2.8.6 Stämme mit mehreren Veränderungen
In wenigen Nomen treffen zwei Veränderungen zusammen: Kürzung und Ausfall (lélek → lelket), Ausfall und Lautumstellung (teher → terhet) oder ein Vokal am Wortende, der zu v wird (falu → falvak). Die Variante steht vor denselben Endungen wie bei den einfachen Typen.
1.Zwei Veränderungen in einem Wort
Ennek a falunak lelke van. – Dieses Dorf hat eine Seele.
Im Wörterbuch steht lélek „Seele“, im Satz lelke „seine Seele“. Zwei Vorgänge sind beteiligt: Das é der ersten Silbe ist kurz geworden (Kürzung (→ 2.8.3)), und das e der zweiten Silbe ist ausgefallen (Vokalausfall (→ 2.8.2)):
→lélek – Seele→lelke – seine Seele
Solche Wörter sind selten. Sie werden hier nicht „unregelmäßig“ genannt: Jeder der beiden Vorgänge kommt auch allein vor, hier treten sie nur zusammen auf.
| Grundform | Vorgänge | Objekt | Mehrzahl | „sein/ihr“ |
|---|---|---|---|---|
| lélek – Seele | Kürzung + Ausfall | lelket | lelkek | lelke |
| teher – Last | Ausfall + Lautumstellung | terhet | terhek | terhe |
| pehely – Flocke, Daune | Ausfall + Lautumstellung | pelyhet | pelyhek | pelyhe |
| kehely – Kelch | Ausfall + Lautumstellung | kelyhet | kelyhek | kelyhe |
| falu – Dorf | u → v (nur Mehrzahl) | falut | falvak | faluja |
| tetű – Laus | ű → v | tetvet | tetvek | – |
| daru – Kranich | u → v | darvat | darvak | – |
Wortschatz
- lélek – Seele
- lelke – seine/ihre Seele
- falu – Dorf
- falunak – dem Dorf
- teher – Last
- pehely – Flocke, Daune
- kehely – Kelch
- tetű – Laus
- daru – Kranich
- tőváltozat {tő·változat} – Stammvariante
- alapalak {alap·alak} – Grundform
2.Kürzung und Ausfall: lélek
Erika lelkes tanítónő volt. – Erika war eine begeisterte Lehrerin.
A faluban mindenki ismerte a lelkészt. – Im Dorf kannte jeder den Pfarrer.
Kálmán lélekben ma is a faluban él. – Im Geiste lebt Kálmán heute noch im Dorf.
Vor einer Endung, die mit einem Vokal beginnt, steht die Variante lelk-: im Plural, im Akkusativ, beim Besitzzeichen und bei den Ableitungssuffixen „-es” und „-i”:
lelket {lelk·ET} – Seele·(AKKUSATIV) lelkek {lelk·EK} – Seele·(MEHRZAHL)(Seelen) lelkem {lelk·EM} – Seele·MEIN(meine Seele) lelkes {lelkES} – Seele·VOLL(begeistert) lelki {lelkI} – Seele·ISCH(seelisch) lelkész {lelkÉSZ} – Seele·ER(Pfarrer)Vor einer Endung, die mit einem Konsonanten beginnt, bleibt die Grundform: lélekben „in der Seele; im Geiste“, lélekkel „mit der Seele“. Ebenso im Vorderglied einer Zusammensetzung: lélektan „Psychologie“, wörtlich „Seelenlehre“ – wie griech. psychologia aus psyche „Seele“ und logos „Lehre“.
lelkész ist vor allem der Pfarrer der evangelischen und reformierten Kirche; der katholische Priester heißt pap.
Wortschatz
- lélek – Seele
- lelket – die Seele (Objekt)
- lelkek – Seelen
- lelkem – meine Seele
- lélekben – im Geiste
- lélekkel – mit der Seele
- lelkes – begeistert
- lelki – seelisch
- lelkész – Pfarrer
- lelkészt – den Pfarrer
- lélektan {lélek·tan} – Psychologie
- pap – Priester
- tanítónő – Lehrerin
3.Ausfall und Lautumstellung: teher, pehely, kehely
Nagy terhet vett le a vállamról. – Er/Sie hat mir eine große Last von den Schultern genommen.
A nagymama egyedül cipelte a nehéz terhet. – Die Großmutter hat die schwere Last allein geschleppt.
Az udvaron nagy hópelyhek hullottak. – Im Hof fielen große Schneeflocken.
A templomban ezüst kelyhet őriznek. – In der Kirche wird ein silberner Kelch aufbewahrt.
In teher fällt vor einer Endung mit Vokal das zweite e aus. Danach stünden h und r in der Folge *tehr-; die beiden Laute tauschen den Platz, die Variante lautet terh-. Ebenso pehely → pelyh- und kehely → kelyh-:
| Grundform | 1. Ausfall | 2. Umstellung | Variante | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| teher – Last | *tehr- | h ↔ r | terh– | terhet |
| pehely – Flocke | *pehly- | h ↔ ly | pelyh– | pelyhek |
| kehely – Kelch | *kehly- | h ↔ ly | kelyh– | kelyhet |
Die Zwischenstufe mit Sternchen kommt nicht vor; sie zeigt nur den Gedanken.
Dieser Vorgang heißt Lautumstellung – hangátvetés – Metathese:
hangátvetés {hang·ÁTVETés} – Laut·HINÜBERWERFEN·ung(Lautumstellung)átvet „hinüberwerfen“ besteht aus át „hinüber“ und vet „werfen“. Griech. metathesis bedeutet „Umstellung“, aus meta „um-, nach“ und thesis „Setzung“. Die Lautumstellung ist keine Angleichung (hasonulás, → 2.7): Kein Laut wird dem anderen ähnlich, zwei Laute tauschen nur den Platz.
Auch die Geschichte anderer Sprachen kennt diesen Vorgang: dt. „Born“ neben „Brunnen“, engl. bird aus altengl. bridd, span. milagro „Wunder“ aus lat. miraculum.
Vor einer Endung mit Konsonant bleibt die Grundform: teherben, kehelyben.
Wortschatz
- teher – Last
- terhet – die Last (Objekt)
- terhek – Lasten
- terhe – seine/ihre Last
- teherben – in der Last
- pehely – Flocke, Daune
- pelyhek – Flocken, Daunen
- hópehely {hó·pehely} – Schneeflocke
- hópelyhek – Schneeflocken
- kehely – Kelch
- kelyhet – den Kelch
- ezüst – Silber; silbern
- vállamról – von meiner Schulter
- cipel – schleppen
- hull – fallen (Schnee, Blätter)
- hangátvetés {hang·átvetés} – Lautumstellung
- hasonulás – Angleichung
4.Ein Vokal wird zu v: falu
Kálmán soha nem felejti el a falut, ahol felnőtt. – Kálmán vergisst nie das Dorf, in dem er aufgewachsen ist.
A környező falvakban is volt iskola. – Auch in den umliegenden Dörfern gab es eine Schule.
A falusi gyerekek mezítláb jártak. – Die Dorfkinder liefen barfuß.
Nyáron falun töltöttük a szünidőt. – Im Sommer haben wir die Ferien auf dem Land verbracht.
Bei falu „Dorf“ wird das u nur im Plural zu v; dazu tritt der Bindevokal a:
→falu – Dorf→falvak – Dörfer→falvakban – in den Dörfern
Daneben ist der regelmäßige Plural faluk ebenfalls richtig. Alle übrigen Formen haben die Grundform:
falut {falu·T} – Dorf·(AKKUSATIV) faluja {falu·JA} – Dorf·SEIN(sein/ihr Dorf) faluban {falu·BAN} – Dorf·IN(im Dorf) falun {falu·N} – Dorf·AUF(auf dem Land) falusi {faluSI} – Dorf·LICH(dörflich, Dorf-)Anders als bei ló → lovat, lovak (→ 2.8.5) verrät der Akkusativ falut also nicht den Plural falvak. Bei falu muss man die Pluralform eigens kennen.
Wortschatz
- falu – Dorf
- falut – das Dorf (Objekt)
- falvak – Dörfer
- faluk – Dörfer
- falvakban – in den Dörfern
- faluja – sein/ihr Dorf
- faluban – im Dorf
- falun – auf dem Land
- falusi – dörflich
- környező – umliegend
- iskola – Schule
- mezítláb – barfuß
- szünidő {szün·idő} – Ferien
- felnő – aufwachsen
5.Ebenso: tetű, daru, odú
A gyerekek tetveket hoztak haza az iskolából. – Die Kinder haben Läuse aus der Schule mitgebracht.
Őszszel a darvak délre repülnek. – Im Herbst fliegen die Kraniche nach Süden.
Az odvas fában bagoly lakott. – Im hohlen Baum wohnte eine Eule.
Auch hier wird der Vokal am Wortende zu v, und die Endung folgt mit Bindevokal:
→tetű – Laus→tetvek – Läuse
→daru – Kranich→darvak – Kraniche
→odú – Baumhöhle→odvas – hohl
Anders als bei falu steht die v-Form bei tetű und daru „Kranich“ auch im Akkusativ: tetvet, darvat. Von tetű ist außerdem tetves „verlaust“ gebildet.
Wortschatz
- tetű – Laus
- tetvek – Läuse
- tetveket – Läuse (Objekt)
- tetves – verlaust
- daru – Kranich
- darvak – Kraniche
- darvat – den Kranich
- odú – Baumhöhle
- odvas – hohl
- fa – Baum
- bagoly – Eule
- ősz – Herbst
- őszszel – im Herbst
- délre – nach Süden
6.Zusammensetzungen und Ableitungen
Egy teherautó hozta a fát. – Ein Lastwagen hat das Holz gebracht.
Esnek a hópelyhek. – Es fallen Schneeflocken.
In einer Zusammensetzung (összetétel) verändert sich nur das letzte Glied, und auch das nur vor seinen eigenen Endungen. Das Vorderglied steht in der Grundform:
teherautó {teher·AUTÓ} – Last·AUTO(Lastwagen) lélektan {lélek·TAN} – Seele·LEHRE(Psychologie) hópehely {hó·PEHELY} – Schnee·FLOCKE(Schneeflocke)→hópehely – Schneeflocke→hópelyhek – Schneeflocken
Ableitungen mit Suffix übernehmen dagegen die Variante; sie sind feste Wörter mit eigener Bedeutung:
| Grundwort | Ableitung |
|---|---|
| lélek – Seele | lelkes – begeistert |
| lélek – Seele | lelki – seelisch |
| lélek – Seele | lelkész – Pfarrer |
| teher – Last | terhes – schwanger; lästig |
| teher – Last | terhel – belasten |
| tetű – Laus | tetves – verlaust |
| odú – Baumhöhle | odvas – hohl |
Wortschatz
- összetétel {össze·tétel} – Zusammensetzung
- teherautó {teher·autó} – Lastwagen
- lélektan {lélek·tan} – Psychologie
- hópehely {hó·pehely} – Schneeflocke
- hópelyhek – Schneeflocken
- lelkes – begeistert
- terhes – schwanger; lästig
- terhel – belasten
- tetves – verlaust
- odvas – hohl
- fat – Holz (Objekt)
7.Häufige Fehlformen
Typische Fehler entstehen, wenn nur einer der beiden Vorgänge ausgeführt wird oder die v-Form an der falschen Stelle steht:
lelket, nicht *lélket: Die Kürzung fehlt.
lélekben, nicht *lelekben: Vor Konsonant bleibt die Grundform.
terhet, nicht *teheret oder *tehret: Ausfall und Umstellung gehören zusammen.
pelyhek, nicht *pehelyek.
falut, nicht *falvat: Der Akkusativ hat kein v.
Richtig sind dagegen falvakban „in den Dörfern“ (Plural + „-ban”) und faluban „im Dorf“; eine Form *falvban gibt es nicht.
Wortschatz
- lelket – die Seele (Objekt)
- lélekben – im Geiste
- terhet – die Last (Objekt)
- pelyhek – Flocken
- falut – das Dorf (Objekt)
- falvakban – in den Dörfern
- faluban – im Dorf
8.Das Wichtigste in Kürze
- Kürzung + Ausfall: lélek → lelket, lelke, lelkes.
- Ausfall + Lautumstellung (hangátvetés): teher → terhet, pehely → pelyhek, kehely → kelyhet.
- falu: falut, faluja, faluban, falun, falusi – aber falvak (auch faluk).
- tetű → tetvek, daru „Kranich“ → darvak, odú → odvas.
- Vor Endungen mit Konsonant und als Vorderglied: Grundform (lélekben, teherautó).
Vertiefung
9.Doppelformen
A megye falvai közül ez a legszebb. – Von den Dörfern des Komitats ist dieses das schönste.
Bei falu und tetű stehen neben den v-Formen regelmäßig gebildete Formen ohne v. Beide sind richtig (Doppelform – párhuzamos alak):
| Form | ohne v | mit v |
|---|---|---|
| Akkusativ | falut | – |
| Plural | faluk | falvak |
| „sein/ihr“ | faluja | (falva: nur in Ortsnamen) |
| „mein“ | falum | – |
| „seine/ihre Dörfer“ | falui | falvai |
| „meine Dörfer“ | faluim | falvaim |
| „-ban”, „-n”, „-si” | faluban, falun, falusi | – |
Ebenso tetű: Plural tetvek oder tetűk, Akkusativ tetvet oder tetűt. Bei odú ist der Plural odúk üblich, daneben kommt odvak vor.
Zum Besitzplural (falvai, falui): → 6.4.
Wortschatz
- falvai – seine/ihre Dörfer
- falui – seine/ihre Dörfer
- falvaim – meine Dörfer
- falum – mein Dorf
- tetűk – Läuse
- tetűt – die Laus (Objekt)
- tetvet – die Laus (Objekt)
- odúk – Baumhöhlen
- megye – Komitat
- legszebb – am schönsten
- párhuzamosalak {párhuzamos·alak} – Doppelform
10.terhes, terhel, megterhelő
Erika terhes volt a harmadik gyermekével. – Erika war mit ihrem dritten Kind schwanger.
Ez a munka nagyon megterhelő. – Diese Arbeit ist sehr belastend.
terhes bedeutet wörtlich „mit Last versehen“. Von einer Frau gesagt heißt es „schwanger“; sonst „lästig, beschwerlich“: terhes kötelesség „lästige Pflicht“. Ebenso ist lat. gravida „schwanger“ von gravis „schwer“ gebildet.
→teher – Last→terhel – belasten→megterhelő – belastend
teher gilt als Lehnwort aus dem Bairischen, verwandt mit dt. „Tracht“ und „tragen“; die genaue Herleitung ist unsicher.
Wortschatz
- terhes – schwanger; lästig
- terhel – belasten
- megterhelő – belastend
- teherautó {teher·autó} – Lastwagen
- teherhajó {teher·hajó} – Frachtschiff
- kötelesség – Pflicht
- munka – Arbeit
- harmadik – dritter
- gyermekével – mit ihrem Kind
11.pehely und kehely genauer
Pehelypárnán aludtam. – Ich habe auf einem Daunenkissen geschlafen.
Könnyű, mint a pehely. – Leicht wie eine Daune.
pehely bedeutet „Flaum, Daune“ und „Flocke“. Als Vorderglied steht es unverändert, nur das letzte Glied erhält Endungen:
pehelypárna {pehely·PÁRNA} – Daune·KISSEN(Daunenkissen) pehelysúly {pehely·SÚLY} – Flaum·GEWICHT(Federgewicht) zabpehely {zab·PEHELY} – Hafer·FLOCKE(Haferflocken)Das Wort ist von mundartlich pih „Flaum“ mit dem Verkleinerungssuffix „-ly” gebildet; die ältere Form lautete pehel. pih gilt als lautmalend: Es ahmt das leise Ausatmen nach.
kehely „Kelch“ wird in der Kirche und beim Wein gebraucht: kelyhet, kelyhek, kelyhe. Es kam aus dem Slawischen oder aus dt. „Kelch“; beide gehen auf lat. calix zurück, von dem auch engl. chalice und frz. calice stammen.
Wortschatz
- pehely – Flaum, Flocke
- pehelypárna {pehely·párna} – Daunenkissen
- pehelypárnán – auf dem Daunenkissen
- pehelysúly {pehely·súly} – Federgewicht
- zabpehely {zab·pehely} – Haferflocken
- könnyű – leicht
- kehely – Kelch
- kelyhek – Kelche
- kelyhe – sein Kelch
- templom – Kirche
12.falu und die alte Besitzform -falva
Nagyapám faluja a Tisza mellett van. – Das Dorf meines Großvaters liegt an der Theiß.
A Sándorfalva név azt jelenti: Sándor faluja. – Der Name Sándorfalva bedeutet „Sándors Dorf“.
Heute heißt „sein/ihr Dorf“ faluja. In Ortsnamen ist die alte Besitzform mit v erhalten: Sándorfalva, eine Stadt bei Szeged, bedeutet wörtlich „Sándors Dorf“.
Sándorfalva {Sándor·FALV·a} – Sándor·DORF·sein(Sándors Dorf)falun „auf dem Land“ ist eine feste Ortsangabe ohne Artikel (→ 4.7); a faluban meint dagegen ein bestimmtes Dorf.
Wortschatz
- faluja – sein/ihr Dorf
- Sándorfalva {Sándor·falv·a} – Sándorfalva (Ort)
- falun – auf dem Land
- a faluban – im Dorf
- nagyapa – Großvater
- nagyapám – mein Großvater
- Tisza – Theiß
- mellett – neben, an
13.daru: Kranich oder Kran?
A daruk egész nap dolgoztak az építkezésen. – Die Kräne haben den ganzen Tag auf der Baustelle gearbeitet.
Őszszel a darvak délre repülnek. – Im Herbst fliegen die Kraniche nach Süden.
Dasselbe Wort hat zwei Bedeutungen und je nach Bedeutung zwei Pluralformen:
→daru – Kranich→darvak – Kraniche
→daru – Kran→daruk – Kräne
Die Bedeutung „Kran“ ist jünger und bildet ihre Formen regelmäßig: darut, daruja. Die Übertragung vom langhalsigen Vogel auf die Hebemaschine ist auch in anderen Sprachen geschehen: dt. „Kran“ zu „Kranich“, engl. crane für beides, frz. grue für beides, aus lat. grus „Kranich“.
Wortschatz
- daru – Kranich; Kran
- darvak – Kraniche
- daruk – Kräne
- darut – den Kran
- darvat – den Kranich
- építkezés {építkezés} – Baustelle
- építkezésen – auf der Baustelle
- dolgoztak – sie arbeiteten
14.lélek in Wendungen
Lelkem, gyere ide! – Mein Liebes, komm her!
Kálmán a lelke mélyén boldog volt. – Im Grunde seines Herzens war Kálmán glücklich.
lelkem „meine Seele“ ist ein altmodisches Kosewort. a lelke mélyén heißt wörtlich „in der Tiefe seiner Seele“. Mit lelki „seelisch“ ist lelkiismeret „Gewissen“ zusammengesetzt:
lelkiismeret {lelkI·ismeret} – Seele·ISCH·Kenntnis(Gewissen)Das entspricht lat. conscientia „Mitwissen“, aus dem frz. conscience und engl. conscience stammen.
lélek gehört zu lélegzik „atmen“; die Grundbedeutung war „Atem“. Ebenso ist lat. spiritus mit spirare „atmen“ verwandt und russ. душа „Seele“ mit дышать „atmen“.
Wortschatz
- lelkem – meine Seele; mein Liebes
- a lelke mélyén – im Grunde seines Herzens
- mély – tief
- boldog – glücklich
- lelki – seelisch
- lelkiismeret {lelki·ismeret} – Gewissen
- lélegzik – atmen
15.Drei Formen eines Wortes
Szavát adta, hogy hazajön. – Er gab sein Wort, dass er nach Hause kommt.
Bei einigen Wörtern stehen Grundform und Variante je nach Endung nebeneinander; Akkusativ und Plural folgen dabei nicht immer demselben Stamm (→ 2.8.3, 2.8.5):
| Wort | Grundform vor | Variante vor | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| szó – Wort | szót, szóval, szóban | szavak, szava, szavaz | Akkusativ ohne v |
| út – Weg | úton, útja, úti | utat, utak, utam, utas | útja mit langem ú |
| falu – Dorf | falut, faluja, faluban, falusi | falvak, falvai | v nur im Plural |
Bei diesen Wörtern reicht ein Paar aus Grundform und Akkusativ nicht aus; die Kennformen im Wörterbuch: → 2.8.9.
Wortschatz
- szó – Wort
- szavát – sein Wort (Objekt)
- szavaz – abstimmen
- út – Weg
- utat – den Weg
- utas – Fahrgast
- úti – Reise-
- hazajön – nach Hause kommen
16.Ein Blick in die Sprachgeschichte
Die doppelten Veränderungen gelten als Reste älterer Lautformen. Bei falu ist ein früheres v im Stamm heute nur noch in falvak, falvai und in Ortsnamen auf „-falva” sichtbar. Bei pehely zeigt die ältere Form pehel, dass das Wortende sich gewandelt hat, während die Variante pelyh- blieb. Das sind Erklärungsversuche; im heutigen Ungarisch sind die Varianten an einzelne Wörter gebunden und werden nicht auf neue Wörter übertragen (Übersicht aller Stammvarianten: → 2.8.7).
Wortschatz
- falvak – Dörfer
- falvai – seine Dörfer
- pehely – Flaum, Flocke
- pelyhek – Flocken
- tőváltozat {tő·változat} – Stammvariante
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