4.5.7 Räumliche und übertragene Verwendung

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4.5.7 Räumliche und übertragene Verwendung

Die neun lokalen Endungen bezeichnen nicht nur Orte. Dieselbe Endung kann auch eine Zeit, einen Zustand, ein Thema oder eine vom Verb verlangte Ergänzung kennzeichnen: Péter a házban dolgozik. – Péter arbeitet im Haus. Péter bajban van. – Péter ist in Schwierigkeiten. Welche Lesart gilt, zeigen Bezugswort und Verb.

1.Im Haus und in Schwierigkeiten: „-ban/-ben”

Péter a házban dolgozik. – Péter arbeitet im Haus.

Péter bajban van. – Péter ist in Schwierigkeiten.

Anna nehéz helyzetben van. – Anna ist in einer schwierigen Lage.

Im ersten Satz ist a házban ein wirklicher Ort: Péter befindet sich innerhalb der Mauern. Die Frage lautet hol? „wo?“, die Antwort A házban. Im zweiten Satz hat baj „Schwierigkeit, Not“ keine Wände; bajban beschreibt einen Zustand. Ebenso helyzetben: Eine Lage ist kein Raum, in den man hineingehen kann.

Das Bild vom Innenraum erklärt solche Formen gut: Wer in Schwierigkeiten steckt, ist von ihnen umgeben wie von einem Zimmer. Das Deutsche denkt hier genauso („in Not“, „in Gefahr“, „in Schwierigkeiten“), ebenso das Englische (in trouble, in danger), das Französische (en danger) und das Spanische (en peligro). Das Bild hat aber eine Grenze: Nach bajban fragt man nicht mit hol?. Natürlich ist Hogy van Péter? „Wie geht es Péter?“ oder Milyen helyzetben van? „In welcher Lage ist er?“.

A gyerek veszélyben van. – Das Kind ist in Gefahr.

Ma mindenki jó hangulatban van. – Heute sind alle in guter Stimmung.

Péter a sikerben reménykedik. – Péter hofft auf den Erfolg.

Im dritten Satz verlangt das Verb reménykedik „hofft“ die Endung „-ban/-ben”; die deutsche Entsprechung steht mit „auf“. Solche fest an ein Verb gebundenen Ergänzungen heißen

vonzat – Rektion

Das Wort gehört zu vonz „anziehen, ziehen“ (wie ein Magnet): Das Verb „zieht“ eine bestimmte Endung an. Der deutsche Fachbegriff „Rektion“ kommt von lateinisch regere „lenken, regieren“: Das Verb „regiert“ die Form seiner Ergänzung.

Wortschatz

  • házban – im Haus
  • baj – Schwierigkeit, Not
  • bajban – in Schwierigkeiten
  • helyzet – Lage, Situation
  • helyzetben – in einer Lage
  • veszély – Gefahr
  • veszélyben – in Gefahr
  • hangulat – Stimmung
  • hangulatban – in Stimmung
  • siker – Erfolg
  • reménykedik – hofft
  • vonzat – Rektion
  • vonz – anziehen, ziehen

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2.Grundbedeutung und übertragene Bedeutung

Die räumliche Bedeutung einer Endung ist ihre Grundbedeutung:

alapjelentés {alap·JELENTÉS} – Grund·BEDEUTUNG(Grundbedeutung)

Alle anderen Verwendungen sind übertragen:

átvitt jelentés – übertragene Bedeutung

átvitt ist das Partizip von átvisz „hinüberbringen, hinübertragen“. Das Ungarische hat also dasselbe Bild wie das deutsche „übertragen“, das lateinische translatio und das griechische Wort metaphorá, aus dem „Metapher“ stammt: Alle bedeuten „Hinübertragung“. Eine Bedeutung wird aus dem Raum in einen anderen Bereich hinübergetragen. Die feste Wendung lautet átvitt értelemben „im übertragenen Sinn“.

Übertragen werden Raumbeziehungen vor allem in drei Bereiche:

BereichBeispiel – Bedeutung
Zeithétfőn – am Montag
Zustandbajban – in Schwierigkeiten
Themaa levélről beszél – spricht über den Brief

Dazu kommen Ergänzungen, die ein Verb oder Adjektiv verlangt (vonzat). Übertragen und rektionsgebunden schließen sich nicht aus: bízik valamiben „vertraut auf etwas“ ist übertragen (Vertrauen ist kein Raum) und zugleich eine feste Rektion des Verbs bízik.

Wortschatz

  • alapjelentés {alap·jelentés} – Grundbedeutung
  • alap – Grund, Basis
  • jelentés – Bedeutung
  • átvitt jelentés – übertragene Bedeutung
  • átvisz – hinüberbringen, hinübertragen
  • átvitt értelemben – im übertragenen Sinn
  • értelem – Sinn, Verstand
  • hétfőn – am Montag
  • bízik – vertraut

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3.Auf dem Tisch und über den Brief: „-on”, „-ról/-ről”

A levél az asztalon van. – Der Brief liegt auf dem Tisch.

Leveszem a könyvet a polcról. – Ich nehme das Buch vom Regal.

Anna a levélről beszél. – Anna spricht über den Brief.

Anna a könyvről beszél. – Anna spricht über das Buch.

Die ersten beiden Sätze sind räumlich: Der Brief liegt auf einer Oberfläche, das Buch kommt von einer Oberfläche herunter. Im dritten und vierten Satz bewegt sich nichts; a levélről und a könyvről nennen das Thema des Gesprächs. Die Endung allein entscheidet das nicht: a polcról könnte ebenso Thema sein (A polcról beszélünk. „Wir sprechen über das Regal.“). Erst das Verb macht die Lesart klar.

Das Thema steht bei allen Verben des Sagens und Wissens auf „-ról/-ről”:

Verb – BedeutungBeispiel – Bedeutung
beszél – sprechenPéter az utazásról beszél. – Péter spricht über die Reise.
mesél – erzählenA nagymama a háborúról mesél. – Die Großmutter erzählt vom Krieg.
ír – schreibenAnna egy cikket ír a városról. – Anna schreibt einen Artikel über die Stadt.
tud – wissenSenki sem tud a levélről. – Niemand weiß von dem Brief.
hall – hörenMár hallottam a filmről. – Ich habe schon von dem Film gehört.
álmodik – träumenPéter a nyaralásról álmodik. – Péter träumt vom Urlaub.

Das Lateinische hat dieselbe Doppelung: de heißt „von … herab“ und „über (ein Thema)“; daher der Titel De bello Gallico „Über den Gallischen Krieg“. Französisch parler de und spanisch hablar de setzen sie fort. Das Russische verwendet о mit dem Präpositiv: говорить о письме „über den Brief sprechen“.

Wortschatz

  • asztalon – auf dem Tisch
  • polc – Regal, Regalbrett
  • polcról – vom Regal
  • levél – Brief
  • levélről – über den Brief, vom Brief
  • könyvről – über das Buch
  • beszél – spricht
  • mesél – erzählt
  • tud – weiß
  • hall – hört
  • álmodik – träumt
  • utazás – Reise
  • háború – Krieg
  • nyaralás – Urlaub
  • cikk – Artikel

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4.Vom Lehrer und vor dem Hund: „-tól/-től”

A gyerek a tanártól jön. – Das Kind kommt vom Lehrer.

A futár a kaputól indul. – Der Kurier bricht am Tor auf.

A gyerek fél a kutyától. – Das Kind hat Angst vor dem Hund.

A fiú fél a sötéttől. – Der Junge hat Angst vor der Dunkelheit.

In den ersten beiden Sätzen ist „-tól/-től” räumlich: Das Kind war beim Lehrer und geht von dort weg, der Kurier startet am Tor. Im dritten und vierten Satz geht niemand irgendwohin. fél „fürchtet sich“ verlangt für den Gegenstand der Furcht die Endung „-tól/-től”. Das Bild dahinter ist verständlich – man weicht vor dem Gefürchteten zurück –, aber es erklärt die Form nicht zwingend: Das Deutsche sagt „vor“, das Englische afraid of, das Französische avoir peur de, das Spanische tener miedo de, das Russische бояться mit dem Genitiv (бояться собаки).

Dieselbe Endung steht bei Verben des Schützens und Unterscheidens:

Verbindung – BedeutungBeispiel – Bedeutung
tart valamitől – etwas befürchtenAnna tart a vizsgától. – Anna fürchtet die Prüfung.
véd valamitől – schützen vorA sapka véd a hidegtől. – Die Mütze schützt vor der Kälte.
függ valamitől – abhängen vonAz időjárástól függ. – Es hängt vom Wetter ab.
különbözik valamitől – sich unterscheiden vonAz ikrek alig különböznek egymástól. – Die Zwillinge unterscheiden sich kaum voneinander.

Auch das Lateinische setzt bei solchen Verben die Präposition der Trennung: defendere ab hoste „vor dem Feind schützen“, wörtlich „vom Feind weg“.

Wortschatz

  • tanártól – vom Lehrer
  • kaputól – vom Tor, am Tor
  • futár – Kurier
  • indul – bricht auf, fährt los
  • fél – fürchtet sich
  • kutyától – vor dem Hund
  • sötéttől – vor der Dunkelheit
  • tart valamitől – etwas befürchten
  • vizsga – Prüfung
  • véd – schützt
  • hidegtől – vor der Kälte
  • függ – hängt ab
  • időjárás – Wetter
  • különbözik – unterscheidet sich
  • egymástól – voneinander

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5.Zeitangaben

Péter hétfőn érkezik. – Péter kommt am Montag an.

Anna pénteken dolgozik. – Anna arbeitet am Freitag.

Péter reggeltől dolgozik. – Péter arbeitet ab dem Morgen.

Januárban sok a hó. – Im Januar gibt es viel Schnee.

Raumendungen dienen auch als Zeitangaben. Die Frage ist dann nicht hol?, sondern mikor? „wann?“; der Montag ist keine Oberfläche, der Januar kein Innenraum. Welche Endung steht, ist für jede Gruppe von Zeitwörtern festgelegt: Wochentage stehen auf „-n/-on/-en/-ön”, Monate auf „-ban/-ben”.

Wochentag – Bedeutungam …
hétfő – Montaghétfőn – am Montag
kedd – Dienstagkedden – am Dienstag
szerda – Mittwochszerdán – am Mittwoch
csütörtök – Donnerstagcsütörtökön – am Donnerstag
péntek – Freitagpénteken – am Freitag
szombat – Samstagszombaton – am Samstag
vasárnap – Sonntagvasárnap – am Sonntag

vasárnap „am Sonntag“ steht ohne Endung. Das Wort ist aus vásárnap „Markttag“ entstanden (vásár „Markt“, nap „Tag“).

Auch die Richtung lässt sich zeitlich lesen: „-tól/-től” nennt den Anfang (reggeltől „ab dem Morgen“), „-ra/-re” einen Termin oder eine Frist:

Hétfőre kész lesz. – Bis Montag ist es fertig.

Jövőre Budapesten tanulok. – Nächstes Jahr studiere ich in Budapest.

Anna a jövőre gondol. – Anna denkt an die Zukunft.

Die letzten beiden Sätze zeigen dieselbe Vollform in zwei Funktionen. jövőre allein ist eine Zeitangabe und heißt „nächstes Jahr“. In a jövőre gondol ist a jövő „die Zukunft“ die Ergänzung von gondol „denkt“, das „-ra/-re” verlangt; der Artikel zeigt es an. Die vollständige Lehre der Zeitangaben steht in (→ 8.4, 4.15.2).

Wortschatz

  • mikor? – wann?
  • hétfőn – am Montag
  • kedden – am Dienstag
  • szerdán – am Mittwoch
  • csütörtökön – am Donnerstag
  • pénteken – am Freitag
  • szombaton – am Samstag
  • vasárnap – am Sonntag, Sonntag
  • vásár – Markt
  • reggeltől – ab dem Morgen
  • januárban – im Januar
  • hétfőre – bis Montag
  • jövő – Zukunft; kommend
  • jövőre – nächstes Jahr
  • gondol – denkt

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6.Raum, Zeit, Zustand, Thema, Rektion

Eine räumliche Endungsfamilie kann auch Zeit, Zustand, Thema oder eine vom Bezugswort verlangte Ergänzung kennzeichnen. Die Ortsfragen hol?, hová? und honnan? passen nur, wenn wirklich ein Ort gemeint ist.

GebrauchVollform – BedeutungEinordnung
räumlicha házban – im HausInnenort, Frage hol?
räumlicha székre esik – fällt auf den StuhlZiel auf einer Fläche, Frage hová?
Zustandbajban – in Schwierigkeitenübertragen, keine räumliche Lage
Zeithétfőn – am MontagZeitpunkt, Frage mikor?
Themaa tervről beszél – spricht über den PlanVerb + „-ról/-ről”
Rektionbízik a tanárban – vertraut dem LehrerVerb + „-ban/-ben”
Rektionfél a kutyától – hat Angst vor dem HundVerb + „-tól/-től”

Die passende Frage richtet sich bei Rektion nach der Endung selbst: mi „was“ und ki „wer“ nehmen sie an.

Mire gondol Anna? – A családjára. – Woran denkt Anna? – An ihre Familie.

Mitől fél a gyerek? – A kutyától. – Wovor hat das Kind Angst? – Vor dem Hund.

Miről beszél Anna? – A levélről. – Worüber spricht Anna? – Über den Brief.

Kiben bízik Anna? – Péterben. – Wem vertraut Anna? – Péter.

Die Wörterbücher geben solche Verbindungen mit valami „etwas“ und valaki „jemand“ an: fél valamitől, gondol valamire, bízik valakiben. Die Form von valami zeigt, welche Endung das Verb verlangt.

Wortschatz

  • székre – auf den Stuhl
  • esik – fällt
  • terv – Plan
  • tervről – über den Plan
  • tanárban – (vertraut) dem Lehrer
  • mire? – woran? worauf?
  • mitől? – wovor? wovon?
  • miről? – worüber? wovon?
  • kiben? – wem? (vertrauen)
  • családjára – an seine/ihre Familie
  • Péterben – (vertraut) Péter
  • valami – etwas
  • valaki – jemand

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7.Das Wichtigste in Kürze

  • Die lokalen Endungen haben eine räumliche Grundbedeutung (alapjelentés) und übertragene Bedeutungen (átvitt jelentés): Zeit, Zustand, Thema.
  • Räumlich: a házban – im Haus; übertragen: bajban – in Schwierigkeiten.
  • Viele Verben verlangen eine feste Endung (vonzat): fél a kutyától – hat Angst vor dem Hund, beszél a levélről – spricht über den Brief.
  • hol?, hová?, honnan? nur bei echten Ortsangaben; sonst mikor? oder mi/ki mit der Endung: mire?, mitől?, miről?, kiben?
  • Die deutsche Präposition sagt nichts über die ungarische Endung: „-ról/-ről” ist nicht immer „von“, „-ban/-ben” nicht immer „in“, „-tól/-től” nicht immer „von“.

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Vertiefung

8.Institutionen und Ereignisse

Anna az egyetemen tanul. – Anna studiert an der Universität.

A család a piacon vásárol. – Die Familie kauft auf dem Markt ein.

Péter a koncertre megy. – Péter geht zum Konzert.

Eine Universität hat Gebäude, und Anna sitzt beim Studium meist darin. Trotzdem heißt es az egyetemen. Gemeint ist die Universität als Einrichtung, nicht als Bauwerk; der Sprachgebrauch hat dafür die Oberflächenreihe festgelegt. Der Markt kann eine Halle sein (vásárcsarnok), trotzdem kauft man a piacon ein.

Ereignisse wie Konzerte, Sitzungen und Hochzeiten stehen ebenfalls in der Oberflächenreihe, mit allen drei Richtungen:

Ereignis – Bedeutunghová?hol?honnan?
koncert – Konzertkoncertre – zum Konzertkoncerten – beim Konzertkoncertről – vom Konzert
értekezlet – Sitzungértekezletre – zur Sitzungértekezleten – in der Sitzungértekezletről – aus der Sitzung
esküvő – Hochzeitesküvőre – zur Hochzeitesküvőn – auf der Hochzeitesküvőről – von der Hochzeit
meccs – Spiel (Sport)meccsre – zum Spielmeccsen – beim Spielmeccsről – vom Spiel

Hier sind die Formen noch räumlich – man geht wirklich hin und kommt zurück –, nur die Reihe ist nicht aus der Gestalt des Ortes ableitbar. Das Deutsche schwankt ebenso („auf der Hochzeit“, „beim Konzert“, „in der Sitzung“). Welche Bezugswörter welche Reihe verlangen: (→ 4.5.8).

Wortschatz

  • egyetem – Universität
  • egyetemen – an der Universität
  • piac – Markt
  • piacon – auf dem Markt
  • vásárcsarnok {vásár·csarnok} – Markthalle
  • koncertre – zum Konzert
  • koncerten – beim Konzert
  • értekezlet – Sitzung, Besprechung
  • értekezleten – in der Sitzung
  • esküvő – Hochzeit
  • esküvőn – auf der Hochzeit
  • meccs – Spiel, Match
  • vásárol – kauft ein
  • tanul – lernt, studiert

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9.Thema und Einstellung: Verb und Endung als Einheit

Péter a tervről beszél. – Péter spricht über den Plan.

Anna a problémára gondol. – Anna denkt an das Problem.

Péter bízik a tervben. – Péter vertraut auf den Plan.

Anna bízik a barátjában. – Anna vertraut ihrem Freund.

Bei Verben des Denkens, Fühlens und Bewertens verteilt sich die Rektion über alle drei Reihen. Aus der Bedeutung des Verbs lässt sich die Endung selten vorhersagen; Verb und Endung bilden eine Einheit des Wortschatzes. Die folgende Auswahl zeigt, wie weit die deutschen Präpositionen und die ungarischen Endungen auseinanderliegen:

Verbindung – BedeutungBeispiel – Bedeutung
hisz valamiben – glauben anHisz a barátságban. – Er glaubt an die Freundschaft.
kételkedik valamiben – zweifeln anKételkedik a sikerben. – Er zweifelt am Erfolg.
emlékszik valamire – sich erinnern anEmlékszem a nyárra. – Ich erinnere mich an den Sommer.
vár valakire – warten aufPéter a buszra vár. – Péter wartet auf den Bus.
vigyáz valakire – aufpassen aufAnna vigyáz a gyerekre. – Anna passt auf das Kind auf.
büszke valakire – stolz aufAnna büszke a lányára. – Anna ist stolz auf ihre Tochter.
gondolkodik valamin – nachdenken überAnna a kérdésen gondolkodik. – Anna denkt über die Frage nach.
nevet valamin – lachen überMindenki a viccen nevet. – Alle lachen über den Witz.
dolgozik valamin – arbeiten anPéter egy új könyvön dolgozik. – Péter arbeitet an einem neuen Buch.
lemond valamiről – verzichten aufPéter lemond a cukorról. – Péter verzichtet auf Zucker.
áll valamiből – bestehen ausA lakás három szobából áll. – Die Wohnung besteht aus drei Zimmern.
él valamiből – leben vonPéter a fizetéséből él. – Péter lebt von seinem Gehalt.
ért valamihez – sich verstehen aufPéter ért a számítógéphez. – Péter versteht etwas von Computern.
hozzászokik valamihez – sich gewöhnen anHozzászokott a hideghez. – Er hat sich an die Kälte gewöhnt.

Das deutsche „an“ entspricht hier „-ban/-ben” (hisz), „-ra/-re” (emlékszik), „-n/-on/-en/-ön” (dolgozik) und „-hoz/-hez/-höz” (hozzászokik). Umgekehrt liegen andere Sprachen beim Glauben näher am Ungarischen als das Deutsche: englisch believe in, französisch croire en, spanisch creer en, russisch верить в.

Aus einer Rektion folgt keine Dreierreihe. Zu bízik valamiben gibt es kein *bízik valamibe oder *bízik valamiből, zu gondol valamire kein Gegenstück mit „-ról/-ről” in derselben Bedeutung. nevet valamin hat mit einer Oberfläche nichts zu tun. Die räumliche Ordnung aus Ort, Ziel und Herkunft gilt nur für den räumlichen Gebrauch.

Wortschatz

  • tervben – (vertraut) auf den Plan
  • probléma – Problem
  • problémára – an das Problem
  • barátjában – (vertraut) ihrem/seinem Freund
  • hisz – glaubt
  • barátságban – an die Freundschaft
  • kételkedik – zweifelt
  • emlékszik – erinnert sich
  • nyárra – an den Sommer
  • vár – wartet
  • vigyáz – passt auf
  • büszke – stolz
  • gondolkodik {gondolkodik} – denkt nach
  • nevet – lacht
  • vicc – Witz
  • lemond {le·mond} – verzichtet
  • áll – besteht; steht
  • fizetéséből – von seinem Gehalt
  • ért – versteht
  • hozzászokik {hozzá·szokik} – gewöhnt sich

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10.Gleiches Wort, anderes Verb

Anna a dobozból veszi ki a levelet. – Anna nimmt den Brief aus der Schachtel heraus.

Anna a levélből tudja meg a hírt. – Anna erfährt die Nachricht aus dem Brief.

A kép a székre esik. – Das Bild fällt auf den Stuhl.

A gyerek a dobozra néz. – Das Kind schaut auf die Schachtel.

Im ersten Satz kommt der Brief tatsächlich aus dem Inneren der Schachtel. Im zweiten bleibt der Brief, wo er ist; aus ihm stammt nur eine Information. Beim fallenden Bild trifft ein Gegenstand eine Fläche, beim schauenden Kind trifft nur der Blick. In beiden Paaren ändert der Wechsel des Verbs die Lesart derselben Endung.

Dieselbe Endung kann auch weit aus dem räumlichen Feld herausführen:

Endungräumlichübertragen
„-ból/-ből”a dobozból – aus der SchachtelFából van. – Es ist aus Holz. (Stoff)
„-ból/-ből”a házból – aus dem Hauskíváncsiságból – aus Neugier (Beweggrund)
„-tól/-től”a tanártól – vom LehrerReszket a hidegtől. – Er zittert vor Kälte. (Ursache)
„-nál/-nél”Annánál – bei AnnaPéter magasabb Annánál. – Péter ist größer als Anna. (Vergleich)
„-n/-on/-en/-ön”az asztalon – auf dem TischKinéz az ablakon. – Er schaut aus dem Fenster. (durch eine Öffnung)

Für eine Öffnung, durch die etwas hindurchgeht, steht „-n/-on/-en/-ön”: Az ajtón jön be. „Er kommt durch die Tür herein.“ Das Deutsche sagt „aus dem Fenster“ und „durch die Tür“, das Ungarische denkt an die Fläche des Fensters oder der Tür. Einzelheiten: (→ 4.6.7, 4.7.8, 4.8.9).

Wortschatz

  • doboz – Schachtel
  • dobozból – aus der Schachtel
  • dobozra – auf die Schachtel
  • levélből – aus dem Brief
  • megtud {meg·tud} – erfährt
  • hír – Nachricht
  • néz – schaut
  • fa – Holz; Baum
  • fából – aus Holz
  • kíváncsiság – Neugier
  • reszket – zittert
  • Annánál – bei Anna; als Anna
  • magasabb – größer, höher
  • ablakon – durch das Fenster
  • kinéz {ki·néz} – schaut hinaus
  • ajtón – durch die Tür

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11.Außerhalb der neun Felder

Péter örül a hírnek. – Péter freut sich über die Nachricht.

Anna a hírről beszél. – Anna spricht über die Nachricht.

Im Deutschen stehen beide Sätze mit „über“, im Ungarischen mit zwei verschiedenen Endungen. beszél verlangt das Thema auf „-ról/-ről”, eine Endung der Oberflächenreihe. örül „freut sich“ verlangt dagegen „-nak/-nek”, die Endung des Dativs (→ 4.4), die gar nicht zu den neun lokalen Endungen gehört. Rektion ist also nicht auf die Ortsendungen beschränkt; sie betrifft alle Kasus. Die vollständige Rektionslehre mit Verben, Adjektiven und Substantiven steht in (→ 4.15.4, 4.15.5, 4.15.6).

Die Ortsendungen bleiben trotzdem die größte Gruppe. Viele Sprachen drücken abstrakte Beziehungen räumlich aus – „über etwas sprechen“, „an etwas denken“, „vor etwas Angst haben“. Das Ungarische hat dafür statt Präpositionen eben die neun Endungen.

Wortschatz

  • örül – freut sich
  • hírnek – über die Nachricht (freuen)
  • hírről – über die Nachricht (sprechen)

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