4.12.1 Bildung und Konsonantenangleichung

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4.12.1 Bildung und Konsonantenangleichung

„-vá/-vé” bezeichnet das, wozu etwas wird. Die Vokalharmonie wählt zwischen á und é; endet das Wort auf einen Konsonanten, wird das v der Endung zu genau diesem Konsonanten: autóvá – zum Auto, aber tanárrá – zum Lehrer, széppé – schön (geworden).

1.Eine Endung für „zu etwas werden“

A diák tanárrá vált. – Der Schüler wurde Lehrer.

A kert széppé vált. – Der Garten wurde schön.

Éva anyává vált. – Éva wurde Mutter.

A történet mesévé vált. – Die Geschichte wurde zum Märchen.

Das Verb vált „wurde“ (Grundform válik „wird“) steht hier nur als Rahmen. Entscheidend ist die Endung am Ergebniswort: Sie zeigt, was am Ende des Vorgangs herauskommt. Sie tritt an Substantive (tanárrá „zum Lehrer“) ebenso wie an Adjektive (széppé „schön“). Das Deutsche sagt dafür „zu“, „zum“ oder setzt das Wort ohne Präposition: „Lehrer werden“, „schön werden“. Die Bedeutungen behandeln die folgenden Unterkapitel (→ 4.12.2, 4.12.5); hier geht es nur um die Form.

Der Kasus heißt Translativ, ungarisch:

transzlatívusz – Translativ változtató eset – verändernder Fall

Der Name kommt von lateinisch translatus, dem Partizip zu transferre „hinübertragen“: Etwas wird von einem Zustand in einen anderen hinübergebracht. Dasselbe Partizip steckt in translatio „Übertragung, Übersetzung“, daher englisch translation. Die ungarische Bezeichnung változtató eset gehört zu változik „sich verändern“ und változtat „verändern“.

Wortschatz

  • diák – Schüler
  • tanár – Lehrer
  • tanárrá – zum Lehrer
  • kert – Garten
  • szép – schön
  • széppé – schön (geworden)
  • anya – Mutter
  • anyává – zur Mutter
  • mese – Märchen
  • mesévé – zum Märchen
  • történet – Geschichte
  • válik – wird
  • vált – wurde
  • változik – verändert sich
  • változtat – verändert
  • transzlatívusz – Translativ

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2.-vá oder -vé

A hernyó pillangóvá változott. – Die Raupe verwandelte sich in einen Schmetterling.

A papír hamuvá égett. – Das Papier verbrannte zu Asche.

A sárkány kővé változott a mesében. – Im Märchen verwandelte sich der Drache in Stein.

A vas rozsdává alakult. – Das Eisen wurde zu Rost.

A kis patak folyóvá szélesedett. – Der kleine Bach weitete sich zu einem Fluss.

Die Endung hat nur zwei Formen: „-vá” nach Wörtern mit hinteren Vokalen, „-vé” nach Wörtern mit vorderen Vokalen. Eine gerundete dritte Form gibt es nicht; auch kő „Stein“ und fésű „Kamm“ erhalten „-vé”: kővé, fésűvé. Der Vokal der Endung ist immer lang.

Endet das Wort auf einen Vokal, bleibt das v stehen. Auslautendes a und e werden dabei lang, wie vor den meisten Endungen; alle anderen Vokale bleiben unverändert:

GrundformTranslativ
autó – Autoautóvá – zum Auto
hajó – Schiffhajóvá – zum Schiff
pillangó – Schmetterlingpillangóvá – zum Schmetterling
hamu – Aschehamuvá – zu Asche
kő – Steinkővé – zu Stein
fésű – Kammfésűvé – zum Kamm
anya – Mutteranyává – zur Mutter
rozsda – Rostrozsdává – zu Rost
mese – Märchenmesévé – zum Märchen
gyenge – schwachgyengévé – schwach (geworden)

Wortschatz

  • autóvá – zum Auto
  • hajó – Schiff
  • hajóvá – zum Schiff
  • hernyó – Raupe
  • pillangó – Schmetterling
  • pillangóvá – zum Schmetterling
  • hamu – Asche
  • hamuvá – zu Asche
  • patak – Bach
  • folyó – Fluss
  • folyóvá – zum Fluss
  • kő – Stein
  • kővé – zu Stein
  • fésűvé – zum Kamm
  • rozsda – Rost
  • rozsdává – zu Rost
  • gyenge – schwach
  • gyengévé – schwach (geworden)
  • sárkány – Drache
  • vas – Eisen
  • ég – brennt

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3.Nach Konsonant: das v gleicht sich an

A diák tanárrá vált. – Der Schüler wurde Lehrer.

A kert széppé vált. – Der Garten wurde schön.

A tej sajttá alakul. – Die Milch wird zu Käse.

A tanítvány mesterré vált. – Der Schüler wurde zum Meister.

A régi gyár múzeummá alakult. – Die alte Fabrik wurde zu einem Museum.

Nach einem Konsonanten verschwindet das v nicht, sondern wird zu demselben Konsonanten. Aus tanár + vá wird tanárrá, aus szép + vé wird széppé. Der Konsonant ist dann lang und wird doppelt geschrieben; ein Bindevokal wird nicht eingeschoben. Es ist dieselbe vollständige Angleichung (teljes hasonulás) wie bei „-val/-vel” (→ 4.10.1): tanárral „mit dem Lehrer“, tanárrá „zum Lehrer“. Beide Endungen unterscheiden sich erst am Schluss: „-val/-vel” endet auf l, „-vá/-vé” auf einen langen Vokal.

teljes hasonulás – vollständige Angleichung
GrundformAusgangsverbindungTranslativ
tanár – Lehrertanár + vátanárrá – zum Lehrer
szép – schönszép + vészéppé – schön
ház – Hausház + váházzá – zum Haus
diák – Schülerdiák + vádiákká – zum Schüler
mester – Meistermester + vémesterré – zum Meister
bolond – Narrbolond + vábolonddá – zum Narren
múzeum – Museummúzeum + vámúzeummá – zum Museum
otthon – Zuhauseotthon + váotthonná – zum Zuhause
hűvös – kühlhűvös + véhűvössé – kühl

Auch zwei Konsonanten am Wortende ändern nichts; angeglichen wird an den letzten:

→sajt – Käse→sajttá – zu Käse

→kert – Garten→kertté – zum Garten

→liszt – Mehl→lisztté – zu Mehl

→hang – Stimme, Ton→hanggá – zum Ton

Wortschatz

  • tanárrá – zum Lehrer
  • széppé – schön (geworden)
  • ház – Haus
  • házzá – zum Haus
  • diákká – zum Schüler
  • mester – Meister
  • mesterré – zum Meister
  • tanítvány – Schüler, Lehrling
  • bolond – Narr
  • bolonddá – zum Narren
  • múzeum – Museum
  • múzeummá – zum Museum
  • gyár – Fabrik
  • otthon – Zuhause
  • otthonná – zum Zuhause
  • hűvös – kühl
  • hűvössé – kühl (geworden)
  • sajt – Käse
  • sajttá – zu Käse
  • liszt – Mehl
  • lisztté – zu Mehl
  • teljes hasonulás – vollständige Angleichung

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4.Mehrteilige Buchstaben: sz, gy, ny, ly, cs

A fiú művésszé vált. – Der Junge wurde Künstler.

A herceg királlyá vált. – Der Prinz wurde König.

A domb heggyé változott a mesében. – Im Märchen verwandelte sich der Hügel in einen Berg.

A mag növénnyé fejlődött. – Der Samen entwickelte sich zu einer Pflanze.

A kis fa naggyá nőtt. – Der kleine Baum wuchs groß heran.

Die Buchstaben sz, gy, ny, ly, cs, zs, ty und dz stehen für jeweils einen einzigen Laut. Das v gleicht sich diesem Laut an, nicht dem letzten Schriftzeichen. Wird der Laut lang, verdoppelt man nur das erste Zeichen: aus sz + sz wird ssz, aus ly + ly wird lly. Geschrieben wird also művésszé, nicht *művészszé und nicht *művészvé; királlyá, nicht *királyvá.

GrundformAusgangsverbindungTranslativ
művész – Künstlerművész + véművésszé – zum Künstler
király – Königkirály + vákirállyá – zum König
hegy – Berghegy + véheggyé – zum Berg
nagy – großnagy + vánaggyá – groß
növény – Pflanzenövény + vénövénnyé – zur Pflanze
lány – Mädchenlány + válánnyá – zum Mädchen
kulcs – Schlüsselkulcs + vákulccsá – zum Schlüssel
gyógyszer – Arzneigyógyszer + végyógyszerré – zur Arznei

Das letzte Beispiel zeigt die Gegenprobe: gyógyszer endet auf r, das sz davor spielt keine Rolle. Maßgeblich ist immer der letzte gesprochene Laut.

Wortschatz

  • művész – Künstler
  • művésszé – zum Künstler
  • herceg – Prinz
  • király – König
  • királlyá – zum König
  • domb – Hügel
  • hegy – Berg
  • heggyé – zum Berg
  • mag – Samen
  • növény – Pflanze
  • növénnyé – zur Pflanze
  • nagy – groß
  • naggyá – groß (geworden)
  • lány – Mädchen
  • lánnyá – zum Mädchen
  • kulcs – Schlüssel
  • kulccsá – zum Schlüssel
  • gyógyszer {gyógy·szer} – Arznei
  • fejlődik – entwickelt sich
  • nő – wächst

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5.Schon langer Konsonant: keine dritte Wiederholung

A gyerek felnőtté vált. – Das Kind wurde erwachsen.

A helyzet rosszá vált. – Die Lage wurde schlecht.

A szolgáltatás jobbá vált. – Die Dienstleistung wurde besser.

A komoly ügy viccé vált. – Die ernste Angelegenheit wurde zum Witz.

Endet ein Wort schon auf einen langen Konsonanten, ändert die Endung an der Länge nichts. Geschrieben werden höchstens zwei gleiche Zeichen: felnőtté, nicht *felnőttté; jobbá, nicht *jobbbá; bei mehrteiligen Buchstaben rosszá, nicht *rosszszá. Der Form sieht man daher nicht an, ob die Grundform kurz oder lang endet: felnőtté gehört zu felnőtt „erwachsen“, kertté zu kert „Garten“.

GrundformTranslativ
felnőtt – erwachsenfelnőtté – erwachsen
rossz – schlechtrosszá – schlecht
jobb – besserjobbá – besser
toll – Federtollá – zur Feder
sakk – Schachsakká – zum Schach
meggy – Sauerkirschemeggyé – zur Sauerkirsche
vicc – Witzviccé – zum Witz

Wortschatz

  • felnőtt – erwachsen
  • felnőtté – erwachsen (geworden)
  • rossz – schlecht
  • rosszá – schlecht (geworden)
  • jobb – besser
  • jobbá – besser (geworden)
  • szolgáltatás – Dienstleistung
  • helyzet – Lage
  • toll – Feder, Stift
  • tollá – zur Feder
  • meggy – Sauerkirsche
  • meggyé – zur Sauerkirsche
  • vicc – Witz
  • viccé – zum Witz
  • komoly – ernst
  • ügy – Angelegenheit

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6.Keine Stammkürzung, v am Wortende

A hó vízzé olvadt. – Der Schnee schmolz zu Wasser.

A tócsa jéggé fagyott. – Die Pfütze gefror zu Eis.

Az ötlet tervvé alakult. – Die Idee wurde zu einem Plan.

A kézirat könyvvé állt össze. – Das Manuskript fügte sich zu einem Buch zusammen.

Wörter, die vor dem Akkusativ oder in der Mehrzahl ihren Stamm verändern (→ 2.8), behalten vor „-vá/-vé” die Grundform. Langes í und é bleibt, ein ausfallender Vokal bleibt stehen, ein v-Stamm erscheint nicht:

GrundformAkkusativTranslativ
víz – Wasservizetvízzé – zu Wasser
jég – Eisjegetjéggé – zu Eis
kenyér – Brotkenyeretkenyérré – zu Brot
ló – Pferdlovatlóvá – zum Pferd
kő – Steinkövetkővé – zu Stein
cukor – Zuckercukrotcukorrá – zu Zucker
tükör – Spiegeltükröttükörré – zum Spiegel

Endet ein Wort auf v, treffen zwei v aufeinander, und beide werden geschrieben: tervvé, könyvvé. Nur hier ist das v der Endung auch nach einem Konsonanten zu sehen.

Wortschatz

  • hó – Schnee
  • víz – Wasser
  • vízzé – zu Wasser
  • jég – Eis
  • jéggé – zu Eis
  • tócsa – Pfütze
  • kenyér – Brot
  • kenyérré – zu Brot
  • ló – Pferd
  • lóvá – zum Pferd
  • cukor – Zucker
  • cukorrá – zu Zucker
  • tükörré – zum Spiegel
  • ötlet – Idee
  • terv – Plan
  • tervvé – zu einem Plan
  • kézirat {kéz·irat} – Manuskript
  • könyv – Buch
  • könyvvé – zu einem Buch
  • olvad – schmilzt
  • fagy – gefriert

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7.Das Wichtigste in Kürze

  • „-vá” nach hinteren, „-vé” nach vorderen Vokalen; keine gerundete Form: autóvá, kővé.
  • Nach Vokal bleibt das v; a/e werden lang: anyává, mesévé.
  • Nach Konsonant wird das v zu diesem Konsonanten, ohne Bindevokal: tanárrá, széppé, sajttá.
  • Mehrteilige Buchstaben verdoppeln nur das erste Zeichen: művésszé, királlyá, heggyé.
  • Höchstens zwei gleiche Zeichen: felnőtté, jobbá, rosszá.
  • Keine Stammkürzung: vízzé, jéggé, lóvá; nach v: tervvé.

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Vertiefung

8.Nach Mehrzahl und Besitzendung

A fiúk jó barátokká váltak. – Die Jungen wurden gute Freunde.

A lányok orvossá váltak. – Die Mädchen wurden Ärztinnen.

A szomszéd lassan barátommá vált. – Der Nachbar wurde allmählich mein Freund.

A kis kert kedvenc helyünkké vált. – Der kleine Garten wurde zu unserem Lieblingsort.

„-vá/-vé” steht immer am Ende, nach Mehrzahlzeichen und Besitzendung. Angeglichen wird an den letzten Laut der ganzen Form, nicht an den des Grundworts: baráttá „zum Freund“ zeigt tt, barátokká „zu Freunden“ kk, barátommá „zu meinem Freund“ mm.

Die Mehrzahl des Ergebnisworts ist nicht vorgeschrieben. A fiúk jó barátokká váltak beschreibt eine Beziehung zwischen mehreren Personen: Sie wurden untereinander Freunde. A lányok orvossá váltak nennt dagegen einen Beruf, den jede einzelne ergriff; hier ist die Einzahl üblich. Das Deutsche setzt in beiden Fällen die Mehrzahl.

AusgangsformTranslativ
barát – Freundbaráttá – zum Freund
barátok – Freundebarátokká – zu Freunden
barátom – mein Freundbarátommá – zu meinem Freund
gyerekek – Kindergyerekekké – zu Kindern
helyünk – unser Orthelyünkké – zu unserem Ort
kutyája – sein Hundkutyájává – zu seinem Hund
kertje – sein Gartenkertjévé – zu seinem Garten

Endet die Besitzform auf a oder e, wird dieser Vokal wie bei jedem Wort lang: kutyája → kutyájává.

Wortschatz

  • barát – Freund
  • baráttá – zum Freund
  • barátokká – zu Freunden
  • barátommá – zu meinem Freund
  • orvos – Arzt, Ärztin
  • orvossá – zum Arzt
  • gyerekekké – zu Kindern
  • szomszéd – Nachbar
  • kedvenc – Lieblings-
  • hely – Ort, Platz
  • helyünkké – zu unserem Ort
  • kutyájává – zu seinem Hund
  • kertjévé – zu seinem Garten
  • lassan – allmählich

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9.Lange Vokale und Wörter mit i

A színész nővé változott a mesében. – Der Schauspieler verwandelte sich im Märchen in eine Frau.

A fiú férfivá érett. – Der Junge reifte zum Mann.

A szabály szigorúvá vált. – Die Regel wurde streng.

A feladat könnyűvé vált. – Die Aufgabe wurde leicht.

A folyosó hosszúvá vált az átépítés után. – Der Flur wurde nach dem Umbau lang.

Lange Vokale am Wortende bleiben unverändert: nővé, szigorúvá, könnyűvé, hosszúvá. Gelängt werden nur a und e.

Die Wahl zwischen „-vá” und „-vé” richtet sich nicht nach dem letzten Buchstaben. férfi „Mann“ endet auf i und erhält trotzdem „-vá”. Wörter, die nur i, í oder é enthalten, zeigen ihre Vokalklasse nicht; ob sie hintere oder vordere Endungen nehmen, steht im Wortschatz fest und gilt für alle Endungen gleich: férfiak „Männer“, férfival „mit dem Mann“, férfivá „zum Mann“.

GrundformTranslativ
férfi – Mannférfivá – zum Mann
híd – Brückehíddá – zur Brücke
cél – Zielcéllá – zum Ziel
taxi – Taxitaxivá – zum Taxi
víz – Wasservízzé – zu Wasser
kép – Bildképpé – zum Bild
bicikli – Fahrradbiciklivé – zum Fahrrad

Wortschatz

  • nő – Frau
  • nővé – zur Frau
  • színész – Schauspieler
  • férfi – Mann
  • férfivá – zum Mann
  • érik – reift
  • szabály – Regel
  • szigorú – streng
  • szigorúvá – streng (geworden)
  • könnyű – leicht
  • könnyűvé – leicht (geworden)
  • hosszú – lang
  • hosszúvá – lang (geworden)
  • folyosó – Flur
  • átépítés – Umbau
  • híd – Brücke
  • híddá – zur Brücke
  • cél – Ziel
  • céllá – zum Ziel

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10.s oder sz, Schlussgruppen

Az ismétlés szokássá vált. – Die Wiederholung wurde zur Gewohnheit.

A gyerek ügyessé vált. – Das Kind wurde geschickt.

A név ismertté vált a faluban. – Der Name wurde im Dorf bekannt.

Az óvatosság gyanakvássá vált. – Die Vorsicht wurde zu Misstrauen.

Ungarisches s wird wie deutsches „sch“ gesprochen und ist ein einfacher Buchstabe; er wird zu ss: szokássá, ügyessé, orvossá. Das mehrteilige sz (gesprochen wie deutsches „ß“) ergibt ssz: művésszé, mésszé. Die Endungen „-ssá” und „-sszá” sehen ähnlich aus, gehören aber zu verschiedenen Lauten.

Endet ein Wort auf eine Konsonantengruppe, wird nur der letzte Konsonant verdoppelt: ismertté, lisztté, rajzzá „zur Zeichnung“, filmmé „zum Film“. Ein Wort auf v nach Konsonant behält beide v: tervvé, könyvvé.

GrundformTranslativ
szokás – Gewohnheitszokássá – zur Gewohnheit
ügyes – geschicktügyessé – geschickt
gyanakvás – Misstrauengyanakvássá – zu Misstrauen
mész – Kalkmésszé – zu Kalk
ismert – bekanntismertté – bekannt
rajz – Zeichnungrajzzá – zur Zeichnung
film – Filmfilmmé – zum Film

Wortschatz

  • szokás – Gewohnheit
  • szokássá – zur Gewohnheit
  • ismétlés – Wiederholung
  • ügyes – geschickt
  • ügyessé – geschickt (geworden)
  • ismert – bekannt
  • ismertté – bekannt (geworden)
  • falu – Dorf
  • óvatosság – Vorsicht
  • gyanakvás – Misstrauen
  • gyanakvássá – zu Misstrauen
  • mész – Kalk
  • mésszé – zu Kalk
  • rajz – Zeichnung
  • rajzzá – zur Zeichnung
  • filmmé – zum Film

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11.ezzé, azzá; mivé?

Mivé vált a terv? Ezzé a rajzzá. – Was wurde aus dem Plan? Diese Zeichnung.

Mivé változott a táj? – Worin hat sich die Landschaft verwandelt?

A régi istálló ezzé a szép házzá alakult. – Der alte Stall wurde zu diesem schönen Haus.

Vor einem Substantiv mit Artikel erhalten ez „dieser“ und az „jener“ dieselbe Endung wie das Substantiv. In ezzé und azzá wird das v wie in házzá zu z; in der Mehrzahl ist k der letzte Laut: ezekké „zu diesen“, azokká „zu jenen“. Ein Adjektiv dazwischen bleibt ohne Endung: ezzé a szép házzá „zu diesem schönen Haus“. Die Formen der Fürwörter behandelt 7.3 (→ 7.3.5, 7.3.6).

Das Fragewort mi „was“ endet auf Vokal und behält daher das v: mivé? „wozu? zu was?“. Ebenso ki „wer“ → kivé? „zu wem?“.

GrundformTranslativ
ez – dieserezzé – zu diesem
az – jenerazzá – zu jenem
ezek – dieseezekké – zu diesen
azok – jeneazokká – zu jenen
mi? – was?mivé – wozu?
ki? – wer?kivé – zu wem?

Wortschatz

  • ez – dieser
  • ezzé – zu diesem
  • az – jener
  • azzá – zu jenem
  • ezekké – zu diesen
  • azokká – zu jenen
  • mi? – was?
  • mivé? – wozu?
  • kivé? – zu wem?
  • táj – Landschaft
  • istálló – Stall

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12.Silbentrennung und Eigennamen

In der Silbentrennung wird die verkürzte Schreibung der mehrteiligen Buchstaben wieder aufgelöst, und eine vereinfachte Dreifachfolge erscheint vollständig:

WortTrennung
művésszéművész-szé
királlyákirály-lyá
heggyéhegy-gyé
rosszárossz-szá
jobbájobb-bá
felnőttéfelnőtt-té

Für Eigennamen gelten dieselben Schreibregeln wie bei „-val/-vel” (→ 4.10.1): Endet ein Name auf einen Doppelbuchstaben, tritt die Endung nach der geltenden Rechtschreibung (12. Auflage) mit Bindestrich an den unveränderten Namen, damit die Grundform erkennbar bleibt. Namen mit historischer Schreibung bewahren diese, und das v gleicht sich an den gesprochenen Laut an (→ 3.9.5).

Wortschatz

  • művésszé – zum Künstler
  • királlyá – zum König
  • heggyé – zum Berg
  • rosszá – schlecht (geworden)
  • jobbá – besser (geworden)
  • szótag {szó·tag} – Silbe

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13.Nicht verwechseln: -va/-ve und -ra/-re

A levél írva van. – Der Brief ist geschrieben.

Az álma valóra vált. – Sein Traum ist in Erfüllung gegangen.

A fiú férfivá vált. – Der Junge wurde zum Mann.

Die Partizipendung „-va/-ve” hat einen kurzen Vokal und tritt an Verben: írva „geschrieben“, ülve „sitzend“. Das ist nicht der Translativ, dessen Vokal immer lang ist und der an Nomen tritt. In der festen Verbindung valóra válik „in Erfüllung gehen“ steht das Ergebnis mit „-ra”, nicht mit „-vá”; auch eine solche Form ist kein Translativ (→ 4.12.7).

Wortschatz

  • ír – schreibt
  • írva – geschrieben
  • ül – sitzt
  • ülve – sitzend
  • levél – Brief
  • álom – Traum
  • valóra válik – in Erfüllung gehen

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14.Erstarrte Formen: kissé, eléggé, örökké

Kissé fáradt vagyok. – Ich bin etwas müde.

Eléggé hideg van. – Es ist ziemlich kalt.

Örökké emlékezni fogok rá. – Ich werde mich für immer daran erinnern.

Einige Adverbien sind alte Translativformen, die heute als eigene Wörter gelten: kissé „etwas, ein wenig“ von kis „klein“, eléggé „ziemlich“ von elég „genug“, örökké „ewig, für immer“ von örök „ewig“. Die Angleichung des v ist in ihnen dieselbe wie in jedem Translativ. örökké steckt auch in mindörökké „auf immer und ewig“, der Schlussformel des ungarischen Vaterunsers. Die festen Wendungen behandelt 4.12.8 (→ 4.12.8).

Wortschatz

  • kis – klein
  • kissé – etwas, ein wenig
  • elég – genug
  • eléggé – ziemlich
  • örök – ewig
  • örökké – für immer
  • mindörökké {mind·örökké} – auf immer und ewig
  • fáradt – müde
  • hideg – kalt
  • emlékezik – erinnert sich

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15.Name und Sprachvergleich

DeutschUngarischEnglischFranzösischSpanischRussischLatein
Lehrer werdentanárrá válikbecome a teacherdevenir professeurhacerse profesorстать учителемmagister fieri
zu Eis werdenjéggé válikturn into icese changer en glaceconvertirse en hieloпревратиться в лёдin glaciem verti
schön werdenszéppé válikbecome beautifuldevenir beauvolverse hermosoстать красивымpulcher fieri

Keine der Vergleichssprachen hat für das Ergebnis eine eigene Kasusendung. Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch verwenden ein Verb des Werdens mit dem bloßen Wort oder eine Präposition („zu“, into, en). Das Russische setzt nach стать „werden“ den Instrumental, nach превратиться „sich verwandeln“ die Präposition в mit Akkusativ; das Lateinische setzt nach fieri den Nominativ, bei Verwandlung in mit Akkusativ.

In manchen Grammatiken heißt der Kasus Translativ-Faktiv (ungarisch auch translativus-factivus). Das zweite Glied kommt von lateinisch facere „machen“ und erinnert an Sätze, in denen jemand etwas zu etwas macht (→ 4.12.6).

Die Angleichung eines Konsonanten an den folgenden kennt auch das Lateinische, dort aber an Vorsilben: ad- wird vor c, f, l, p zu ac-, af-, al-, ap- (accedere, affirmare, alludere, apponere). Im Ungarischen ist es umgekehrt: Nicht das Wort passt sich der Endung an, sondern die Endung dem Wort.

Wortschatz

  • tanárrá válik – wird Lehrer
  • jéggé válik – wird zu Eis
  • széppé válik – wird schön

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