5.9.2 Räumliche Endungen und räumliche Postpositionen
Räumliche Kasusendungen und räumliche Postpositionen teilen den Raum verschieden auf. Die Endungen unterscheiden drei Bezugsräume: Innenraum, Oberfläche und Nähe. Die Postpositionen nennen eine Lage zum Bezugspunkt: unter, über, vor, hinter, neben, zwischen. Beide Systeme haben für jede Beziehung eine eigene Form für Ort, Ziel und Herkunft.
1.Im Zimmer, auf dem Stuhl, am Fenster, unter den Stuhl
A kutya a szobában alszik. – Der Hund schläft im Zimmer.
A macska a széken alszik. – Die Katze schläft auf dem Stuhl.
A gyerek az ablaknál ül. – Das Kind sitzt am Fenster.
A macska a szék alá bújik. – Die Katze kriecht unter den Stuhl.
Die ersten drei Sätze nennen einen Ort mit einer Endung. Der Hund ist im Inneren des Zimmers, die Katze liegt auf der Sitzfläche, das Kind befindet sich im Bereich des Fensters. Jede Endung legt fest, wie der Gegenstand zum Bezugspunkt steht: innen, auf der Oberfläche oder in der Nähe.
Im vierten Satz bleibt szék unverändert. Die Beziehung „unter … hin“ trägt ein eigenes Wort, die Postposition alá. Für das Darunter, Davor, Dahinter, Daneben, Dazwischen und Darüber gibt es keine Endungen, sondern nur Postpositionen.
Ob eine Endung oder eine Postposition steht, entscheidet nicht die Art des Bezugspunkts, sondern die gemeinte Beziehung. Derselbe Stuhl kann mit beiden Mitteln verbunden werden: széken „auf dem Stuhl“, szék alatt „unter dem Stuhl“, szék mellett „neben dem Stuhl“.
Wortschatz
- szobában – im Zimmer
- széken – auf dem Stuhl
- ablaknál – am Fenster
- szék alá – unter den Stuhl (wohin?)
- szék alatt – unter dem Stuhl (wo?)
- szék mellett – neben dem Stuhl
- kutya – Hund
- macska – Katze
- alszik – schläft
- bújik – kriecht, verkriecht sich
- ül – sitzt
2.Ort, Ziel, Herkunft in beiden Systemen
Jede räumliche Beziehung kennt drei Richtungen: den Ort (hol? „wo?“), das Ziel (hová? „wohin?“) und die Herkunft (honnan? „woher?“). Diese Richtungsdreiheit gilt für die Endungen und für die Postpositionen gleichermaßen. Jede Form ist eine Ortsbestimmung.
irányhármasság {irány·HÁRMASság} – Richtung·DREIFACH·heit(Richtungsdreiheit) helyhatározó {hely·HATÁROZÓ} – Ort·BESTIMMUNG(Ortsbestimmung, Adverbialbestimmung des Ortes)| Beziehung | Mittel | Ort (hol?) | Ziel (hová?) | Herkunft (honnan?) |
|---|---|---|---|---|
| innen | Endung | szobában – im Zimmer | szobába – ins Zimmer | szobából – aus dem Zimmer |
| Oberfläche | Endung | padon – auf der Bank | padra – auf die Bank | padról – von der Bank |
| Nähe | Endung | háznál – beim Haus | házhoz – zum Haus | háztól – vom Haus weg |
| unterhalb | Postposition | szék alatt – unter dem Stuhl | szék alá – unter den Stuhl | szék alól – unter dem Stuhl hervor |
| neben | Postposition | fa mellett – neben dem Baum | fa mellé – neben den Baum | fa mellől – vom Platz neben dem Baum weg |
Die oberen drei Zeilen bilden ihre Formen mit Endungen, die unteren zwei mit Postpositionen. Beide Teile der Tabelle sind gleich gebaut: Jede Zelle hat ihre eigene Form. Das Deutsche unterscheidet bei „in“, „auf“, „unter“ und „neben“ Ort und Ziel nur durch den Kasus nach der Präposition (im – ins, unter dem – unter den); für die Herkunft braucht es andere Wörter: „aus“, „von“, „hervor“, „weg“. Die vollständigen Reihen stehen bei den Ortskasus und den Richtungsgruppen der Postpositionen (→ 4.5, 5.3).
Wortschatz
- hol? – wo?
- hová? – wohin?
- honnan? – woher?
- irányhármasság {irány·HÁRMASság} – Richtung·DREIFACH·heit(Richtungsdreiheit)
- helyhatározó {hely·HATÁROZÓ} – Ort·BESTIMMUNG(Ortsbestimmung)
- szobába – ins Zimmer
- szobából – aus dem Zimmer
- padra – auf die Bank
- padról – von der Bank
- házhoz – zum Haus
- háztól – vom Haus weg
- fa mellé – neben den Baum
- fa mellől – vom Platz neben dem Baum weg
3.Innenraum: -ban/-ben, -ba/-be, -ból/-ből
A gyerek a kertbe fut. – Das Kind läuft in den Garten.
A gyerek a kertben fut. – Das Kind läuft im Garten.
A könyv a táskában van. – Das Buch ist in der Tasche.
Anna a könyvet a táskába teszi. – Anna legt das Buch in die Tasche.
Die Innenraumreihe setzt voraus, dass der Bezugspunkt etwas umschließt: einen Raum, ein Gebäude, einen umgrenzten Garten, eine Tasche, ein Gefäß. Die beiden ersten Sätze unterscheiden sich nur in einem Buchstaben. kertbe nennt das Ziel: Das Kind ist vorher draußen und am Ende im Garten. kertben nennt den Ort: Das Kind läuft innerhalb des Gartens und überschreitet keine Grenze. Ein Bewegungsverb verlangt also nicht von selbst eine Zielform (s. Abschnitt 9).
Das Deutsche trifft hier mit „im Garten“ und „in den Garten“ genau dieselbe Unterscheidung. Das ist ein Zufall dieser Beispiele und keine allgemeine Übersetzungsregel: Bei „ankommen“ oder „sich verstecken“ fragt das Deutsche „wo?“, das Ungarische „wohin?“ (s. Abschnitt 10).
Für das Innere gibt es keine geläufige Postposition. Soll das Innere eigens hervorgehoben werden, steht eine Besitzkonstruktion mit belseje „sein Inneres“:
A ház belsejében hűvös van. – Im Inneren des Hauses ist es kühl.
belső „innerer“ ist aus dem Stamm bel- „Inneres“ gebildet. Auf dasselbe Wort, bél, gehen die Endungen „-ban/-ben”, „-ba/-be” und „-ból/-ből” zurück (→ 1.1.1).
belső {belSŐ} – Inneres·(ADJEKTIVSUFFIX)(innerer)Wortschatz
- kertbe – in den Garten
- kertben – im Garten
- táskában – in der Tasche
- táskába – in die Tasche
- belső {belSŐ} – Inneres·(ADJEKTIVSUFFIX)(innerer)
- belseje – sein Inneres
- a ház belsejében – im Inneren des Hauses
- kert – Garten
- táska – Tasche
- fut – läuft, rennt
- tesz – legt, stellt, tut
- hűvös – kühl
4.Oberfläche: -n, -ra/-re, -ról/-ről
A táska a padon maradt. – Die Tasche blieb auf der Bank.
A táska a pad alatt maradt. – Die Tasche blieb unter der Bank.
Anna a táskát a padra teszi. – Anna legt die Tasche auf die Bank.
A kép a falon lóg. – Das Bild hängt an der Wand.
Die Oberflächenreihe beschreibt den Kontakt mit einer tragenden Fläche: Sitzfläche, Tischplatte, Bank, Brücke, aber auch eine senkrechte Wand. Im Deutschen steht dafür meist „auf“, bei der Wand „an“.
Die ersten beiden Sätze zeigen eine Asymmetrie. Im Deutschen sind „auf“ und „unter“ zwei gleichartige Präpositionen; im Ungarischen steht für „auf“ eine Endung, für „unter“ eine Postposition. padon und pad alatt sind deshalb kein Formpaar. Das Gegenstück von alatt ist fölött „oberhalb“; es nennt die Lage über dem Bezugspunkt und sagt über einen Kontakt nichts aus:
A lámpa az asztal fölött lóg. – Die Lampe hängt über dem Tisch.
A lámpa az asztalon áll. – Die Lampe steht auf dem Tisch.
Nicht jede Herkunftsform beschreibt eine Bewegung des Subjekts. Im folgenden Satz bleibt das Mädchen auf der Brücke; hídról nennt den Standpunkt, von dem der Blick ausgeht:
A lány a hídról nézi a vizet. – Das Mädchen betrachtet das Wasser von der Brücke aus.
Wortschatz
- padon – auf der Bank
- padra – auf die Bank
- pad alatt – unter der Bank
- falon – an der Wand
- asztalon – auf dem Tisch
- asztal fölött – über dem Tisch
- hídról – von der Brücke (aus)
- pad – Bank
- kép – Bild
- lámpa – Lampe
- lóg – hängt
- marad – bleibt
- vizet – Wasser (Objektform)
5.Nähe: -nál/-nél, -hoz/-hez/-höz, -tól/-től
A gyerek az ablaknál ül. – Das Kind sitzt am Fenster.
A gyerek az ablak mellett ül. – Das Kind sitzt neben dem Fenster.
A fiú a folyóhoz megy. – Der Junge geht zum Fluss.
A fiú a folyó mellé ül. – Der Junge setzt sich neben den Fluss.
A busz az állomáshoz érkezik. – Der Bus kommt am Bahnhof an.
A busz az állomás elé érkezik. – Der Bus kommt vor dem Bahnhof an.
Die Näheformen nennen den Bereich um einen Bezugspunkt, ohne eine Seite festzulegen. az ablaknál ül heißt: am Fenster, dort, wo man hinaussehen kann. az ablak mellett ül legt die Seite fest: links oder rechts vom Fenster, an der Wand daneben. Beide Sätze können dieselbe Situation beschreiben, fassen sie aber verschieden auf.
Ebenso nennt a folyóhoz megy nur das Ziel „Fluss“; a folyó mellé ül nennt einen Platz seitlich am Wasser. az állomáshoz érkezik sagt, dass der Bus den Bahnhof erreicht; az állomás elé érkezik legt fest, dass er auf der Vorderseite hält.
Häufig bezeichnet die Näheform den Platz, an dem man etwas tut: a pénztárnál áll „steht an der Kasse“ (um zu zahlen), az asztalnál ül „sitzt am Tisch“ (zum Essen oder Arbeiten). Mit mellett wird nur die Lage beschrieben: a pénztár mellett áll „steht neben der Kasse“.
Das Verb ül zeigt den Unterschied von Ort und Ziel besonders deutlich. Mit der Ortsform heißt es „sitzen“, mit der Zielform „sich setzen“:
→az ablaknál ül – sitzt am Fenster→az asztalhoz ül – setzt sich an den Tisch→a folyó mellé ül – setzt sich neben den Fluss
Wortschatz
- ablaknál – am Fenster
- ablak mellett – neben dem Fenster
- folyóhoz – zum Fluss
- folyó mellé – neben den Fluss
- állomáshoz – zum Bahnhof
- állomás elé – vor den Bahnhof (wohin?)
- pénztárnál – an der Kasse
- pénztár mellett – neben der Kasse
- asztalnál ül – sitzt am Tisch
- asztalhoz ül – setzt sich an den Tisch
- fiú – Junge
- folyó – Fluss
- állomás – Bahnhof
- pénztár – Kasse
- érkezik – kommt an
6.Lage zum Bezugspunkt: Postpositionen
A cipő az ágy alatt van. – Der Schuh ist unter dem Bett.
Az autó a ház előtt áll. – Das Auto steht vor dem Haus.
A kutya a ház mögött fekszik. – Der Hund liegt hinter dem Haus.
A kulcs a könyvek között van. – Der Schlüssel ist zwischen den Büchern.
Die Postposition steht nach dem Bezugswort, und dieses bleibt in der Grundform: ágy alatt, ház előtt, ház mögött. Nur Mehrzahl, Besitzzeichen und Artikel gehören zum Bezugswort: a könyvek között. Ort, Ziel und Herkunft trägt die Postposition selbst (alatt – alá – alól); am Substantiv ist kein Kasus zu sehen. Die Reihen aller Postpositionen dieser Gruppe stehen bei den Richtungsgruppen (→ 5.3.5).
Die Postpositionen legen eine Seite oder Lage fest, die die Endungen offenlassen. a háznál heißt „beim Haus“, auf welcher Seite auch immer; a ház előtt und a ház mögött unterscheiden Vorder- und Rückseite. Wie viel eine Form über den Ort verrät, ist Thema des folgenden Unterkapitels (→ 5.9.3).
Der Stamm al- „unten“ in alatt, alá, alól steckt auch in alsó „unterer“ und in alagút „Tunnel“, wörtlich „Unterweg“.
alagút {alag·ÚT} – unten·WEG(Tunnel)Wortschatz
- ágy alatt – unter dem Bett
- ház előtt – vor dem Haus
- ház mögött – hinter dem Haus
- a könyvek között – zwischen den Büchern
- alagút {alag·ÚT} – unten·WEG(Tunnel)
- alsó – unterer
- cipő – Schuh
- ágy – Bett
- autó – Auto
- kulcs – Schlüssel
- fekszik – liegt
7.Herkunft: aus etwas, unter etwas hervor
A kutya a házból szalad ki. – Der Hund läuft aus dem Haus hinaus.
A kutya a házba szalad be. – Der Hund läuft ins Haus hinein.
A macska az ágy alól jön elő. – Die Katze kommt unter dem Bett hervor.
Péter felkel az ágyból. – Péter steht aus dem Bett auf.
A lány a híd alól néz ki. – Das Mädchen schaut unter der Brücke hervor.
Das Verb szalad „laufen“ sagt nichts über die Richtung. Ob der Hund das Haus verlässt oder betritt, zeigt die Endung: házból oder házba. Das Verbpräfix (ki „hinaus“, be „hinein“) wiederholt die Richtung; es steht hier nach dem Verb, weil die betonte Ortsangabe vor dem Verb steht.
az ágy alól und az ágyból nennen beide das Bett als Ausgangspunkt, aber verschiedene Bereiche: Die Katze war unter dem Bett, Péter lag darin. Die Herkunftsform übernimmt jeweils die Beziehung der Ortsform:
→az ágy alatt – unter dem Bett→az ágy alól – unter dem Bett hervor
→az ágyban – im Bett→az ágyból – aus dem Bett
Das Deutsche braucht für die Herkunft unterhalb zwei Wörter, „unter … hervor“, mit dem Dativ der Ortsangabe; das Ungarische hat das eine Wort alól.
Wortschatz
- házból – aus dem Haus
- házba – ins Haus
- ágy alól – unter dem Bett hervor
- ágyban – im Bett
- ágyból – aus dem Bett
- híd alól – unter der Brücke hervor
- szalad – läuft
- kiszalad {ki·SZALAD} – hinaus·LAUFEN(läuft hinaus)
- előjön {elő·JÖN} – hervor·KOMMEN(kommt hervor)
- felkel {fel·KEL} – auf·STEHEN(steht auf)
- kinéz {ki·NÉZ} – hinaus·SCHAUEN(schaut hinaus)
8.Das Wichtigste in Kürze
- Endungen unterscheiden Innenraum (-ban/-ben), Oberfläche (-n) und Nähe (-nál/-nél).
- Postpositionen nennen die Lage: alatt, fölött, előtt, mögött, mellett, között.
- Beide Systeme haben eine Form für Ort, Ziel und Herkunft: szobában – szobába – szobából, szék alatt – szék alá – szék alól.
- Vor diesen Postpositionen steht das Bezugswort ohne Kasusendung.
- Die Richtung zeigt die Endung oder die Postposition, nicht das Verb.
Vertiefung
9.Bewegung innerhalb eines Bereichs
A gyerekek a parkban sétálnak. – Die Kinder gehen im Park spazieren.
A gyerekek a parkba sétálnak. – Die Kinder spazieren in den Park.
A turista a fa körül sétál. – Der Tourist geht um den Baum herum.
Péter a szobában járkál. – Péter geht im Zimmer auf und ab.
A gyerekek a medencében úsznak. – Die Kinder schwimmen im Becken.
A gyerek a medencébe ugrik. – Das Kind springt ins Becken.
Verben der Bewegung wie sétál, fut, járkál oder úszik stehen mit der Ortsform, wenn die Bewegung den genannten Bereich nicht verlässt. Die Ortsgruppe nennt dann den Raum, in dem die Bewegung stattfindet; eine Grenze wird nicht überschritten. Mit der Zielform wird dagegen eine Grenze überschritten: a parkba sétálnak „sie spazieren in den Park hinein“.
Auch a fa körül sétál ist eine Ortsangabe: Der Weg führt im Umkreis des Baumes entlang und endet nicht an einem Ziel. Die Zielform köré bezeichnet dagegen eine Anordnung, die erst entsteht: a gyerekek a fa köré ülnek „die Kinder setzen sich um den Baum“.
Manche Verben haben selbst eine Bewegungsrichtung. ugrik „springen“ steht bei einer Grenzüberschreitung mit der Zielform (medencébe ugrik). Für wiederholtes Springen innerhalb eines Bereichs steht meist ugrál mit der Ortsform: a gyerek a medencében ugrál „das Kind hüpft im Becken herum“.
Wortschatz
- parkban – im Park
- parkba – in den Park
- fa körül – um den Baum herum
- fa köré – um den Baum (wohin?)
- medencében – im Becken
- medencébe – ins Becken
- sétál – geht spazieren
- járkál – geht auf und ab
- úszik – schwimmt
- ugrik – springt
- ugrál – hüpft herum
- turista – Tourist
- medence – Becken, Schwimmbecken
10.Ende einer Bewegung: Ort oder Ziel
A biciklis a házhoz gurul. – Der Radfahrer rollt zum Haus.
A biciklis a ház mögé gurul. – Der Radfahrer rollt hinter das Haus.
A turista a fa mellett áll meg. – Der Tourist bleibt neben dem Baum stehen.
A turista a fa mellé áll. – Der Tourist stellt sich neben den Baum.
Késő este érkeztünk a szállodába. – Wir sind spät abends im Hotel angekommen.
A gyerek a fa mögé bújik. – Das Kind versteckt sich hinter dem Baum.
Die beiden ersten Sätze sind gleich richtig, nennen aber verschiedene Ziele. a házhoz verlangt nur, dass der Radfahrer beim Haus ankommt, meist am Eingang. a ház mögé legt die Rückseite als Ziel fest. Wer die genaue Seite nicht nennen will, nimmt die Näheform; wer sie nennen will, die Postposition.
megáll „stehen bleiben“ beendet eine Bewegung, steht aber mit der Ortsform: Gesagt wird, wo der Tourist sich danach befindet. áll mit Zielform bedeutet dagegen „sich hinstellen“: a fa mellé áll. Ebenso ül – „sitzen“ oder „sich setzen“ (Abschnitt 5).
Bei „ankommen“ und „sich verstecken“ fragt das Deutsche „wo?“, das Ungarische „wohin?“: szállodába érkezik „kommt im Hotel an“, a fa mögé bújik „versteckt sich hinter dem Baum“. Mit der Ortsform beschreibt a fa mögött rejtőzik „hält sich hinter dem Baum versteckt“ den Zustand, nicht das Hineinschlüpfen (→ 5.3.1).
Wortschatz
- házhoz – zum Haus
- ház mögé – hinter das Haus
- fa mellett – neben dem Baum
- fa mellé – neben den Baum
- fa mögé – hinter den Baum (wohin?)
- fa mögött – hinter dem Baum (wo?)
- szállodába – ins Hotel
- megáll – bleibt stehen, hält an
- rejtőzik – hält sich versteckt
- biciklis – Radfahrer
- gurul – rollt
- szálloda – Hotel
- késő este – spät abends
- érkeztünk – wir sind angekommen
11.Weg durch eine Fläche oder Öffnung: -n und keresztül
A vonat az alagúton keresztül halad. – Der Zug fährt durch den Tunnel.
A gyerek az ajtón keresztül jön be. – Das Kind kommt durch die Tür herein.
A gyerek az ajtón jön be. – Das Kind kommt durch die Tür herein.
A macska az ablakon néz ki. – Die Katze schaut zum Fenster hinaus.
A parkon keresztül megyünk haza. – Wir gehen durch den Park nach Hause.
Neben Ort, Ziel und Herkunft gibt es den Weg (merre? „auf welchem Weg?“) (→ 5.3.1). Eine eigene Endungsreihe für den Weg fehlt. Die Oberflächenendung „-n” übernimmt diese Aufgabe: az ajtón jön be „kommt durch die Tür herein“, az ablakon néz ki „schaut zum Fenster hinaus“. Die Tür und das Fenster sind hier keine Flächen, auf denen etwas liegt, sondern Öffnungen, durch die der Weg führt.
keresztül „hindurch“ und át „hinüber, hindurch“ machen den Weg ausdrücklich. Anders als alatt oder mögött verlangen sie eine Endung am Bezugswort, eben das „-n”. Endung und Postposition bilden eine Gruppe: alagúton keresztül, nicht *alagút keresztül und nicht *alagútban keresztül. Die Gruppe mit keresztül betont, dass der Weg vollständig durch den Bezugspunkt hindurchführt; der Satz mit bloßem ajtón sagt dasselbe kürzer.
→alagút – Tunnel→alagúton – durch den Tunnel (Weg)→alagúton keresztül – durch den Tunnel hindurch
Wortschatz
- alagúton keresztül – durch den Tunnel
- ajtón keresztül – durch die Tür
- ajtón – durch die Tür
- ablakon – durch das Fenster, zum Fenster
- parkon keresztül – durch den Park
- merre? – auf welchem Weg?, wo entlang?
- keresztül – durch, hindurch
- át – hinüber, hindurch
- vonat – Zug
- halad – fährt, bewegt sich fort
- haza – nach Hause
12.Personen als Bezugspunkt
Anna a tanártól jön. – Anna kommt vom Lehrer.
Anna a tanár mögül lép elő. – Anna tritt hinter dem Lehrer hervor.
Anna a tanárral jön. – Anna kommt mit dem Lehrer.
Holnap az orvoshoz megyek. – Morgen gehe ich zum Arzt.
Az orvosnál várok. – Ich warte beim Arzt.
Este Péternél vagyunk. – Am Abend sind wir bei Péter.
Personen sind keine Räume und keine Flächen. Als Bezugspunkt einer Ortsangabe stehen sie in der Näheform: az orvosnál „beim Arzt“, az orvoshoz „zum Arzt“, az orvostól „vom Arzt“. Das Deutsche hat dieselbe Reihe „bei – zu – von“. Péternél bedeutet oft „bei Péter zu Hause“, wie französisch chez Pierre und lateinisch apud Petrum.
Anna a tanártól jön nennt den Lehrer als Ausgangspunkt: Anna war bei ihm, etwa zu einem Gespräch. Anna a tanár mögül lép elő behandelt den Lehrer als Körper im Raum, hinter dem Anna stand. Anna a tanárral jön ist keine Ortsangabe, sondern eine Begleitung: Der Lehrer kommt mit (→ 4.10). Die drei Sätze haben dasselbe Verb und denselben Bezugspunkt, aber drei verschiedene Rollen.
Wortschatz
- tanártól – vom Lehrer
- tanár mögül – hinter dem Lehrer hervor
- tanárral – mit dem Lehrer
- orvoshoz – zum Arzt
- orvosnál – beim Arzt
- orvostól – vom Arzt
- Péternél – bei Péter
- Péterhez – zu Péter
- előlép {elő·LÉP} – hervor·TRETEN(tritt hervor)
- tanár – Lehrer
- orvos – Arzt
13.Drei Richtungen in anderen Sprachen
| Sprache | Innenraum | Oberfläche | Nähe |
|---|---|---|---|
| Ungarisch | „-ban”, „-ba”, „-ból” | „-on”, „-ra”, „-ról” | „-nál”, „-hoz”, „-tól” |
| Deutsch | in + Dativ, in + Akkusativ, aus | auf + Dativ, auf + Akkusativ, von | bei, zu, von |
| Englisch | in, into, out of | on, onto, off | at, to, from |
| Russisch | в + Präpositiv, в + Akkusativ, из | на + Präpositiv, на + Akkusativ, с | у, к, от |
| Latein | in + Ablativ, in + Akkusativ, ex | in + Ablativ, in + Akkusativ, de | apud, ad, ab |
Das Englische kommt dem Ungarischen am nächsten: at the station – to the station – from the station entspricht az állomásnál – az állomáshoz – az állomástól. Auch das Russische hat für die Nähe drei verschiedene Präpositionen: у (u) „bei“, к (k) „zu“, от (ot) „von“. Das Deutsche und das Lateinische fassen Ort und Ziel in eine Präposition zusammen und trennen sie durch den Kasus. Das Lateinische unterscheidet zudem Innenraum und Oberfläche nicht: in urbe „in der Stadt“, in mensa „auf dem Tisch“. Nur das Ungarische drückt alle neun Zellen mit Endungen aus, ohne ein selbständiges Wort.
Wortschatz
- állomásnál – am Bahnhof
- állomáshoz – zum Bahnhof
- állomástól – vom Bahnhof
- nyelv – Sprache
- angol – englisch
- orosz – russisch
- latin – lateinisch
14.Die Rolle jeder Gruppe bestimmen
| Gruppe | Frage | Aussage |
|---|---|---|
| kertben fut – läuft im Garten | hol? | Bewegung am Ort |
| kertbe fut – läuft in den Garten | hová? | Ziel |
| házból jön – kommt aus dem Haus | honnan? | Herkunft |
| fa körül sétál – geht um den Baum herum | hol? | Bewegung am Ort |
| fa mellett áll meg – bleibt neben dem Baum stehen | hol? | Ort nach dem Ende der Bewegung |
| szállodába érkezik – kommt im Hotel an | hová? | Ziel, deutsch „wo?“ |
| parkon keresztül megy – geht durch den Park | merre? | Weg |
| hídról néz – schaut von der Brücke | honnan? | Standpunkt, keine Bewegung |
Die Frage richtet sich nach der Form der Gruppe, nicht nach dem Verb und nicht nach der deutschen Präposition. Dasselbe Verb steht mit verschiedenen Gruppen (kertben fut, kertbe fut), und dieselbe deutsche Präposition entspricht verschiedenen Formen („im Hotel ankommen“ – szállodába). Ein Satz kann Weg und Ziel zugleich enthalten; jede Gruppe behält dann ihre eigene Rolle:
A parkon keresztül megyünk az iskolába. – Wir gehen durch den Park zur Schule.
Hier steht im Deutschen „zur Schule“, im Ungarischen die Innenraumform iskolába: Bei Gebäuden, die man betritt, nimmt das Ungarische meist die Zielform des Innenraums.
Wortschatz
- iskolába – zur Schule, in die Schule
- iskolában – in der Schule
- iskolából – aus der Schule
- iskola – Schule
- megyünk – wir gehen
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