6.9.7 Besitzkonstruktionen mit reflexiver Bedeutung

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6.9.7 Besitzkonstruktionen mit reflexiver Bedeutung

Ein Possessivsuffix am Körperteil ist rückbezüglich, wenn es dieselbe Person bezeichnet wie das Subjekt: Megmosom a kezem. – Ich wasche mir die Hände. Ein eigenes Wort für „sich“ steht dabei nicht. In der 3. Person bleibt offen, ob der eigene oder ein fremder Körperteil gemeint ist; Klarheit schaffen der Zusammenhang, ein Name oder saját „eigen“.

1.Gleiche Person: rückbezüglich

Megtörlöm a kezem. – Ich trockne mir die Hände ab.

Megfésülöd a hajad. – Du kämmst dir die Haare.

Megmossuk az arcunkat. – Wir waschen uns das Gesicht.

Levágjátok a körmötöket? – Schneidet ihr euch die Nägel?

Megharaptam a nyelvemet. – Ich habe mir auf die Zunge gebissen.

In allen fünf Sätzen nennt die Personalendung des Verbs und das Possessivsuffix am Körperteil dieselbe Person: megtörlöm und kezem, megmossuk und arcunkat. Diese Übereinstimmung macht den Satz rückbezüglich. Das Deutsche braucht dafür das Reflexivpronomen im Dativ („mir“, „dir“, „uns“, „euch“, „sich“) (→ 6.9.5).

Weichen die beiden Personen voneinander ab, gehört der Körperteil einer anderen Person:

SatzVerbKörperteilDeutsch
Megmosom a kezem.1. Sg.1. Sg.Ich wasche mir die Hände.
Megmosom a kezed.1. Sg.2. Sg.Ich wasche dir die Hände.
Megmosod a kezed.2. Sg.2. Sg.Du wäschst dir die Hände.
Megmosod a kezem.2. Sg.1. Sg.Du wäschst mir die Hände.
Megmossuk a kezünket.1. Pl.1. Pl.Wir waschen uns die Hände.
Megmossuk a kezeteket.1. Pl.2. Pl.Wir waschen euch die Hände.

In der 1. und 2. Person ist der Bezug damit immer eindeutig. Das Verb steht in der bestimmten Konjugation, weil ein Körperteil mit Possessivsuffix ein bestimmtes Objekt ist (→ 10.4).

Wortschatz

  • megtöröl – abtrocknen, abwischen
  • kezem – meine Hand, meine Hände
  • megfésül – kämmen
  • haj – Haar
  • hajad – dein Haar
  • arc – Gesicht
  • arcunkat – unser Gesicht (Akkusativ)
  • köröm – Nagel (Finger-, Zehennagel)
  • körmötöket – eure Nägel (Akkusativ)
  • levág – abschneiden
  • megharap – beißen
  • nyelvemet – meine Zunge (Akkusativ)

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2.Dritte Person: eigene oder fremde Hand?

Anna megmossa a kezét. – Anna wäscht sich die Hände. / Anna wäscht ihm (ihr) die Hände.

Anna hazaér, és megmossa a kezét. – Anna kommt nach Hause und wäscht sich die Hände.

A kisfiú sáros. Anna megmossa a kezét. – Der kleine Junge ist schmutzig. Anna wäscht ihm die Hände.

Anna megmossa a kisfiú kezét. – Anna wäscht dem kleinen Jungen die Hände.

Ist das Subjekt eine 3. Person, so ist es auch der Besitzer: megmossa und kezét zeigen beide die 3. Person Singular. Ob Anna ihre eigenen Hände wäscht oder die einer anderen Person, verrät die Form nicht. Das Deutsche unterscheidet hier genauer: „sich“ für die eigenen, „ihm“ oder „ihr“ für fremde Hände.

Ohne weitere Person im Zusammenhang wird der Satz rückbezüglich verstanden. Ist von einer anderen Person die Rede, kann sich die Besitzform auf sie beziehen. Am sichersten ist es, den fremden Besitzer zu nennen: a kisfiú kezét.

Bei mehreren Handelnden zeigt die Endung „-uk”/„-ük”, dass jeder seinen eigenen Körperteil meint; die Singularform verweist gewöhnlich auf eine andere Person:

A gyerekek megmossák a kezüket. – Die Kinder waschen sich die Hände.

A gyerekek felemelik a kezüket. – Die Kinder heben die Hand.

Wortschatz

  • megmos – waschen
  • megmossa – er/sie wäscht (bestimmte Konjugation)
  • kezét – seine Hand, ihre Hand (Akkusativ)
  • kezüket – ihre Hand (mehrere Besitzer, Akkusativ)
  • hazaér – nach Hause kommen
  • kisfiú – kleiner Junge
  • a kisfiú kezét – die Hand des kleinen Jungen
  • sáros – schmutzig, schlammig
  • felemel – heben, hochheben

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3.Angehörige und eigene Sachen

Péter felhívja az anyját. – Péter ruft seine Mutter an.

Éva otthon felejtette a kulcsát. – Éva hat ihren Schlüssel zu Hause vergessen.

Gábor meglátogatja az öccsét. – Gábor besucht seinen jüngeren Bruder.

Maga mellé tette a táskáját. – Sie stellte ihre Tasche neben sich.

Auch Angehörige und eigene Gegenstände des Subjekts tragen das Possessivsuffix. Hier hat das Deutsche kein rückbezügliches Wort: „seine Mutter“ heißt es, gleich ob Péters Mutter gemeint ist oder die eines anderen Mannes. Die Mehrdeutigkeit ist in beiden Sprachen dieselbe:

Péter és Gábor beszélget. Péter felhívja az anyját. – Péter und Gábor unterhalten sich. Péter ruft seine Mutter an.

Gemeint ist meist Péters eigene Mutter, möglich ist auch die von Gábor. Verwandtschaftswörter stehen dabei fast immer mit Possessivsuffix (→ 6.9.4); ein bloßes az anyát „die Mutter“ meint die Mutter einer anderen, aus dem Zusammenhang bekannten Person.

Wortschatz

  • felhív – anrufen
  • anyja – seine Mutter, ihre Mutter
  • anyját – seine Mutter (Akkusativ)
  • otthon – zu Hause
  • felejt – vergessen
  • kulcsát – seinen Schlüssel (Akkusativ)
  • meglátogat – besuchen
  • öcs – jüngerer Bruder
  • öccsét – seinen jüngeren Bruder (Akkusativ)
  • táskáját – ihre Tasche (Akkusativ)
  • maga mellé – neben sich

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4.Ganzer Körper oder Körperteil

Péter megmosakszik. – Péter wäscht sich.

Péter megmossa az arcát. – Péter wäscht sich das Gesicht.

Anna fésülködik. – Anna kämmt sich.

Anna fésüli a haját. – Anna kämmt sich die Haare.

Megvágtam magam. – Ich habe mich geschnitten.

Megvágtam az ujjamat. – Ich habe mir in den Finger geschnitten.

Das Deutsche sagt in beiden Fällen „sich“: im Akkusativ, wenn die ganze Person betroffen ist („er wäscht sich“), im Dativ beim Körperteil („er wäscht sich das Gesicht“). Das Ungarische trennt die beiden Fälle schärfer:

BetroffenUngarischDeutsch
ganze Personmegmosaksziksich waschen
ganze Personmegmossa magátsich waschen
Körperteilmegmossa a kezétsich die Hände waschen
ganze Personfésülködiksich kämmen
Körperteilfésüli a hajátsich die Haare kämmen

Für die ganze Person steht ein rückbezügliches Verb auf „-kodik”/„-kedik”/„-ködik” oder „-kozik”/„-kezik”/„-közik” (→ 11.10) oder das Reflexivpronomen magát, magam (→ 7.4.4). Für den Körperteil genügt das Possessivsuffix; ein zusätzliches Reflexivpronomen steht nicht.

Wortschatz

  • megmosakszik – sich waschen
  • mosakodik – sich waschen
  • fésülködik – sich kämmen
  • fésül – kämmen
  • arcát – sein Gesicht (Akkusativ)
  • haját – ihr Haar (Akkusativ)
  • megvág – schneiden
  • magam – mich, mich selbst
  • magát – sich, sich selbst
  • ujj – Finger
  • ujjamat – meinen Finger (Akkusativ)

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5.Das Wichtigste in Kürze

  • Nennen Verbendung und Possessivsuffix dieselbe Person, ist der Satz rückbezüglich: Megmosom a kezem. – Ich wasche mir die Hände.
  • Ein Wort für „sich“ steht beim Körperteil nicht; das Possessivsuffix übernimmt seine Aufgabe.
  • In der 1. und 2. Person ist der Bezug immer eindeutig, in der 3. Person nicht: megmossa a kezét = „wäscht sich die Hände“ oder „wäscht ihm die Hände“.
  • Ein fremder Besitzer wird am sichersten mit Namen genannt: a kisfiú kezét.
  • Ganze Person: megmosakszik, megmossa magát; Körperteil: megmossa a kezét.

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Vertiefung

6.Eindeutig machen: saját und der Name

Anna megmossa a saját kezét. – Anna wäscht ihre eigenen Hände.

Péter felhívja a saját anyját. – Péter ruft seine eigene Mutter an.

Péter felhívja Gábor anyját. – Péter ruft Gábors Mutter an.

Mindenki a saját gyerekét félti. – Jeder sorgt sich um sein eigenes Kind.

saját „eigen“ legt fest, dass der Besitzer das Subjekt ist; es steht zwischen Artikel und Besitzwort und lässt das Possessivsuffix unverändert (→ 6.3.8, 7.4.6). Der Name des anderen Besitzers legt das Gegenteil fest. Die Besitzform allein, az anyját, bleibt offen.

Gewöhnlich ist saját nur nötig, wenn eine zweite Person im Zusammenhang steht oder der Gegensatz betont wird. Ein Satz wie Anna megmossa a saját kezét ohne einen solchen Anlass klingt nachdrücklich: Sie wäscht ihre eigenen Hände, nicht die eines anderen.

Wortschatz

  • saját – eigen
  • a saját kezét – ihre eigene Hand (Akkusativ)
  • a saját anyját – seine eigene Mutter (Akkusativ)
  • Gábor anyja – Gábors Mutter
  • mindenki – jeder, alle
  • gyerekét – sein Kind (Akkusativ)
  • félt – sich sorgen um, fürchten um

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7.a magam részéről: maga als Besitzer

A magam részéről nem bánom. – Meinerseits habe ich nichts dagegen.

A magunk részéről mindent megtettünk. – Unsererseits haben wir alles getan.

Mindenki a maga módján ünnepel. – Jeder feiert auf seine Weise.

A magad ura vagy. – Du bist dein eigener Herr.

Mindenki a maga háza előtt seperjen. – Jeder kehre vor seiner eigenen Tür.

Neben saját kann auch das Reflexivpronomen selbst den Besitzer bezeichnen: a magam, a magad, a maga, a magunk, a magatok, a maguk. Es verhält sich dabei wie ein Substantiv als Besitzer (Péter háza): Das Besitzwort steht in der Form der 3. Person Singular, gleich welche Person gemeint ist. Bei saját trägt dagegen das Besitzwort die Person:

sajátmagaDeutsch
a saját házama magam házamein eigenes Haus
a saját házada magad házadein eigenes Haus
a saját házaa maga házasein (ihr) eigenes Haus
a saját házunka magunk házaunser eigenes Haus
a saját házatoka magatok házaeuer eigenes Haus
a saját házuka maguk házaihr eigenes Haus

In älterer Sprache und in Mundarten tragen beide Teile das Suffix derselben Person: a magam gyermekem, a magad gyermeked; die Standardsprache sagt a magam gyermeke. Feste Wendungen mit a maga sind zahlreich: a maga módján „auf seine Weise“, a maga nevében „in seinem eigenen Namen“, a maga lábán jár „steht auf eigenen Füßen“, wörtlich „geht auf seinem eigenen Fuß“.

Das bekannteste Beispiel ist das Sprichwort Mindenki a maga szerencséjének kovácsa „Jeder ist seines Glückes Schmied“, die Übersetzung des lateinischen Faber est suae quisque fortunae, das Appius Claudius Caecus zugeschrieben wird; auch das Lateinische steht hier mit dem rückbezüglichen Possessivpronomen suae. Frigyes Karinthy fügte dem Satz hinzu: „Kivéve Kovács Gyulát“ – außer Gyula Kovács (kovács „Schmied“ ist einer der häufigsten ungarischen Familiennamen). Gottfried Kellers Novelle „Der Schmied seines Glückes“ erschien ungarisch als A maga szerencséjének kovácsa.

szerencséjének {szerencsé·JÉ·nek} – Glück·SEIN·(DATIV)(seines Glückes)

Wortschatz

  • rész – Teil
  • a magam részéről – meinerseits
  • a magunk részéről – unsererseits
  • mód – Art, Weise
  • a maga módján – auf seine Weise
  • úr – Herr
  • a magad ura – dein eigener Herr
  • a maga háza – sein eigenes Haus
  • seper – kehren, fegen
  • szerencse – Glück
  • kovács – Schmied
  • nem bánom – ich habe nichts dagegen

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8.maga: ursprünglich „sein Körper“

maga {mag·A} – Körper·SEIN(er selbst, sich) magam {mag·AM} – Körper·MEIN(ich selbst, mich)

Das Reflexivpronomen ist selbst eine Besitzkonstruktion. maga gilt als Possessivform der 3. Person Singular eines Wortes mag in der Bedeutung „Körper“; diese Bedeutung ist im Ungarischen nicht mehr belegt, wohl aber in verwandten Sprachen. Ursprünglich hieß megmossa magát also „er wäscht seinen Körper“ – nach demselben Muster wie megmossa a kezét „er wäscht seine Hand“.

Daher folgen die Formen des Reflexivpronomens den Possessivsuffixen (→ 7.4.2, 7.4.3):

Formursprünglichheute
magammein Körperich selbst, mich
magaddein Körperdu selbst, dich
magasein Körperer selbst, sich
magunkunser Körperwir selbst, uns
magatokeuer Körperihr selbst, euch
magukihr Körpersie selbst, sich

Auch beim Akkusativ verhält sich magam wie ein Besitzwort: Nach dem Suffix der 1. und 2. Person Singular kann das „-t” fehlen, megvágtam magam wie megmosom a kezem; daneben stehen magamat und a kezemet.

Ein Wort für „Körper“ als Grundlage für Pronomen kennt auch das Englische: somebody, nobody, everybody „jemand, niemand, jeder“.

Wortschatz

  • maga – er selbst, sich
  • magam – ich selbst, mich
  • magamat – mich (Akkusativ)
  • magad – du selbst, dich
  • magunk – wir selbst, uns
  • magatok – ihr selbst, euch
  • maguk – sie selbst, sich
  • megmossa magát – er wäscht sich

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9.magának oder Possessivsuffix

Vett magának egy kabátot. – Er hat sich einen Mantel gekauft.

Felvette a kabátját. – Er hat sich den Mantel angezogen.

Főztem magamnak egy kávét. – Ich habe mir einen Kaffee gekocht.

Megittam a kávémat. – Ich habe meinen Kaffee getrunken.

Anna megtartotta magának a legszebb képet. – Anna behielt das schönste Bild für sich.

Das deutsche „sich“ im Dativ hat zwei Aufgaben. Es zeigt, wem ein Körperteil oder ein Gegenstand schon gehört (felvette a kabátját), oder für wen etwas geschieht (vett magának egy kabátot). Die zweite Art heißt in der lateinischen Grammatik dativus commodi, „Dativ des Vorteils“.

Das Ungarische trennt beides: Für den vorhandenen Besitz steht das Possessivsuffix, für den Nutznießer der Dativ des Reflexivpronomens, magamnak, magadnak, magának (→ 7.4). Ein Gegenstand, der erst erworben oder hergestellt wird, trägt kein Possessivsuffix: egy kabátot, nicht a kabátját.

Wortschatz

  • vesz – kaufen, nehmen
  • vett – er hat gekauft
  • magának – sich, für sich
  • magamnak – mir, für mich
  • kabát – Mantel
  • kabátját – seinen Mantel (Akkusativ)
  • felvesz – anziehen
  • főz – kochen
  • kávémat – meinen Kaffee (Akkusativ)
  • megtart – behalten

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10.Feste Wendungen

Sokat törte a fejét a feladaton. – Er hat sich lange den Kopf über die Aufgabe zerbrochen.

Verd ki a fejedből ezt a tervet! – Schlag dir diesen Plan aus dem Kopf!

Beverte a fejét a polcba. – Er hat sich den Kopf am Regal angeschlagen.

Mossa a kezét. – Er wäscht seine Hände in Unschuld.

Auch in festen Wendungen entspricht dem deutschen „sich“ oder „dir“ das Possessivsuffix am Körperteil. töri a fejét heißt wörtlich „bricht seinen Kopf“, kiveri a fejéből „schlägt es aus seinem Kopf“.

mossa a kezét „seine Hände in Unschuld waschen, die Verantwortung von sich weisen“ erinnert an Pilatus, der sich vor dem Volk die Hände wusch (Mt 27,24; in der Vulgata lavit manus). Die deutsche Wendung verbindet dieses Bild mit Psalm 26,6: „Ich wasche meine Hände in Unschuld.“ Ohne übertragene Bedeutung heißt dasselbe kezet mos oder megmossa a kezét.

Wortschatz

  • tör – brechen
  • fej – Kopf
  • fejét – seinen Kopf (Akkusativ)
  • töri a fejét – sich den Kopf zerbrechen
  • kiver – herausschlagen
  • fejedből – aus deinem Kopf
  • bever – anschlagen, einschlagen
  • polc – Regal
  • feladat – Aufgabe
  • mossa a kezét – seine Hände in Unschuld waschen

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11.Sprachvergleich: eigene oder fremde Hände

Spracheeigene Händefremde Hände
UngarischMegmossa a kezét.Megmossa a kezét.
DeutschEr wäscht sich die Hände.Er wäscht ihm die Hände.
EnglischHe washes his hands.He washes his hands.
FranzösischIl se lave les mains.Il lui lave les mains.
SpanischSe lava las manos.Le lava las manos.
RussischОн моет руки. (On mojet ruki.)Он моет ему руки. (On mojet emu ruki.)
LateinManus suas lavat.Manus eius lavat.

Das Ungarische und das Englische setzen das Possessivwort und lassen in der 3. Person offen, wessen Hände gewaschen werden. Deutsch, Französisch und Spanisch unterscheiden mit dem Pronomen im Dativ: rückbezüglich „sich“, se, se gegenüber „ihm“, lui, le. Das Russische nennt bei den eigenen Händen meist überhaupt keinen Besitzer, bei fremden den Dativ ему „ihm“. Das Lateinische unterscheidet mit dem rückbezüglichen suus und dem nicht rückbezüglichen eius (→ 6.3.8).

In der 1. und 2. Person sind alle diese Sprachen eindeutig, weil Besitzer und Subjekt an der Person zu erkennen sind: Megmosom a kezem – I wash my hands – Je me lave les mains.

Wortschatz

  • megmos – waschen
  • kezét – seine Hand (Akkusativ)
  • kezem – meine Hand
  • kezed – deine Hand
  • kezet mos – sich die Hände waschen
  • saját – eigen

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