrecen.

Szegeden tanul a lányom. – Meine Tochter studiert in Szeged.

Győrben dolgozik a bátyám. – Mein älterer Bruder arbeitet in Győr.

Bécsben lakik a nagynéném. – Meine Tante wohnt in Wien.

Magyarországon élünk. – Wir leben in Ungarn.

Németországban élnek. – Sie leben in Deutschland.

Bei Ortsnamen hilft das Raumraster nicht weiter. Ob eine Stadt „innen“ („-ban”/„-ben”) oder „auf“ („-n”) erscheint, ist keine Frage der Lage, sondern festgelegt und wird mit dem Namen gelernt. Ein großer Teil der ungarischen Ortsnamen steht mit „-n” (Budapesten, Szegeden, Pécsen, Miskolcon, Kecskeméten), andere mit „-ban/-ben” (Debrecenben, Győrben, Egerben). Ausländische Städte und Länder stehen in der Regel mit „-ban/-ben”: Bécsben „in Wien“, Berlinben, Németországban. Das eigene Land bildet die bekannte Ausnahme: Magyarországon „in Ungarn“. Eine einfache Regel „Städte mit -n, Länder mit -ban“ gibt es nicht.

Die gewählte Reihe gilt für alle drei Fragen: Budapesten – Budapestre – Budapestről, aber Debrecenben – Debrecenbe – Debrecenből.

Bei einigen Städten lebt eine alte Ortsendung „-t/-tt” weiter, die sonst nur in Resten wie itt „hier“ und ott „dort“ erhalten ist: Pécsett neben Pécsen, Győrött neben Győrben, Vácott „in Vác“. Einzelheiten stehen in Kapitel 4.5.9 und 4.7.7.

Namehol? – wo?hová? – wohin?honnan? – woher?
BudapestBudapestenBudapestreBudapestről
SzegedSzegedenSzegedreSzegedről
DebrecenDebrecenbenDebrecenbeDebrecenből
GyőrGyőrbenGyőrbeGyőrből
Bécs – WienBécsbenBécsbeBécsből
Magyarország – UngarnMagyarországonMagyarországraMagyarországról

Wortschatz

  • Budapesten {Budapest·en} – in Budapest
  • Budapestre {Budapest·re} – nach Budapest
  • Debrecenben {Debrecen·ben} – in Debrecen
  • Debrecenbe {Debrecen·be} – nach Debrecen
  • Szegeden {Szeged·en} – in Szeged
  • Győrben {Győr·ben} – in Győr
  • Bécs – Wien
  • Bécsben {Bécs·ben} – in Wien
  • magyarország {magyar·ország} – Ungarn
  • Magyarországon {Magyarország·on} – in Ungarn
  • németország {német·ország} – Deutschland
  • Németországban {Németország·ban} – in Deutschland
  • él – lebt
  • lakik – wohnt

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8.Thema und Vergleich

A levélről kérdezem a tanárt. – Ich frage den Lehrer nach dem Brief.

A levélről beszélek. – Ich spreche über den Brief.

Péternél magasabb vagyok. – Ich bin größer als Péter.

Péternél fiatalabb vagyok. – Ich bin jünger als Péter.

A tanárnál vagyok. – Ich bin beim Lehrer.

A tanárnál magasabb vagyok. – Ich bin größer als der Lehrer.

Zwei häufige Verwendungen sprengen das Raumraster. Das Thema eines Gesprächs steht mit „-ról/-ről”, der Endung für „von einer Oberfläche weg“: beszél valamiről „über etwas sprechen“, kérdez valakit valamiről „jemanden nach etwas fragen“. Der Maßstab eines Vergleichs steht mit „-nál/-nél”, der Endung für „bei“: Péternél magasabb „größer als Péter“ (→ 9.5).

Dieselbe Form tanárnál kann also einen Aufenthalt („beim Lehrer“) oder einen Vergleich („als der Lehrer“) ausdrücken. Den Ausschlag gibt der Komparativ im Satz, nicht die Endung.

magasabb {magasABB} – hoch·(KOMPARATIV)(größer, höher)

Wortschatz

  • levélről {levél·ről} – über den Brief
  • beszél – spricht
  • kérdez – fragt
  • magas – hoch, groß
  • magasabb {magasabb} – größer, höher
  • fiatal – jung
  • fiatalabb {fiatalabb} – jünger
  • Péternél {Péter·nél} – als Péter; bei Péter
  • tanárnál {tanár·nál} – als der Lehrer; beim Lehrer

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9.Rektion statt Frageprobe

A találkozóra várok. – Ich warte auf das Treffen.

A válaszra várok. – Ich warte auf die Antwort.

A sötéttől félek. – Ich habe Angst vor der Dunkelheit.

Rád gondolok. – Ich denke an dich.

A munkától fáradt vagyok. – Ich bin von der Arbeit müde.

Az időtől függ. – Es hängt vom Wetter ab.

Bei vielen Verben und Adjektiven ist die Endung nicht aus einer Frage abzuleiten, sondern festgelegt: vár valamire „auf etwas warten“, fél valamitől „vor etwas Angst haben“, gondol valamire „an etwas denken“, függ valamitől „von etwas abhängen“. Diese Festlegung heißt vonzat „Rektion“. Die deutsche Präposition führt dabei oft in die Irre: „vor der Dunkelheit“ ist kein Ort vor etwas, sondern sötéttől, „an dich“ ist kein Aufenthalt, sondern rád mit „-ra”.

Bei vár gibt es zwei Konstruktionen: várom a buszt „ich warte auf den Bus“ mit Objekt und a buszra várok mit „-ra”. Solche Verben lernt man mitsamt Ergänzung (→ 4.15, 11.7).

Wortschatz

  • találkozó {találkozó} – Treffen
  • találkozóra {találkozó·ra} – auf das Treffen
  • vár – wartet
  • válasz – Antwort
  • válaszra {válasz·ra} – auf die Antwort
  • sötét – dunkel; Dunkelheit
  • sötéttől {sötét·től} – vor der Dunkelheit
  • fél – fürchtet sich
  • gondol – denkt
  • rád – an dich, auf dich
  • fáradt – müde
  • munka – Arbeit
  • munkától {munká·tól} – von der Arbeit
  • függ – hängt ab
  • idő – Zeit; Wetter

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10.Postpositionen und Zeitangaben

A ház mögött parkol a busz. – Der Bus parkt hinter dem Haus.

A ház előtt vár a taxi. – Vor dem Haus wartet das Taxi.

Az asztal alatt alszik a macska. – Unter dem Tisch schläft die Katze.

Délkor ebédel a család. – Die Familie isst um zwölf zu Mittag.

Hatkor kelek. – Ich stehe um sechs auf.

Hétfőn dolgozom. – Am Montag arbeite ich.

Nyáron a Balatonra utazunk. – Im Sommer fahren wir an den Balaton.

Nicht jede Beziehung steckt in einer Endung. „Hinter“, „vor“, „unter“ werden mit einem eigenen Wort nach dem Substantiv ausgedrückt, der Postposition (névutó): ház mögött, ház előtt, asztal alatt. Das Substantiv bleibt dabei in der Grundform. Wer im Satz keine Endung findet, sucht im nächsten Wort und schlägt in Kapitel 5 nach (→ 5.1, 5.2).

Zeitangaben verteilen sich auf mehrere Gruppen: Uhrzeiten mit „-kor” (hatkor), Wochentage mit „-n” (hétfőn), Jahreszeiten teils mit „-n” (nyáron „im Sommer“, télen „im Winter“), teils mit „-val/-vel” (tavasszal „im Frühling“, ősszel „im Herbst“), andere Angaben ganz ohne Endung (reggel „morgens“). Hier hilft das Raumraster wenig; die Form wird mit dem Zeitwort gelernt (→ 4.14).

Wortschatz

  • mögött – hinter
  • előtt – vor
  • alatt – unter
  • macska – Katze
  • dél – Mittag
  • délkor {dél·kor} – um zwölf (Uhr mittags)
  • hatkor {hat·kor} – um sechs
  • hétfő {hét·fő} – Montag
  • hétfőn {hétfő·n} – am Montag
  • nyár – Sommer
  • tél – Winter
  • télen {tél·en} – im Winter
  • nyáron {nyár·on} – im Sommer
  • tavasz – Frühling
  • tavasszal {tavas·szal} – im Frühling
  • ősz – Herbst
  • ősszel {ős·szel} – im Herbst
  • névutó {név·utó} – Postposition

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11.Abholen oder Treffen

A gyerekért megyek az iskolába. – Ich gehe in die Schule, um das Kind abzuholen.

A gyerekhez megyek az iskolába. – Ich gehe in die Schule zu dem Kind.

Elmegyek kenyérért. – Ich gehe Brot holen.

Orvosért küldtek. – Man hat nach dem Arzt geschickt.

Az orvoshoz megyek. – Ich gehe zum Arzt.

Mit Bewegungsverben unterscheidet das Ungarische zwei Ziele, die das Deutsche nicht immer trennt. gyerekhez megy heißt, man geht zum Kind hin; das Kind ist ein Ziel in der Gruppe Nähe. gyerekért megy heißt, man geht das Kind holen; das Kind ist der Zweck des Weges und kommt danach mit. Ebenso kenyérért megy „Brot holen gehen“ und orvosért küld „nach dem Arzt schicken“. Eine deutsche Präposition gibt für diese Wahl keinen Anhaltspunkt; entscheidend ist der Zusammenhang (→ 4.11).

Wortschatz

  • gyerekért {gyerek·ért} – um das Kind (abzuholen)
  • gyerekhez {gyerek·hez} – zum Kind
  • kenyér – Brot
  • kenyérért {kenyér·ért} – nach Brot, Brot holen
  • orvosért {orvos·ért} – nach dem Arzt
  • elmegy {elmegy} – geht weg, geht hin
  • küld – schickt

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12.Sprachvergleich

Busszal megyek. – Ich fahre mit dem Bus.

Я еду поездом. – Ich fahre mit dem Zug. Je vais chercher l’enfant. – Ich gehe das Kind abholen. I’m going for bread. – Ich gehe Brot holen.

Das Russische drückt das Verkehrsmittel wie das Ungarische durch einen Kasus aus, den Instrumental: поездом „mit dem Zug“, ebenso самолётом „mit dem Flugzeug“. Das Lateinische fasst in einem einzigen Kasus, dem Ablativ, mehrere Gruppen zusammen, die das Ungarische trennt: Mittel (gladio „mit dem Schwert“), Herkunft (ex urbe „aus der Stadt“) und Zeitpunkt (prima luce „bei Tagesanbruch“). Für das Holen hat das Englische ein ähnliches Muster wie „-ért”: go for bread; Französisch und Deutsch brauchen ein eigenes Verb: aller chercher, „holen gehen“.

Wortschatz

  • busszal {bus·szal} – mit dem Bus
  • vonattal {vonat·tal} – mit dem Zug
  • kenyérért {kenyér·ért} – Brot holen
  • gyerekért {gyerek·ért} – das Kind abholen
  • Budapesten {Budapest·en} – in Budapest

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