4.5.6 Das System der neun lokalen Endungen

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4.5.6 Das System der neun lokalen Endungen

Die neun Ortsendungen bilden eine Matrix aus drei Fragen (hol? – wo?, hová? – wohin?, honnan? – woher?) und drei Beziehungen (innen, Oberfläche, Nähe): házban – im Haus, asztalra – auf den Tisch, tanártól – vom Lehrer. Jedes Feld ist ein eigener Kasus mit eigenem Namen.

1.Gleiche Frage, andere Zeile

A labda a házban van. – Der Ball ist im Haus.

A kabát az asztalon van. – Der Mantel liegt auf dem Tisch.

A vendég a tanárnál vár. – Der Gast wartet beim Lehrer.

Alle drei Sätze antworten auf dieselbe Frage hol? „wo?“. Trotzdem stehen drei verschiedene Endungen: Der Ball ist im Inneren des Hauses, der Mantel liegt auf der Oberfläche des Tisches, der Gast befindet sich in der Nähe des Lehrers. Die Frage legt die Spalte fest, die räumliche Beziehung die Zeile.

Hol van a labda? – A dobozban. – Wo ist der Ball? – In der Schachtel.

Hol van a kabát? – A padon. – Wo ist der Mantel? – Auf der Bank.

Hol van Péter? – Az orvosnál. – Wo ist Péter? – Beim Arzt.

Die Wahl der Endung verläuft in drei Schritten:

SchrittEntscheidungErgebnis
1Ort, Ziel oder Herkunft? (hol? – hová? – honnan?)Spalte
2innen, Oberfläche oder Nähe?Zeile
3dunkles oder helles Wort, Rundvokal?Lautform der Endung

Erst der dritte Schritt betrifft den Klang. Die ersten beiden betreffen die Bedeutung und sind unabhängig vom Wort, an das die Endung tritt.

Wortschatz

  • hol? – wo?
  • hová?, hova? – wohin?
  • honnan? – woher?
  • házban – im Haus
  • asztalon – auf dem Tisch
  • tanárnál – beim Lehrer
  • dobozban – in der Schachtel
  • padon – auf der Bank
  • orvosnál – beim Arzt
  • labda – Ball
  • kabát – Mantel
  • vendég – Gast
  • vár – warten

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2.Die Ortsspalte: hol?

A kulcs a táskában van. – Der Schlüssel ist in der Tasche.

A kép a falon lóg. – Das Bild hängt an der Wand.

A könyv a polcon van. – Das Buch steht im Regal.

A gyerek a nagymamánál alszik. – Das Kind schläft bei der Großmutter.

Márta a boltban vásárol. – Márta kauft im Laden ein.

A levél a fiókban van. – Der Brief liegt in der Schublade.

Die Ortsspalte beschreibt einen Zustand: Etwas befindet sich irgendwo. Dazu passen van „ist“, lóg „hängt“, ül „sitzt“, áll „steht“, fekszik „liegt“, alszik „schläft“ und alle Tätigkeiten, die an einem Ort stattfinden. Die Oberflächenreihe umfasst auch senkrechte Flächen: falon „an der Wand“. Ein Buch steht im Deutschen „im Regal“, im Ungarischen auf dem Brett: polcon.

→ház – Haus→házban – im Haus→házon – auf dem Haus→háznál – beim Haus

Wortschatz

  • táskában – in der Tasche
  • falon – an der Wand
  • polcon – im Regal, auf dem Brett
  • nagymamánál – bei der Großmutter
  • boltban – im Laden
  • fiókban – in der Schublade
  • házon – auf dem Haus
  • háznál – beim Haus
  • lóg – hängen
  • alszik – schlafen
  • vásárol – einkaufen

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3.Die Zielspalte: hová?

Péter az iskolába siet. – Péter eilt in die Schule.

A macska az asztalra ugrik. – Die Katze springt auf den Tisch.

A gyerek a tanárhoz fut. – Das Kind läuft zum Lehrer.

A vendég a székhez lép. – Der Gast tritt zum Stuhl.

A ruha a szekrénybe kerül. – Die Kleidung kommt in den Schrank.

Die Zielspalte nennt den Punkt, an dem eine Bewegung endet: im Inneren („-ba”/„-be”), auf einer Fläche („-ra”/„-re”) oder in der Nähe („-hoz”/„-hez”/„-höz”). Ein Bewegungsverb allein entscheidet nicht über die Spalte:

A gyerekek a kertben futnak. – Die Kinder laufen im Garten (herum).

A gyerekek a kertbe futnak. – Die Kinder laufen in den Garten.

fut „laufen“ steht in beiden Sätzen. Im ersten Satz bleibt die Bewegung innerhalb des Gartens; der Garten ist Ort. Im zweiten Satz endet die Bewegung im Garten; der Garten ist Ziel. Umgekehrt verlangen auch Verben ohne Ortswechsel des Sprechers eine Zielendung, sobald etwas an einen neuen Platz gelangt:

A kulcsot a táskába teszem. – Ich lege den Schlüssel in die Tasche.

A könyvet a polcra teszem. – Ich stelle das Buch ins Regal.

A levelet az orvoshoz viszem. – Ich bringe den Brief zum Arzt.

Das Deutsche trennt Ort und Ziel bei „in“ und „auf“ nur durch den Kasus des Artikels (im Garten – in den Garten). Im Ungarischen tragen zwei verschiedene Endungen diesen Unterschied; der Artikel a bleibt unverändert.

Wortschatz

  • iskolába – in die Schule
  • asztalra – auf den Tisch
  • tanárhoz – zum Lehrer
  • székhez – zum Stuhl
  • szekrénybe – in den Schrank
  • kertben – im Garten
  • kertbe – in den Garten
  • táskába – in die Tasche
  • polcra – ins Regal
  • orvoshoz – zum Arzt
  • siet – eilen
  • ugrik – springen
  • fut – laufen
  • lép – treten
  • kerül – gelangen, kommen
  • teszem – ich lege, ich stelle
  • viszem – ich bringe (hin)

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4.Die Herkunftsspalte: honnan?

Anna a házból jön. – Anna kommt aus dem Haus.

Anna leveszi a kabátot az asztalról. – Anna nimmt den Mantel vom Tisch.

A vendég a tanártól jön. – Der Gast kommt vom Lehrer.

Péter a pincéből jön fel. – Péter kommt aus dem Keller herauf.

Anna a székről áll fel. – Anna steht vom Stuhl auf.

A gyerek az orvostól jön. – Das Kind kommt vom Arzt.

Die Herkunftsspalte nennt den Ausgangspunkt einer Bewegung: das Innere („-ból”/„-ből”), die Fläche („-ról”/„-ről”) oder die Nähe („-tól”/„-től”). Alle drei Endungen haben einen langen Vokal ó oder ő und enden auf l. Kurze Formen wie *-bol oder *-tol gibt es nicht.

Das Deutsche hat für alle drei Zeilen oft dasselbe Wort „von“: vom Tisch, vom Lehrer. Erst „aus“ grenzt das Innere ab. Das Ungarische unterscheidet durchgehend: asztalról – von der Tischplatte herunter, tanártól – aus der Nähe des Lehrers weg.

→asztalra – auf den Tisch→asztalon – auf dem Tisch→asztalról – vom Tisch

Wortschatz

  • házból – aus dem Haus
  • asztalról – vom Tisch
  • tanártól – vom Lehrer
  • pincéből – aus dem Keller
  • pince – Keller
  • székről – vom Stuhl
  • orvostól – vom Arzt
  • jön – kommen
  • levesz {le·VESZ} – herunter·NEHMEN(abnehmen)
  • feljön {fel·JÖN} – herauf·KOMMEN(heraufkommen)
  • feláll {fel·ÁLL} – auf·STEHEN(aufstehen)

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5.Die vollständige Matrix

Aus drei Spalten und drei Zeilen ergeben sich neun Felder. Jedes Feld ist ein eigener Kasus (ungarisch eset) und trägt einen Namen aus der lateinischen Grammatiktradition:

BeziehungOrt: hol?Ziel: hová?Herkunft: honnan?
innen„-ban”/„-ben” Inessiv
házban – im Haus
„-ba”/„-be” Illativ
házba – ins Haus
„-ból”/„-ből” Elativ
házból – aus dem Haus
Oberfläche„-n”/„-on”/„-en”/„-ön” Superessiv
széken – auf dem Stuhl
„-ra”/„-re” Sublativ
székre – auf den Stuhl
„-ról”/„-ről” Delativ
székről – vom Stuhl
Nähe„-nál”/„-nél” Adessiv
vendégnél – beim Gast
„-hoz”/„-hez”/„-höz” Allativ
vendéghez – zum Gast
„-tól”/„-től” Ablativ
vendégtől – vom Gast

Die Namen sind durchsichtig, wenn man zwei lateinische Wörter kennt: esse „sein“ steckt in allen Namen der Ortsspalte, latus „getragen“ in allen Namen der Ziel- und der Herkunftsspalte. Die Vorsilbe gibt die Richtung oder die Lage an:

NameBestandteilewörtlichFeld
Inessivin + essedarin seinim Inneren
Superessivsuper + essedarauf seinauf der Fläche
Adessivad + essedabei seinin der Nähe
Illativin + latushineingetragenins Innere
Sublativsub + latusemporgehobenauf die Fläche
Allativad + latusherbeigetragenin die Nähe
Elativex + latusherausgetragenaus dem Inneren
Delativde + latusherabgetragenvon der Fläche
Ablativab + latusweggetragenaus der Nähe

Die Schulgrammatik in Ungarn benutzt diese Namen kaum. Sie spricht beschreibend von belső „innerer“, felszíni „Oberflächen-“ und külső „äußerer“ Ortsbeziehung:

helyviszony {hely·VISZONY} – Ort·BEZIEHUNG(Ortsbeziehung)

In sprachwissenschaftlichen Texten erscheinen die lateinischen Namen in ungarischer Schreibung: inesszívusz, illatívusz, elatívusz, szuperesszívusz, szublatívusz, delatívusz, adesszívusz, allatívusz, ablatívusz.

Wortschatz

  • eset – Fall, Kasus
  • helyviszony {hely·VISZONY} – Ort·BEZIEHUNG(Ortsbeziehung)
  • belső – innerer
  • külső – äußerer
  • felszín {fel·SZÍN} – auf·AUSSENSEITE(Oberfläche)
  • széken – auf dem Stuhl
  • székre – auf den Stuhl
  • székről – vom Stuhl
  • vendégnél – beim Gast
  • vendéghez – zum Gast
  • vendégtől – vom Gast
  • inesszívusz – Inessiv
  • ablatívusz – Ablativ

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6.Die Lautformen der Endungen

A labda a földön marad. – Der Ball bleibt auf dem Boden.

A gyerek a tükörhöz megy. – Das Kind geht zum Spiegel.

A hajó a szigethez úszik. – Das Schiff fährt zur Insel.

Az autón egy macska ül. – Auf dem Auto sitzt eine Katze.

Sieben der neun Endungen haben zwei Formen: eine für Wörter mit dunklen Vokalen (a, á, o, ó, u, ú), eine für Wörter mit hellen Vokalen. Zwei Endungen haben drei Formen, weil sie nach gerundeten hellen Vokalen (ö, ő, ü, ű) eine eigene ö-Form besitzen: der Superessiv und der Allativ.

Endungdunkelhellhell gerundet
Inessivházban – im Hauskertben – im Gartentükörben – im Spiegel
Illativházba – ins Hauskertbe – in den Gartentükörbe – in den Spiegel
Elativházból – aus dem Hauskertből – aus dem Gartentükörből – aus dem Spiegel
Superessivházon – auf dem Hausszéken – auf dem Stuhlföldön – auf dem Boden
Sublativházra – aufs Hausszékre – auf den Stuhlföldre – auf den Boden
Delativházról – vom Hausszékről – vom Stuhlföldről – vom Boden
Adessivháznál – beim Hausszéknél – beim Stuhltükörnél – beim Spiegel
Allativházhoz – zum Hausszékhez – zum Stuhltükörhöz – zum Spiegel
Ablativháztól – vom Hausszéktől – vom Stuhltükörtől – vom Spiegel

Beim Superessiv entscheidet zusätzlich der Auslaut: Nach Vokal steht nur „-n” (autón „auf dem Auto“, cipőn „auf dem Schuh“), nach Konsonant „-on”/„-en”/„-ön”. Endet ein Wort auf a oder e, wird der Vokal vor jeder Ortsendung lang:

→iskola – Schule→iskolában – in der Schule→iskolából – aus der Schule

→pince – Keller→pincében – im Keller→pincébe – in den Keller

Wortschatz

  • földön – auf dem Boden
  • földre – auf den Boden
  • tükör – Spiegel
  • tükörhöz – zum Spiegel
  • tükörben – im Spiegel
  • sziget – Insel
  • szigethez – zur Insel
  • autón – auf dem Auto
  • cipőn – auf dem Schuh
  • iskolában – in der Schule
  • pincében – im Keller
  • marad – bleiben
  • hajó – Schiff
  • úszik – schwimmen; (Schiff) fahren

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7.Das Wichtigste in Kürze

  • Die Frage bestimmt die Spalte: hol? – Ort, hová? – Ziel, honnan? – Herkunft.
  • Die Beziehung bestimmt die Zeile: innen házban, Oberfläche asztalon, Nähe tanárnál.
  • Ziel: -ba/-be, -ra/-re, -hoz/-hez/-höz; Herkunft: -ból/-ből, -ról/-ről, -tól/-től (immer langes ó/ő).
  • Die neun Felder heißen Inessiv, Illativ, Elativ – Superessiv, Sublativ, Delativ – Adessiv, Allativ, Ablativ.
  • Der Superessiv (-n/-on/-en/-ön) und der Allativ (-hoz/-hez/-höz) haben drei Formen, die übrigen zwei.

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Vertiefung

8.Neun Kasus, einundzwanzig Schreibformen

Zählt man die geschriebenen Varianten, kommt man auf 21 Formen: je zwei für sieben Kasus, drei für den Allativ, vier für den Superessiv („-n”, „-on”, „-en”, „-ön”). Grammatisch sind es trotzdem neun Kasus, denn die Varianten derselben Endung unterscheiden sich nur im Klang, nicht in der Bedeutung. házban und kertben sind derselbe Kasus; házban und házon sind zwei verschiedene.

Wie viele Kasus das Ungarische insgesamt hat, hängt davon ab, welche Endungen man mitzählt (→ 4.1.6). Die neun Ortskasus sind in jeder Zählung enthalten und bilden ihren größten geschlossenen Block.

Einige Namen führen leicht in die Irre:

Superessiv – Ortskasus „auf“ – nicht zu verwechseln mit dem Superlativ (höchste Steigerungsstufe) Delativ – „von der Fläche herab“ – nicht zu verwechseln mit dem Elativ „aus dem Inneren“ Ablativ – nur die Reihe „-tól/-től“ – nicht Sammelname für alle Woher-Formen Elativ – in anderen Grammatiken auch Name für den absoluten Superlativ („sehr groß“)

Im Lateinischen ist der Ablativ ein Sammelkasus für Trennung, Mittel, Ort und Zeit: ex urbe „aus der Stadt“, gladio „mit dem Schwert“, in urbe „in der Stadt“. In der ungarischen Matrix bezeichnet derselbe Name nur ein einziges Feld. Auch die Ausgangswörter haben im Lateinischen eigene Bedeutungen: adesse heißt „anwesend sein“ (daher adsum „hier!“ beim Namensaufruf), superesse „übrig sein, überleben“.

Wortschatz

  • házban – im Haus
  • kertben – im Garten
  • házon – auf dem Haus
  • eset – Fall, Kasus
  • esetrag {eset·RAG} – Fall·ENDUNG(Kasusendung)
  • rag – Endung (Flexionsendung)
  • szuperesszívusz – Superessiv
  • delatívusz – Delativ
  • elatívusz – Elativ

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9.Was die Spalten verbindet

SpalteEndungenGemeinsamkeit
Ort„-ban”, „-on”, „-nál”alle enthalten n
Ziel„-ba”, „-ra”, „-hoz”Vokal am Ende
Herkunft„-ból”, „-ról”, „-tól”langes ó/ő und l am Ende

Die Gleichmäßigkeit ist kein Zufall. Die Sprachgeschichte führt sie im Wesentlichen auf drei alte Richtungselemente zurück, die an ursprünglich selbständige Wörter traten: ein Ortselement -n (in alten Bildungen auch -tt), ein Zielelement, das in „-ba”/„-be” und „-ra”/„-re” als Endvokal fortlebt, und ein Herkunftselement -l, das in „-ból”/„-ből”, „-ról”/„-ről” und „-tól”/„-től” steckt. Dasselbe Muster zeigen Postpositionen und Ortsadverbien:

→alatt – unter (wo?)→alá – unter (wohin?)→alól – unter … hervor

→mellett – neben (wo?)→mellé – neben (wohin?)→mellől – von … neben weg

Die Innenreihe „-ban”/„-ba”/„-ból” gilt als Abkömmling des Substantivs bél „Inneres; Darm“, das bis heute in belső „innerer“ und belül „innen“ weiterlebt. Für die Nähe-Reihe auf „-tól”/„-től” wird das Substantiv tő „Fuß (eines Baumes), Stamm“ als Ausgangswort angenommen. Die Endungen sind also verkürzte Wörter, die mit dem vorangehenden Substantiv verschmolzen sind.

Wortschatz

  • alatt – unter (wo?)
  • alá – unter (wohin?)
  • alól – unter … hervor
  • mellett – neben (wo?)
  • mellé – neben (wohin?)
  • mellől – von neben … weg
  • bél – Inneres; Darm
  • belső – innerer
  • belül – innen, drinnen
  • tő – Stamm, Fuß (einer Pflanze)

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10.Plural vor der Ortsendung

A gyerekek az iskolákban tanulnak. – Die Kinder lernen in den Schulen.

A poharak az asztalokon állnak. – Die Gläser stehen auf den Tischen.

A vendégek a tanároknál várnak. – Die Gäste warten bei den Lehrern.

A madarak a fákra szállnak. – Die Vögel fliegen auf die Bäume.

Die Ortsendung steht immer hinter dem Pluralzeichen „-k”: erst das Zeichen (jel), dann die Endung (rag). Die neun Endungen bleiben im Plural unverändert; ihre Lautform richtet sich nach dem Vokal vor ihnen, der ja zum Wort gehört (asztalokon, kertekben, tükrökön). Eigene Pluralendungen wie im Deutschen (Dativ Plural „den Häusern“) gibt es nicht.

→asztal – Tisch→asztalok – Tische→asztalokon – auf den Tischen

→kert – Garten→kertek – Gärten→kertekben – in den Gärten

Wortschatz

  • iskolákban – in den Schulen
  • asztalokon – auf den Tischen
  • tanároknál – bei den Lehrern
  • fákra – auf die Bäume
  • kertekben – in den Gärten
  • házakból – aus den Häusern
  • pohár – Glas
  • poharak – Gläser
  • madár – Vogel
  • madarak – Vögel
  • száll – fliegen
  • tanul – lernen

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11.Stammveränderungen

A madár a fán ül. – Der Vogel sitzt auf dem Baum.

A folt a tükrön látszik. – Der Fleck ist auf dem Spiegel zu sehen.

A hajó a tavon van. – Das Schiff ist auf dem See.

Manche Wörter verändern vor einzelnen Endungen ihren Stamm. Die Bedeutung des Kasus bleibt davon unberührt.

Auslautendes a und e wird lang (fa → fán, fába, fáról). Diese Längung betrifft alle neun Endungen.

Wörter wie tükör „Spiegel“ oder bokor „Strauch“ verlieren den Vokal der letzten Silbe nur vor vokalisch beginnenden Endungen. Unter den neun Ortsendungen ist das allein der Superessiv mit seinem Bindevokal:

→tükör – Spiegel→tükrön – auf dem Spiegel→tükörben – im Spiegel→tükörre – auf den Spiegel

→bokor – Strauch→bokron – auf dem Strauch→bokorban – im Strauch→bokorhoz – zum Strauch

Ebenso verhält sich eine kleine Gruppe von Wörtern auf langen Vokal, deren Stamm vor Vokal ein v zeigt (→ 2.8): Auch hier nimmt nur der Superessiv den v-Stamm.

→tó – See→tavon – auf dem See→tóban – im See→tóra – auf den See

→ló – Pferd→lovon – auf dem Pferd→lóra – aufs Pferd→lóról – vom Pferd

→kő – Stein→kövön – auf dem Stein→kőre – auf den Stein→kőről – vom Stein

Im Plural tritt der veränderte Stamm dagegen vor jede Ortsendung, weil das Pluralzeichen selbst mit Vokal beginnt: tavakban „in den Seen“, lovakon „auf den Pferden“, tükrökben „in den Spiegeln“.

Wortschatz

  • fán – auf dem Baum
  • tükrön – auf dem Spiegel
  • tavon – auf dem See
  • tóban – im See
  • lovon – auf dem Pferd
  • lóra – aufs Pferd
  • kövön – auf dem Stein
  • bokron – auf dem Strauch
  • bokor – Strauch, Busch
  • tavakban – in den Seen
  • folt – Fleck
  • látszik – zu sehen sein

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12.Grenzen der Matrix

Péter a jövőre gondol. – Péter denkt an die Zukunft.

Anna hétfőn dolgozik. – Anna arbeitet am Montag.

Péter bízik a tanárban. – Péter vertraut dem Lehrer.

A busz a kapuig megy. – Der Bus fährt bis zum Tor.

Die neun Endungen sind nicht auf den Raum beschränkt. In jövőre gondol verlangt das Verb gondol „denken“ den Sublativ; ein Ziel im Raum gibt es nicht. hétfőn ist eine Zeitangabe in Form des Superessivs. bízik valakiben „jemandem vertrauen“ hat mit einem Innenraum nichts zu tun. Solche Verwendungen behandeln die folgenden Kapitel (→ 4.5.7) und die Kapitel zu den einzelnen Reihen (→ 4.6, 4.7, 4.8).

„-ig” „bis“ ist zwar ebenfalls eine räumliche Endung, gehört aber nicht in die Matrix: Sie bezeichnet den Endpunkt einer Strecke, ohne innen, Oberfläche und Nähe zu unterscheiden. Ein zehntes Feld entsteht dadurch nicht (→ 4.9).

Auch die Zeile ist nicht immer aus der Gestalt des Gegenstandes ableitbar. Ob eine Stadt „innen“ oder „auf“ betrachtet wird, legt der Sprachgebrauch fest: Budapesten „in Budapest“, aber Bécsben „in Wien“ (→ 4.5.9).

Wortschatz

  • jövőre – an die Zukunft
  • gondol – denken
  • hétfőn – am Montag
  • tanárban – (vertrauen) dem Lehrer
  • bízik – vertrauen
  • kapuig – bis zum Tor
  • kapu – Tor
  • Budapesten – in Budapest
  • Bécsben – in Wien

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13.Vergleich mit anderen Sprachen

Die 3 × 3-Gliederung ist kein ungarischer Sonderfall. Das Russische unterscheidet dieselben neun Felder mit drei Präpositionspaaren und wechselndem Kasus:

FeldUngarischRussischEnglischLatein
im Hausházbanв доме (v dome)in the housein urbe „in der Stadt“
ins Hausházbaв дом (v dom)into the housein urbem
aus dem Hausházbólиз дома (iz doma)out of the houseex urbe
auf dem Tischasztalonна столе (na stole)on the tablein mensa
auf den Tischasztalraна стол (na stol)onto the tablein mensam
vom Tischasztalrólсо стола (so stola)off the tablede mensa
beim Lehrertanárnálу учителя (u učitelja)at the teacher’sapud magistrum
zum Lehrertanárhozк учителю (k učitelju)to the teacherad magistrum
vom Lehrertanártólот учителя (ot učitelja)from the teachera magistro

Das Russische und das Lateinische verteilen die Information auf Präposition und Kasusendung des Substantivs, das Englische auf die Präposition allein. Im Ungarischen trägt eine einzige Endung beides: Richtung und Beziehung. Das Deutsche unterscheidet Ort und Ziel bei „in“ und „auf“ durch Dativ und Akkusativ, die Nähe-Reihe dagegen durch drei Präpositionen (bei – zu – von).

Wortschatz

  • házban – im Haus
  • házba – ins Haus
  • házból – aus dem Haus
  • asztalon – auf dem Tisch
  • asztalra – auf den Tisch
  • asztalról – vom Tisch
  • tanárnál – beim Lehrer
  • tanárhoz – zum Lehrer
  • tanártól – vom Lehrer

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