4.4.9 Dativ oder anderes Kasussuffix

« Kapitel 4.4.8  |  Kapitel 4.4.9  |  Kapitel 4.4.10 »

4.4.9 Dativ oder anderes Kasussuffix

Ob „-nak/-nek” steht, entscheidet die ungarische Beziehung, nicht die deutsche Präposition und nicht der deutsche Dativ. Hinter „zu“, „bei“, „von“, „mit“, „für“ und „an“ verbergen sich verschiedene ungarische Suffixe: Levelet küldök az orvosnak. – Ich schicke dem Arzt einen Brief. Az orvoshoz megyek. – Ich gehe zum Arzt.

1.Empfänger oder Ziel: „-nak/-nek” oder „-hoz/-hez/-höz”

Levelet küldök az orvosnak. – Ich schicke dem Arzt einen Brief.

Holnap az orvoshoz megyek. – Morgen gehe ich zum Arzt.

A vendégnek írok. – Ich schreibe dem Gast.

A vendéghez megyek. – Ich gehe zum Gast.

Der Arzt im ersten Satz bekommt etwas: Er ist Empfänger und steht auf „-nak/-nek”. Im zweiten Satz bewegt sich der Sprecher selbst zum Arzt hin; der Arzt ist das Ziel der Bewegung und steht auf „-hoz/-hez/-höz”. Diese Endung bezeichnet die Annäherung an eine Person oder Sache, ohne dass man hineingeht oder daraufsteigt. Die Grammatik nennt sie

Allativ – von lateinisch allatus „herangebracht“

Das Deutsche hat für beide Beziehungen oft dieselbe Präposition „zu“ oder gar keine (bloßer Dativ). Das Ungarische trennt sie strikt: Wohin sich jemand bewegt, steht auf „-hoz/-hez/-höz”; wer etwas bekommt, steht auf „-nak/-nek”.

Verb – BedeutungBeispiel – Bedeutung
ad – gebenAdok egy tollat a tanárnak. – Ich gebe dem Lehrer einen Stift.
küld – schickenKüldök egy csomagot a szomszédnak. – Ich schicke dem Nachbarn ein Paket.
ír – schreibenÍrok a barátomnak. – Ich schreibe meinem Freund.
megy – gehenMegyek a tanárhoz. – Ich gehe zum Lehrer.
jön – kommenGyere a szomszédhoz! – Komm zum Nachbarn!
siet – eilenSietek a barátomhoz. – Ich eile zu meinem Freund.

Bei visz „hinbringen“ ist beides möglich, mit unterschiedlichem Blick:

Virágot viszek a nagymamámnak. – Ich bringe meiner Großmutter Blumen.

A nagymamámhoz viszem a virágot. – Ich bringe die Blumen zu meiner Großmutter.

Elviszem a gyereket az orvoshoz. – Ich bringe das Kind zum Arzt.

Im ersten Satz ist die Großmutter die Empfängerin, im zweiten der Ort, an den die Blumen gelangen. Das Kind im dritten Satz bekommt der Arzt nicht; es wird zu ihm gebracht – also nur „-hoz”.

Wortschatz

  • orvos – Arzt
  • orvosnak – dem Arzt
  • orvoshoz – zum Arzt
  • vendégnek – dem Gast
  • vendéghez – zum Gast
  • nagymamámnak – meiner Großmutter
  • nagymamámhoz – zu meiner Großmutter
  • küld – schicken
  • megy – gehen
  • siet – eilen
  • visz – (hin)bringen
  • elvisz {el·visz} – wegbringen, hinbringen
  • virág – Blume
  • csomag – Paket

↑ Hoch zum Seitenanfang

2.Bei und von: „-nál/-nél” und „-tól/-től”

Az orvosnál várok. – Ich warte beim Arzt.

Az orvostól jövök. – Ich komme vom Arzt.

Kaptam egy levelet az orvostól. – Ich habe vom Arzt einen Brief bekommen.

„-hoz/-hez/-höz” gehört zu einer Dreierreihe, die das Verhältnis zu einer Person oder Sache „von außen“ beschreibt: hin – da – weg. „-nál/-nél” bezeichnet den Aufenthalt in der Nähe (Adessiv, von lateinisch adesse „dabei sein“), „-tól/-től” die Herkunft (Ablativ, von ablatus „weggetragen“). Keine dieser Formen ist ein Dativ, auch wenn das Deutsche „beim“, „vom“ und „zum“ mit Dativ bildet.

→az orvoshoz – zum Arzt→az orvosnál – beim Arzt→az orvostól – vom Arzt

Der Absender eines Briefs steht auf „-tól/-től”, der Empfänger auf „-nak/-nek”:

Az orvostól kaptam, a szomszédnak küldöm tovább. – Ich habe es vom Arzt bekommen und schicke es an den Nachbarn weiter.

Besonders deutlich wird der Unterschied bei den Personalformen. „Bei mir“ und „mir“ sind im Ungarischen zwei verschiedene Wörter:

Nálam van a kulcs. – Der Schlüssel ist bei mir.

Nekem is van egy kulcsom. – Ich habe auch einen Schlüssel.

Ma nálunk alszik a nagymama. – Heute schläft die Großmutter bei uns.

Nálam van a kulcs. sagt, wo sich der Schlüssel gerade befindet; er kann jemand anderem gehören. Nekem van egy kulcsom. sagt, dass er mir gehört (→ 4.4.4).

PersonEmpfängerZielOrtHerkunft
ichnekem – mirhozzám – zu mirnálam – bei mirtőlem – von mir
duneked – dirhozzád – zu dirnálad – bei dirtőled – von dir
er, sieneki – ihm, ihrhozzá – zu ihm/ihrnála – bei ihm/ihrtőle – von ihm/ihr
wirnekünk – unshozzánk – zu unsnálunk – bei unstőlünk – von uns

Wortschatz

  • orvosnál – beim Arzt
  • orvostól – vom Arzt
  • nálam – bei mir
  • nekem – mir
  • hozzám – zu mir
  • tőlem – von mir
  • nálunk – bei uns
  • kulcs – Schlüssel
  • kap – bekommen
  • kaptam – ich habe bekommen
  • továbbküld {tovább·küld} – weiterschicken
  • vár – warten
  • alszik – schlafen

↑ Hoch zum Seitenanfang

3.Für: „-nak/-nek” oder „-ért”

Kávét veszek Annának. – Ich kaufe Anna Kaffee.

Kávéért megyek a boltba. – Ich gehe Kaffee holen.

Annáért megyek az állomásra. – Ich hole Anna vom Bahnhof ab.

Im ersten Satz hat Anna den Nutzen: Der Kaffee ist für sie bestimmt (→ 4.4.2). Im zweiten und dritten Satz bezeichnet „-ért” das, was man holen oder beschaffen will: Man geht los, um Kaffee oder Anna mitzubringen. Wörtlich heißt Annáért megyek „ich gehe um Anna“. Dieselbe Endung steht beim Grund und beim Preis:

Annáért aggódom. – Ich mache mir Sorgen um Anna.

Sokat fizettem a kávéért. – Ich habe viel für den Kaffee bezahlt.

A pincérnek fizetek a kávéért. – Ich bezahle beim Kellner den Kaffee.

Im letzten Satz stehen beide Endungen nebeneinander: Der Kellner bekommt das Geld („-nak”), der Kaffee ist der Gegenwert („-ért”). Deutsch „für“ kann also beides verdecken: Annának „für Anna (als Begünstigte)“ und Annáért „für Anna (um ihretwillen, um sie zu holen)“.

Ungarische Form – deutschBeziehung
a tanárnak – für den LehrerBegünstigter
a tanárért – um den Lehrer abzuholenZiel des Holens
a tanárért – um den Lehrer (sich sorgen)Grund
a könyvért – für das Buch (zahlen)Gegenwert

Wortschatz

  • Annának – Anna (Dativ), für Anna
  • Annáért – um Anna, Anna (abholen)
  • kávéért – Kaffee (holen); für den Kaffee
  • pincérnek – dem Kellner
  • bolt – Laden
  • boltba – in den Laden
  • állomás – Bahnhof
  • állomásra – zum Bahnhof
  • vesz – kaufen
  • fizet – zahlen
  • aggódik – sich Sorgen machen
  • aggódom – ich mache mir Sorgen

↑ Hoch zum Seitenanfang

4.Mit und zu: Gesprächspartner oder Adressat

Beszélek a tanárral. – Ich spreche mit dem Lehrer.

Mondok valamit a tanárnak. – Ich sage dem Lehrer etwas.

Szólok a tanárnak. – Ich sage dem Lehrer Bescheid.

Bei beszél „sprechen, reden“ ist die andere Person Gesprächspartner: Beide sprechen miteinander. Das steht auf „-val/-vel”, das sich an einen Konsonanten angleicht (tanárral, orvossal, vendéggel). Bei mond „sagen“ und szól „Bescheid sagen“ geht die Mitteilung in eine Richtung; der Hörer ist Adressat und steht auf „-nak/-nek”.

Tegnap telefonáltam a nagymamámnak. – Gestern habe ich meine Großmutter angerufen.

Tegnap beszéltem a nagymamámmal. – Gestern habe ich mit meiner Großmutter gesprochen.

Das deutsche „anrufen“ hat ein Akkusativobjekt, telefonál verlangt „-nak/-nek”. Das gleichbedeutende felhív nimmt dagegen den Akkusativ: Felhívom a nagymamámat. „Ich rufe meine Großmutter an.“

Wortschatz

  • beszél – sprechen, reden
  • tanárral – mit dem Lehrer
  • tanárnak – dem Lehrer
  • mond – sagen
  • szól – Bescheid sagen
  • telefonál – telefonieren, anrufen
  • felhív {fel·hív} – anrufen
  • nagymamámmal – mit meiner Großmutter
  • orvossal – mit dem Arzt
  • vendéggel – mit dem Gast
  • valami – etwas

↑ Hoch zum Seitenanfang

5.Auf und an: „-ra/-re” statt „-nak/-nek”

Várok a barátomra. – Ich warte auf meinen Freund.

Ígérek valamit a barátomnak. – Ich verspreche meinem Freund etwas.

Gondolok a gyerekre. – Ich denke an das Kind.

Segítek a gyereknek. – Ich helfe dem Kind.

Figyelek a vendégre. – Ich achte auf den Gast.

Köszönök a vendégnek. – Ich grüße den Gast.

Viele Verben verbinden die Person mit „-ra/-re” (Sublativ, wörtlich „auf … hinauf“). Das gilt für Warten, Denken, Achten und Aufpassen – also dort, wo das Deutsche meist „auf“ oder „an“ setzt. Ein Empfänger oder Nutznießer wie bei ígér „versprechen“ und segít „helfen“ steht auf „-nak/-nek”.

köszön hat zwei Bedeutungen: köszön valakinek „jemanden grüßen“ und köszön valamit „sich für etwas bedanken“. Der Gegrüßte steht auf „-nak/-nek”, obwohl das Deutsche hier einen Akkusativ hat.

Ungarisch – deutschErgänzung
vár valakire – auf jemanden warten„-ra”/„-re”
gondol valakire – an jemanden denken„-ra”/„-re”
figyel valakire – auf jemanden achten„-ra”/„-re”
vigyáz valakire – auf jemanden aufpassen„-ra”/„-re”
emlékszik valakire – sich an jemanden erinnern„-ra”/„-re”
hasonlít valakire – jemandem ähneln„-ra”/„-re”
ígér valakinek – jemandem versprechen„-nak”/„-nek”
segít valakinek – jemandem helfen„-nak”/„-nek”
köszön valakinek – jemanden grüßen„-nak”/„-nek”

Hasonlítok az apámra. – Ich ähnele meinem Vater.

Vigyázok a gyerekre. – Ich passe auf das Kind auf.

hasonlít „ähneln“ zeigt, dass auch ein deutscher Dativ nicht automatisch „-nak/-nek” ergibt.

Wortschatz

  • barátomra – auf meinen Freund
  • barátomnak – meinem Freund
  • gyerekre – an das Kind, auf das Kind
  • gyereknek – dem Kind
  • vendégre – auf den Gast
  • apámra – meinem Vater (ähneln)
  • vár – warten
  • ígér – versprechen
  • gondol – denken
  • segít – helfen
  • figyel – achten, aufpassen
  • vigyáz – aufpassen
  • emlékszik – sich erinnern
  • hasonlít – ähneln
  • köszön – grüßen; danken

↑ Hoch zum Seitenanfang

6.Akkusativ oder Dativ

Kérdezem a tanárt. – Ich frage den Lehrer.

Válaszolok a tanárnak. – Ich antworte dem Lehrer.

Válaszolok a tanár kérdésére. – Ich antworte auf die Frage des Lehrers.

kérdez „fragen“ hat wie im Deutschen ein Akkusativobjekt. Bei válaszol „antworten“ steht die Person auf „-nak/-nek”, die Frage selbst aber auf „-ra/-re”: kérdésére „auf seine Frage“.

Umgekehrt haben einige Verben, die im Deutschen einen Dativ verlangen, im Ungarischen ein Akkusativobjekt:

Követem a tanárt. – Ich folge dem Lehrer.

Hallgatom a tanárt. – Ich höre dem Lehrer zu.

Megtanítom a fiamat úszni. – Ich bringe meinem Sohn das Schwimmen bei.

Und manche Verben mit deutschem Akkusativ verlangen „-nak/-nek”:

Hazudtál nekem. – Du hast mich angelogen.

Gratulálok a győztesnek. – Ich gratuliere dem Sieger.

hallgat hat zwei Anschlüsse: hallgatom a tanárt „ich höre dem Lehrer zu“, hallgatok a tanárra „ich höre auf den Lehrer, folge seinem Rat“.

Ungarisch – deutschDeutsch
kérdez valakit – jemanden fragenAkkusativ
válaszol valakinek – jemandem antwortenDativ
követ valakit – jemandem folgenDativ
hallgat valakit – jemandem zuhörenDativ
megtanít valakit valamire – jemandem etwas beibringenDativ
telefonál valakinek – jemanden anrufenAkkusativ
felhív valakit – jemanden anrufenAkkusativ
köszön valakinek – jemanden grüßenAkkusativ
hazudik valakinek – jemanden anlügenAkkusativ

Wortschatz

  • kérdez – fragen
  • kérdés – Frage
  • kérdésére – auf seine Frage
  • válaszol – antworten
  • követ – folgen
  • hallgat – zuhören; hören auf
  • tanárt – den Lehrer
  • megtanít {meg·tanít} – beibringen
  • fiamat – meinen Sohn
  • úszni – schwimmen
  • hazudik – lügen
  • gratulál – gratulieren
  • győztes – Sieger

↑ Hoch zum Seitenanfang

7.Das Wichtigste in Kürze

  • Empfänger, Adressat, Begünstigter: „-nak/-nek” – Levelet küldök az orvosnak.
  • Ziel einer Bewegung zu einer Person: „-hoz/-hez/-höz” – Az orvoshoz megyek.; bei: „-nál/-nél”; von: „-tól/-től”.
  • Holen, Grund, Preis: „-ért” – Kávéért megyek.; Gesprächspartner: „-val/-vel” – Beszélek a tanárral.
  • Warten, denken, achten, ähneln: „-ra/-re” – Várok a barátomra.
  • Deutscher Dativ und ungarisches „-nak/-nek” decken sich nur teilweise: követ, hallgat mit Akkusativ; telefonál, köszön, hazudik mit „-nak/-nek”.

↑ Hoch zum Seitenanfang

Vertiefung

8.hisz valakinek – hisz valakiben

Hiszek Péternek. – Ich glaube Peter.

Hiszek Péterben. – Ich glaube an Peter.

Mit „-nak/-nek” schenkt man einer Person Glauben: Was Péter sagt, hält man für wahr. Mit „-ban/-ben” traut man ihr etwas zu oder ist von ihr überzeugt. Die beiden Sätze sind nicht gleichbedeutend; wer Péter in einer Sache glaubt, muss nicht an ihn glauben, und umgekehrt.

Elhiszem neked. – Ich glaube es dir.

Nem hiszek a szememnek. – Ich traue meinen Augen nicht.

Hiszek Istenben. – Ich glaube an Gott.

Bízom benned. – Ich vertraue dir.

Auch bízik „vertrauen“ verlangt „-ban/-ben”, obwohl das Deutsche einen Dativ hat. Im Ungarischen wird Vertrauen als etwas gedacht, das man „in“ jemanden setzt, wie in deutsch „Vertrauen in jemanden haben“.

Wortschatz

  • hisz – glauben
  • Péternek – Peter (Dativ)
  • Péterben – an Peter
  • elhisz {el·hisz} – (etwas) glauben
  • neked – dir
  • szememnek – meinen Augen
  • Istenben – an Gott
  • bízik – vertrauen
  • bízom – ich vertraue
  • benned – in dich; dir (vertrauen)

↑ Hoch zum Seitenanfang

9.Gefühle: über, vor, auf, nach

Örülök az ajándéknak. – Ich freue mich über das Geschenk.

Vágyom egy ajándékra. – Ich sehne mich nach einem Geschenk.

Félek a kutyától. – Ich habe Angst vor dem Hund.

Büszke vagyok a fiamra. – Ich bin stolz auf meinen Sohn.

Haragszom a szomszédra. – Ich bin böse auf den Nachbarn.

Csodálkozom a híren. – Ich wundere mich über die Nachricht.

Der Anlass der Freude steht auf „-nak/-nek”; das Ziel einer Sehnsucht, eines Stolzes oder Zorns auf „-ra/-re”; die Quelle der Angst auf „-tól/-től”; das Staunen auf „-n/-on/-en/-ön”. Deutsch „über“ entspricht also bei örül der Endung „-nak”, bei csodálkozik der Endung „-n”. vágyik ist ein ik-Verb; die 1. Person lautet vágyom.

Ungarisch – deutschEndung
örül valaminek – sich über etwas freuen„-nak”/„-nek”
vágyik valamire – sich nach etwas sehnen„-ra”/„-re”
büszke valamire – stolz auf etwas„-ra”/„-re”
haragszik valakire – böse auf jemanden sein„-ra”/„-re”
fél valamitől – Angst vor etwas haben„-tól”/„-től”
csodálkozik valamin – sich über etwas wundern„-n”

Wortschatz

  • örül – sich freuen
  • ajándéknak – über das Geschenk
  • vágyik – sich sehnen
  • ajándékra – nach einem Geschenk
  • fél – Angst haben
  • kutyától – vor dem Hund
  • büszke – stolz
  • haragszik – böse sein
  • csodálkozik – sich wundern
  • híren – über die Nachricht
  • hír – Nachricht

↑ Hoch zum Seitenanfang

10.Berufsziel, Rolle, Benennung

Tanárnak tanul a fiam. – Mein Sohn studiert auf Lehramt.

Tanárként dolgozik a fiam. – Mein Sohn arbeitet als Lehrer.

Tanár lett a fiam. – Mein Sohn ist Lehrer geworden.

„-nak/-nek” an einer Berufsbezeichnung nennt das Ziel einer Ausbildung oder Vorbereitung: tanárnak tanul „lernt/studiert, um Lehrer zu werden“, orvosnak készül „bereitet sich darauf vor, Arzt zu werden“. „-ként” bezeichnet die tatsächlich ausgeübte Rolle (Essiv-Formal, „als“). Nach lesz „werden“ steht das Prädikatsnomen ohne Endung.

Katonának ment. – Er ist Soldat geworden (ist zum Militär gegangen).

Péternek hívják. – Er heißt Peter.

Okos embernek tartom. – Ich halte ihn für einen klugen Menschen.

Bolondnak nézel? – Hältst du mich für einen Narren?

Dieselbe Endung steht beim Namen nach hív „nennen“ und bei der Einordnung nach tart „halten für“ und néz „ansehen als“. Hier bekommt niemand etwas; „-nak/-nek” bezeichnet die Rolle, die jemandem zugeschrieben wird.

Wortschatz

  • tanárnak – zum Lehrer (Ausbildungsziel)
  • tanárként – als Lehrer
  • tanul – lernen, studieren
  • dolgozik – arbeiten
  • lett – ist geworden
  • orvosnak – (zum) Arzt (Ausbildungsziel)
  • készül – sich vorbereiten
  • katonának – (als) Soldat
  • hív – nennen, rufen
  • hívják – man nennt ihn/sie
  • tart – halten (für)
  • néz – ansehen (als)
  • bolond – Narr

↑ Hoch zum Seitenanfang

11.Veränderung: „-vá/-vé” statt „-nak/-nek”

A víz jéggé fagyott. – Das Wasser ist zu Eis gefroren.

A víz gőzzé válik. – Das Wasser wird zu Dampf.

A béka herceggé változott. – Der Frosch verwandelte sich in einen Prinzen.

Das Ergebnis einer Veränderung ist kein Empfänger. Es steht auf „-vá/-vé”, dessen v sich nach Konsonant an diesen angleicht: jég → jéggé, gőz → gőzzé. Die Grammatik nennt diese Endung Translativ, von lateinisch translatus „hinübergetragen“.

Deutsch „zu“ kann damit drei ungarische Beziehungen verdecken:

Az orvoshoz megyek. – Ich gehe zum Arzt.

Orvosnak tanul. – Er studiert, um Arzt zu werden.

Jéggé fagyott. – Es ist zu Eis gefroren.

Wortschatz

  • jég – Eis
  • jéggé – zu Eis
  • gőz – Dampf
  • gőzzé – zu Dampf
  • herceggé – zu einem Prinzen
  • fagy – frieren, gefrieren
  • válik – werden
  • változik – sich verändern, sich verwandeln
  • béka – Frosch
  • víz – Wasser

↑ Hoch zum Seitenanfang

12.Gerichteter Kontakt: nekimegy a falnak

Az autó nekiment a falnak. – Das Auto ist gegen die Wand gefahren.

A biciklis nekiütközött egy fának. – Der Radfahrer ist gegen einen Baum geprallt.

A létrát a falnak támasztom. – Ich lehne die Leiter an die Wand.

Nekiállok a munkának. – Ich mache mich an die Arbeit.

Bei einigen Verben bezeichnet „-nak/-nek” eine Richtung bis zur Berührung: Das Auto trifft die Wand, die Leiter liegt an ihr an. Das Verbpräfix neki- ist die Dativform der 3. Person Singular, neki „ihm, ihr“; es wiederholt gewissermaßen die Richtung der Ergänzung.

→megy – gehen→nekimegy – gegen etwas laufen/fahren→nekimegy a falnak – gegen die Wand fahren

Dieser Gebrauch ist auf feste Verbindungen beschränkt und ersetzt „-hoz/-hez/-höz” nicht: A falhoz megyek. heißt „Ich gehe zur Wand“, ohne Zusammenstoß. Beim Anlehnen ist auch a falhoz támasztom üblich.

Die Endung „-nak/-nek” selbst gilt als Verbindung eines alten Zeigestamms mit einer Richtungsendung (Lativ). Die Richtungsbedeutung, die heute fast nur der Empfänger trägt, ist in Wendungen wie nekimegy a falnak noch sichtbar.

Wortschatz

  • nekimegy {neki·megy} – gegen etwas laufen, fahren
  • nekiment – ist gegen … gefahren
  • nekiütközik {neki·ütközik} – gegen etwas prallen
  • nekiáll {neki·áll} – sich an etwas machen
  • falnak – gegen die Wand, an die Wand
  • falhoz – zur Wand
  • fának – gegen einen Baum
  • munkának – an die Arbeit
  • támaszt – anlehnen
  • létra – Leiter
  • biciklis – Radfahrer

Dieser Text steht unter CC0 1.0 Universell. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich.
Er darf kostenlos kopiert, verändert, veröffentlicht und auch kommerziell genutzt werden.