5.5.5 nélkül – ohne

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5.5.5 nélkül – ohne

nélkül – „ohne“ nennt etwas, das fehlt oder bewusst weggelassen wird: eine Zutat, eine Begleitung, ein Hilfsmittel, eine Voraussetzung. Es steht hinter einem Substantiv ohne Endung: cukor nélkül – ohne Zucker. Mit Personalendung: nélküled – ohne dich.

1.Ohne Zucker: nélkül

Cukor nélkül iszom a teát. – Ich trinke den Tee ohne Zucker.

Só nélkül főz. – Er kocht ohne Salz.

Tej nélkül kérem a kávét. – Den Kaffee bitte ohne Milch.

Hagyma nélkül főzi a levest. – Er kocht die Suppe ohne Zwiebeln.

Liszt nélkül nem lehet sütni. – Ohne Mehl kann man nicht backen.

Der Tee ist da, getrunken wird er auch; nur der Zucker fehlt. nélkül verneint nicht den Satz, sondern nennt das, was bei der Handlung nicht dabei ist. Diese Beziehung heißt privativ, von lateinisch privare „berauben“; dasselbe Verb steckt in „privat“ (ursprünglich: abgesondert, der Allgemeinheit entzogen). Die ungarische Grammatik umschreibt sie als hiányt kifejező viszony „Verhältnis, das ein Fehlen ausdrückt“.

hiány – Fehlen, Mangel kifejez {ki·FEJEZ} – aus·DRÜCKEN(ausdrücken)

nélkül ist ein selbständiges Wort und steht hinter seinem Bezugswort. Das Bezugswort erhält keine Endung. Gefragt wird mit mi nélkül? „ohne was?“ und ki nélkül? „ohne wen?“:

Mi nélkül nem lehet sütni? – Liszt nélkül. – Ohne was kann man nicht backen? – Ohne Mehl.

Das Gegenstück ist die Endung „-val/-vel” „mit“ (→ 4.10). Sie hängt am Wort und gleicht ihr v an einen Endkonsonanten an; nélkül lässt das Wort unverändert:

mitohne
cukorral – mit Zuckercukor nélkül – ohne Zucker
tejjel – mit Milchtej nélkül – ohne Milch
sóval – mit Salzsó nélkül – ohne Salz
hagymával – mit Zwiebelnhagyma nélkül – ohne Zwiebeln
citrommal – mit Zitronecitrom nélkül – ohne Zitrone

Wortschatz

  • nélkül – ohne
  • mi nélkül? – ohne was?
  • ki nélkül? – ohne wen?
  • cukor nélkül – ohne Zucker
  • só nélkül – ohne Salz
  • tej nélkül – ohne Milch
  • hagyma – Zwiebel
  • liszt – Mehl
  • süt – backt, brät
  • cukorral – mit Zucker

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2.Sache, Begleitung, Hilfsmittel, Voraussetzung

Kabát nélkül indult el. – Er ging ohne Mantel los.

Pénz nélkül érkezett. – Er kam ohne Geld an.

A gyerekek nélkül csendes a ház. – Ohne die Kinder ist das Haus still.

A szüleim nélkül nem mennék oda. – Ohne meine Eltern würde ich nicht dorthin gehen.

Segítség nélkül dolgozunk. – Wir arbeiten ohne Hilfe.

Szemüveg nélkül rosszul látok. – Ohne Brille sehe ich schlecht.

Térkép nélkül indultunk el. – Wir brachen ohne Karte auf.

Jegy nélkül nem utazhatunk. – Ohne Fahrkarte dürfen wir nicht fahren.

Víz nélkül nem élhetünk. – Ohne Wasser können wir nicht leben.

Engedély nélkül lépett be. – Er trat ohne Erlaubnis ein.

Was fehlt, kann sehr Verschiedenes sein. Beim Mantel und beim Geld ist es eine Sache, die man gewöhnlich bei sich hat. Bei den Kindern und den Eltern ist es eine Begleitung: Personen, die sonst dabei sind. Bei der Hilfe und der Brille ist es ein Mittel, mit dem die Handlung leichter ginge. Bei Fahrkarte, Wasser und Erlaubnis ist es eine Voraussetzung, ohne die die Handlung nicht erlaubt oder nicht möglich ist; hier steht im Satz meist eine Verneinung.

Für das Ungarische macht das keinen Unterschied: Immer steht nélkül. Die Gegenstücke mit „-val/-vel” bezeichnen dagegen teils das Mittel, teils die Begleitung (→ 4.10.2, 4.10.3). Als bloßes Gegenteil des Instrumentals ist nélkül deshalb zu eng beschrieben.

Was fehltBeispiel
Sache, Ausstattungkabát nélkül – ohne Mantel
Begleitunga gyerekek nélkül – ohne die Kinder
Hilfsmittelszemüveg nélkül – ohne Brille
Unterstützungsegítség nélkül – ohne Hilfe
Voraussetzungjegy nélkül – ohne Fahrkarte
Berechtigungengedély nélkül – ohne Erlaubnis

Wortschatz

  • kabát – Mantel
  • pénz – Geld
  • segítség – Hilfe
  • szemüveg – Brille
  • szemüveg {szem·ÜVEG} – Auge·GLAS(Brille)
  • térkép – Landkarte
  • jegy – Fahrkarte, Eintrittskarte
  • engedély – Erlaubnis
  • a szüleim – meine Eltern
  • utazhatunk – wir dürfen fahren

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3.Die Bezugsgruppe vor nélkül

Táska nélkül ment iskolába. – Er ging ohne Tasche zur Schule.

Alma nélkül nem süthetünk rétest. – Ohne Äpfel können wir keinen Strudel backen.

Kefe nélkül nehéz takarítani. – Ohne Bürste ist das Putzen schwer.

Vor einer Endung wird auslautendes a zu á und e zu é. Vor nélkül geschieht das nicht, denn nélkül ist ein eigenes Wort:

→táska – Tasche→táskában – in der Tasche→táska nélkül – ohne Tasche

mit Endungmit nélkül
táskát – die Tasche (Akkusativ)táska nélkül – ohne Tasche
almával – mit Apfelalma nélkül – ohne Apfel
kefével – mit Bürstekefe nélkül – ohne Bürste

Die Gruppe vor nélkül kann einen Artikel, den Plural, ein Besitzzeichen oder ein Adjektiv enthalten; nélkül steht immer am Ende der ganzen Gruppe:

a gyerekek nélkül – ohne die Kinder a szemüvegem nélkül – ohne meine Brille meleg kabát nélkül – ohne warmen Mantel a nagy bőrönd nélkül – ohne den großen Koffer

Steht die Gruppe als Hervorhebung unmittelbar vor dem Verb, tritt das Verbalpräfix hinter das Verb: Kabát nélkül indult el. Ohne Hervorhebung bleibt es vorn, und die Gruppe folgt dem Verb: Elindult kabát nélkül. „Er ging ohne Mantel los.“ Der Unterschied zeigt sich im Deutschen nur in der Betonung.

Wortschatz

  • táska – Tasche
  • alma – Apfel
  • kefe – Bürste
  • bőrönd – Koffer
  • rétes – Strudel
  • táskában – in der Tasche
  • almával – mit Apfel
  • a szemüvegem nélkül – ohne meine Brille
  • elindul – bricht auf

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4.Ohne dich: nélküled

Nélküled nem indulok. – Ohne dich breche ich nicht auf.

Nélküled unalmas a nyár. – Ohne dich ist der Sommer langweilig.

Nélküled nem megyek. – Ohne dich gehe ich nicht.

„ohne dich“ heißt nicht *te nélkül. Statt des Personalpronomens erhält nélkül selbst eine Personalendung, ähnlich wie ein Substantiv mit Besitzzeichen:

nélküled {nélkül·ED} – ohne·DEIN(ohne dich)

Wegen des ü stehen die Endungen mit hellem Vokal: nélküled, nicht *nélkülod. nélküled ist besonders häufig. Die übrigen Personen folgen in der Vertiefung (Abschnitt 9); die Personalformen der Postpositionen allgemein behandelt 5.7 (→ 5.7).

Wortschatz

  • nélküled {nélkül·ED} – ohne·DEIN(ohne dich)
  • nélkülem {nélkül·EM} – ohne·MEIN(ohne mich)
  • unalmas – langweilig
  • nyár – Sommer
  • indul – bricht auf, fährt ab

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5.Art und Weise: hiba nélkül, szó nélkül

Hiba nélkül olvasta fel a mondatot. – Er las den Satz fehlerfrei vor.

Szó nélkül távozott. – Er ging wortlos weg.

Kérdés nélkül fogadta el a választ. – Er nahm die Antwort ohne Rückfrage an.

Habozás nélkül igent mondott. – Ohne zu zögern sagte er ja.

Megállás nélkül dolgozott reggelig. – Er arbeitete ununterbrochen bis zum Morgen.

Kivétel nélkül mindenki eljött. – Alle ohne Ausnahme sind gekommen.

Telefon nélkül is boldogul. – Er kommt auch ohne Telefon zurecht.

Hier fehlt kein Gegenstand, sondern die Gruppe beschreibt, wie etwas geschieht. hiba nélkül heißt „so, dass kein Fehler vorkommt“, szó nélkül „so, dass kein Wort fällt“. Vor nélkül steht dann oft ein Tätigkeitsnomen auf „-ás/-és”: habozás „Zögern“, megállás „Anhalten“.

Das Deutsche gibt solche Gruppen oft mit einem Adjektiv auf „-los“ oder „-frei“ wieder: wortlos, ausnahmslos, fehlerfrei. Im Ungarischen bleibt die Gruppe mit nélkül meist natürlicher als eine Ableitung.

Mit is „auch“ nach der Gruppe wird gesagt, dass es auch ohne das Genannte geht: telefon nélkül is „auch ohne Telefon“.

Wortschatz

  • hiba nélkül – fehlerfrei
  • szó nélkül – wortlos
  • kérdés nélkül – ohne Rückfrage
  • habozás nélkül – ohne zu zögern
  • megállás nélkül – ununterbrochen
  • kivétel nélkül – ohne Ausnahme, ausnahmslos
  • telefon nélkül is – auch ohne Telefon
  • boldogul – kommt zurecht
  • távozik – geht weg, entfernt sich

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6.nélkül und die Verneinung

Jegy nélkül nem utazhatunk. – Ohne Fahrkarte dürfen wir nicht fahren.

Jegy nélkül utazott. – Er ist schwarzgefahren.

Nincs jegyünk. – Wir haben keine Fahrkarte.

nélkül ist kein Verneinungswort wie nem. Der Satz Jegy nélkül utazott. ist bejahend: Die Fahrt fand statt, nur ohne Fahrkarte. Wird zusätzlich das Verb verneint, entstehen keine zwei sich aufhebenden Verneinungen: Jegy nélkül nem utazhatunk. „Ohne Fahrkarte dürfen wir nicht fahren.“ Die Gruppe nennt die fehlende Voraussetzung, nem verneint das Fahren.

nincs „ist nicht vorhanden“ ist ein anderes Bauprinzip. Es stellt fest, dass etwas fehlt, und bildet selbst den Satz; mit dem Besitzzeichen entsteht „haben“: Nincs jegyünk. „Wir haben keine Fahrkarte.“ nélkül dagegen hängt an einer Handlung und sagt, unter welchem Mangel sie geschieht. Die Verneinung der Verbformen behandelt 10.15 (→ 10.15).

SatzAussage
Jegy nélkül utazott. – Er ist schwarzgefahren.Handlung findet statt, Fahrkarte fehlt
Jegy nélkül nem utazhatunk. – Ohne Fahrkarte dürfen wir nicht fahren.Handlung verneint, Fahrkarte fehlt
Nincs jegyünk. – Wir haben keine Fahrkarte.nur das Fehlen

Wortschatz

  • nem – nicht
  • nincs – ist nicht vorhanden
  • nincs jegyünk – wir haben keine Fahrkarte
  • jegy nélkül utazik – fährt schwarz
  • utazik – reist, fährt

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7.Übersicht

GruppeBedeutungWas fehlt
cukor nélkül – ohne ZuckerZutatSache
kabát nélkül – ohne MantelAusstattungSache
a gyerekek nélkül – ohne die KinderBegleitungPerson
segítség nélkül – ohne HilfeHilfsmittelMittel
jegy nélkül – ohne FahrkarteVoraussetzungBedingung
szó nélkül – wortlosArt und WeiseBegleitumstand
nélküled – ohne dichPerson (→ Abschnitt 9)Person
cukor nélküli tea – Tee ohne ZuckerAttribut (→ Abschnitt 11)Sache

Die beiden letzten Zeilen gehören zur Vertiefung.

Wortschatz

  • nélkül – ohne
  • mi nélkül? – ohne was?
  • ki nélkül? – ohne wen?
  • nélküled {nélkül·ED} – ohne·DEIN(ohne dich)
  • hiány – Fehlen, Mangel

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8.Das Wichtigste in Kürze

  • nélkül nennt etwas Fehlendes: Zutat, Sache, Begleitung, Hilfsmittel, Voraussetzung oder einen Umstand der Handlung.
  • Es steht als eigenes Wort hinter einem Substantiv ohne Endung; a und e am Wortende werden davor nicht gedehnt: táska nélkül.
  • Gegenstück ist -val/-vel: cukorral – cukor nélkül.
  • „ohne dich“ heißt nélküled, nicht *te nélkül.
  • nélkül verneint den Satz nicht; nem kann zusätzlich stehen. nincs stellt dagegen nur das Fehlen fest.

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Vertiefung

9.Personalformen: nélkülem bis nélkülük

Nélkülem is elkezdhetitek. – Ihr könnt auch ohne mich anfangen.

Nélkülünk üres lenne a terem. – Ohne uns wäre der Saal leer.

Nélkületek unatkoztunk. – Ohne euch haben wir uns gelangweilt.

Nélkülük nem kezdjük el. – Ohne sie fangen wir nicht an.

Nem megyek el nélküle. – Ich gehe nicht ohne ihn weg.

Hol a töltő? Nélküle nem működik a telefon. – Wo ist das Ladegerät? Ohne es funktioniert das Telefon nicht.

PersonForm
1. Singularnélkülem – ohne mich
2. Singularnélküled – ohne dich
3. Singularnélküle – ohne ihn, ohne sie, ohne es
1. Pluralnélkülünk – ohne uns
2. Pluralnélkületek – ohne euch
3. Pluralnélkülük – ohne sie
höflichÖn nélkül – ohne Sie

Die Endungen sind die Besitzzeichen der hellen Reihe: „-em”, „-ed”, „-e”, „-ünk”, „-etek”, „-ük”. Ein j tritt nicht ein: nélküle, nicht *nélkülje. Die Höflichkeitsform bildet keine Personalform; es heißt Ön nélkül, Önök nélkül.

nélküle unterscheidet weder Geschlecht noch Person und Sache. Wer gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang: im fünften Satz ein Begleiter, im sechsten das Ladegerät. Das Deutsche muss sich für „ihn“, „sie“ oder „es“ entscheiden; bei Sachen klingt „ohne es“ holprig und wird oft durch „ohne das Ding“ oder „ohne“ allein ersetzt.

In älteren Texten steht statt der Personalform eine Fügung mit „-nál/-nél”: nálam nélkül „ohne mich“, nála nélkül „ohne ihn“. Bekannt ist sie aus der Bibelübersetzung von Gáspár Károli (1590), etwa im Johannesevangelium: nála nélkül semmi sem lett „ohne dasselbe ist nichts gemacht“.

Wortschatz

  • nélkülem {nélkül·EM} – ohne·MEIN(ohne mich)
  • nélkülünk {nélkül·ÜNK} – ohne·UNSER(ohne uns)
  • nélkületek – ohne euch
  • nélkülük – ohne sie (Plural)
  • nélküle – ohne ihn/sie/es
  • Ön nélkül – ohne Sie
  • töltő – Ladegerät
  • működik – funktioniert
  • terem – Saal
  • unatkozik – langweilt sich

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10.enélkül und anélkül

Enélkül nem működik a készülék. – Ohne dies funktioniert das Gerät nicht.

Anélkül is értjük a szabályt. – Wir verstehen die Regel auch ohne das.

Először döntsünk a pénzről; enélkül nincs értelme tervezni. – Entscheiden wir zuerst über das Geld; ohne das hat Planen keinen Sinn.

Mit den Demonstrativen e „dies“ und a „jenes“ verschmilzt nélkül zu einem Wort: enélkül „ohne dies“, anélkül „ohne das“. Beide verweisen auf etwas, das gerade genannt wurde oder vor Augen liegt; enélkül auf Näheres, anélkül auf Ferneres. Die Wörterbücher führen sie als Adverbien.

Am häufigsten steht anélkül als Hinweiswort vor einem Nebensatz mit hogy: anélkül, hogy „ohne dass, ohne zu“ (→ 15.2). Allein bedeutet anélkül aber nur „ohne das“; es leitet keinen Satz ein:

Kiment, anélkül, hogy egy szót is szólt volna. – Er ging hinaus, ohne ein Wort zu sagen.

Anélkül is megy. – Es geht auch ohne das.

Die Gruppe anélkül is „auch ohne das“ ist umgangssprachlich häufig. „ohne dass“ ist nur dann gemeint, wenn ein hogy-Satz folgt.

Wortschatz

  • enélkül {e·NÉLKÜL} – dies·OHNE(ohne dies)
  • anélkül {a·NÉLKÜL} – jenes·OHNE(ohne das)
  • anélkül, hogy – ohne dass, ohne zu
  • anélkül is – auch ohne das
  • készülék – Gerät
  • szabály – Regel
  • értelme – sein Sinn

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11.nélküli: ohne als Attribut

A cukor nélküli sütemény is finom. – Der Kuchen ohne Zucker schmeckt auch gut.

Vezeték nélküli internet van a szállodában. – Im Hotel gibt es kabelloses Internet.

Feltétel nélküli megadást követeltek. – Sie verlangten die bedingungslose Kapitulation.

A munkanélküliek száma csökken. – Die Zahl der Arbeitslosen sinkt.

Vor einem Substantiv kann nélkül nicht stehen. Mit dem Suffix „-i” wird daraus ein Adjektiv, nélküli, das die ganze Gruppe zum Attribut macht:

→cukor nélkül – ohne Zucker→cukor nélküli – zuckerlos, ohne Zucker→cukor nélküli sütemény – Kuchen ohne Zucker

Das Bezugswort bleibt getrennt geschrieben: cukor nélküli, vezeték nélküli. Einige häufige Verbindungen sind zu einem Wort zusammengewachsen: munkanélküli „arbeitslos, Arbeitsloser“, munkanélküliség „Arbeitslosigkeit“. Die Hilfsorganisation Médecins Sans Frontières heißt ungarisch Orvosok Határok Nélkül „Ärzte ohne Grenzen“.

munkanélküli {munka·NÉLKÜLi} – Arbeit·OHNE·(ADJEKTIV)(arbeitslos)

Für Lebensmittel ist oft „-mentes” „frei von“ üblicher: cukormentes „zuckerfrei“, alkoholmentes „alkoholfrei“. Die Bildung der Adjektive auf „-i” aus Postpositionen behandelt 5.8 (→ 5.8.1, 5.8.7).

Wortschatz

  • nélküli {nélkülI} – ohne·(ADJEKTIV)(ohne, -los)
  • cukor nélküli – ohne Zucker
  • vezeték nélküli – kabellos, drahtlos
  • feltétel nélküli – bedingungslos
  • munkanélküli {munka·NÉLKÜLi} – Arbeit·OHNE·(ADJEKTIV)(arbeitslos)
  • munkanélküliség – Arbeitslosigkeit
  • cukormentes {cukor·MENTES} – Zucker·FREI(zuckerfrei)
  • alkoholmentes {alkohol·MENTES} – Alkohol·FREI(alkoholfrei)
  • sütemény – Kuchen, Gebäck

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12.Feste Wendungen

Könyv nélkül tudja a verset. – Er kann das Gedicht auswendig.

Ész nélkül rohant ki az utcára. – Er rannte kopflos auf die Straße.

Kertelés nélkül megmondta a véleményét. – Er sagte ohne Umschweife seine Meinung.

Nyakló nélkül költekezik. – Er gibt maßlos Geld aus.

Szemrebbenés nélkül hazudott. – Er log, ohne mit der Wimper zu zucken.

Minden további nélkül beengedtek. – Sie ließen mich ohne Weiteres hinein.

Kétségkívül ez a legjobb megoldás. – Zweifellos ist dies die beste Lösung.

Viele Gruppen mit nélkül sind feste Wendungen mit übertragener Bedeutung. könyv nélkül „ohne Buch“ heißt „auswendig“. nyakló ist der Halsriemen, mit dem das Pferd die Deichsel lenkt und den Wagen bremst; nyakló nélkül entspricht dem deutschen „zügellos“.

Für „zweifellos“ ist kétségkívül üblich, wörtlich „außerhalb des Zweifels“; kétség nélkül kommt auch vor, aber seltener. kívül ist mit dem zweiten Teil von nélkül verwandt (→ Abschnitt 15).

kétségkívül {kétség·KÍVÜL} – Zweifel·AUSSERHALB(zweifellos)

Zwei Sprichwörter: Nincsen rózsa tövis nélkül. „Keine Rose ohne Dornen.“ und Nincsen öröm üröm nélkül. „Keine Freude ohne Wermut.“ Im zweiten reimen sich öröm „Freude“ und üröm „Wermut“, die bittere Pflanze, aus der der Absinth gewonnen wird.

Wortschatz

  • könyv nélkül – auswendig
  • ész nélkül – kopflos
  • kertelés nélkül – ohne Umschweife
  • nyakló nélkül – zügellos, maßlos
  • szemrebbenés nélkül – ohne mit der Wimper zu zucken
  • szemrebbenés {szem·REBBENÉS} – Auge·ZUCKEN(Wimpernzucken)
  • minden további nélkül – ohne Weiteres
  • vég nélkül – endlos
  • kétségkívül {kétség·KÍVÜL} – Zweifel·AUSSERHALB(zweifellos)
  • rózsa – Rose
  • tövis – Dorn
  • üröm – Wermut

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13.Reichweite der Verneinung

Nem mindenki dolgozik szünet nélkül. – Nicht alle arbeiten ohne Pause.

Szünet nélkül senki sem dolgozik. – Ohne Pause arbeitet niemand.

Nem ok nélkül aggódik. – Er sorgt sich nicht ohne Grund.

Minden különösebb ok nélkül nevetett. – Er lachte ohne jeden besonderen Grund.

Minden ok nélkül megsértődött. – Er war ohne jeden Grund beleidigt.

Im ersten Satz verneint nem nur mindenki: Einige arbeiten ohne Pause, andere nicht. Im zweiten gilt die Aussage für alle. Die Stellung von nem bestimmt, was verneint wird; nélkül selbst ändert daran nichts.

nem ok nélkül „nicht ohne Grund“ verneint die Gruppe selbst. Zwei Verneinungen ergeben hier eine Bejahung, und zwar eine abgeschwächte: Er hat Grund zur Sorge. Diese Redefigur heißt Litotes (griechisch „Schlichtheit“); sie wirkt im Ungarischen wie im Deutschen.

„ohne jeden Grund“ heißt minden ok nélkül, wörtlich „ohne jeden Grund“, mit minden „jeder“, nicht mit semmi „nichts“. Die Gruppe minden különösebb ok nélkül zeigt außerdem, dass vor nélkül ein ganzes erweitertes Substantiv stehen kann; nélkül schließt sie am Ende ab.

Wortschatz

  • szünet – Pause
  • szünet nélkül – ohne Pause
  • nem ok nélkül – nicht ohne Grund
  • minden ok nélkül – ohne jeden Grund
  • különösebb – besonderer
  • aggódik – sorgt sich
  • megsértődik – ist beleidigt, ist gekränkt

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14.nélkül, -talan/-telen und nélkülöz

Szótlanul ültek egymás mellett. – Sie saßen wortlos nebeneinander.

Céltalanul bolyongott a városban. – Er irrte ziellos durch die Stadt.

Hibátlanul beszél magyarul. – Er spricht fehlerlos Ungarisch.

A levélre haladéktalanul válaszolt. – Er beantwortete den Brief unverzüglich.

Neben der Gruppe mit nélkül kennt das Ungarische die Ableitung mit dem Suffix „-talan/-telen” (auch „-tlan/-tlen”): szó nélkül und szótlanul, cél nélkül und céltalanul. Die ungarische Grammatik nennt es fosztóképző:

fosztóképző {fosztó·KÉPZŐ} – beraubend·BILDNER(Privativsuffix)

→szó nélkül – ohne Wort→szótlan – wortlos→szótlanul – wortlos (Adverb)

Die Ableitung ist ein Wort und hat oft eine eigene, festere Bedeutung; nélkül bildet eine freie Gruppe mit jedem Substantiv. Nicht jede Ableitung passt: oktalan heißt „unvernünftig“, nicht „ohne Grund“; dafür steht ok nélkül. Die Ableitung selbst behandeln 9.7.5 und 13.4.7 (→ 9.7.5, 13.4.7).

Aus nélkül ist ein Verb abgeleitet: nélkülöz „entbehren, Not leiden“. Davon kommt nélkülözhetetlen „unentbehrlich“, wörtlich „nicht entbehrt werden könnend“. Das Lateinische sagt für eine unentbehrliche Bedingung condicio sine qua non „Bedingung, ohne die nicht“.

nélkülözhetetlen {nélkülÖZ·hetETLEN} – ohne·(VERB)·können·UN(unentbehrlich)

Wortschatz

  • szótlanul {szóTLAN·ul} – Wort·LOS·(ADVERB)(wortlos)
  • céltalanul {célTALAN·ul} – Ziel·LOS·(ADVERB)(ziellos)
  • hibátlanul {hibáTLAN·ul} – Fehler·LOS·(ADVERB)(fehlerlos)
  • haladéktalanul {haladékTALAN·ul} – Aufschub·LOS·(ADVERB)(unverzüglich)
  • nyomtalanul {nyomTALAN·ul} – Spur·LOS·(ADVERB)(spurlos)
  • oktalan – unvernünftig
  • nélkülöz {nélkülÖZ} – ohne·(VERB)(entbehren)
  • nélkülözhetetlen – unentbehrlich
  • bolyong – irrt umher

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15.Herkunft und Sprachvergleich

nélkül ist aus zwei Teilen zusammengewachsen: nél, das auch in der Endung „-nál/-nél” „bei“ steckt, und kül, einer alten Form von kívül „außerhalb“. Dieselbe Wurzel zeigen külföld „Ausland“ und külső „äußerer“. Wörtlich bedeutet nélkül also etwa „außerhalb der Nähe“: Was ohne einen ist, befindet sich nicht bei einem.

külföld {kül·FÖLD} – außen·LAND(Ausland)

Die anderen Sprachen stellen ihr „ohne“ vor das Bezugswort. Lateinisch sine regiert den Ablativ und lebt in festen Wendungen fort: sine ira et studio „ohne Zorn und Eifer“ (Tacitus), sine die „ohne Termin“, condicio sine qua non. Französisch sans und spanisch sin gehen auf sine zurück. Russisch без (bez) verlangt den Genitiv: без сахара (bez sachara) „ohne Zucker“.

Auch das Nebeneinander von Gruppe und Ableitung kennen die Nachbarsprachen. Dem ungarischen „-talan/-telen” entsprechen deutsch „-los“ und englisch -less, beide aus einem alten Wort für „frei, ledig“, sowie die russische Vorsilbe без-: hajléktalan „obdachlos“, englisch homeless, russisch бездомный (bezdomnyj).

UngarischDeutschEnglischFranzösischSpanischRussisch
cukor nélkülohne Zuckerwithout sugarsans sucresin azúcarбез сахара
szó nélkülohne ein Wortwithout a wordsans un motsin una palabraбез слов
nélküledohne dichwithout yousans toisin tiбез тебя
hajléktalanobdachloshomelesssans-abrisin techoбездомный

Wortschatz

  • nélkül {nél·KÜL} – bei·AUSSERHALB(ohne)
  • kívül – außerhalb
  • külföld – Ausland
  • külső – äußerer
  • hajléktalan {hajlékTALAN} – Obdach·LOS(obdachlos)

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