6.10.7 Artikel in festen Verbindungen
Vor dem Besitzwort steht im freien Satz der bestimmte Artikel: a házam – mein Haus. In vielen festen Verbindungen fehlt er: Eszembe jutott. – Es ist mir eingefallen. Részemről a szerencse. – Ganz meinerseits. Ob der Artikel steht, gehört zur Wendung selbst.
1.Feste Verbindungen: állandósult szókapcsolatok
A házam a falu szélén áll. – Mein Haus steht am Dorfrand.
Eszembe jutott a neve. – Mir ist sein Name eingefallen.
Isten nevében! – In Gottes Namen!
Barátom, mit csinálsz itt? – Mein Freund, was machst du hier?
Két hete esik az eső. – Es regnet seit zwei Wochen.
Im freien Satz steht vor dem Besitzwort in der Regel der bestimmte Artikel (→ 6.10.1). Feste Verbindungen folgen dieser Regel oft nicht: Sie haben eine ältere Form bewahrt oder sind zu einer Einheit erstarrt, in der das Besitzwort kein einzelnes, bestimmtes Ding mehr bezeichnet. eszembe jut heißt wörtlich „kommt in meinen Verstand“, gemeint ist „fällt mir ein“; két hete „seine zwei Wochen“ ist eine Zeitangabe.
Ungarisch heißt eine solche Verbindung állandósult szókapcsolat „verfestigte Wortverbindung“, eine bildhafte Wendung szólás, ein Sprichwort közmondás. szólás kommt von szól „sprechen“, közmondás von köz „Gemeinschaft“ und mondás „Ausspruch“: das, was alle sagen. Das deutsche Fachwort „Phraseologie“ geht auf griechisch phrasis „Ausdruck“ zurück, „Idiom“ auf griechisch idíōma „Eigentümlichkeit“.
állandósult {állandóSULt} – ständig·WERDEN·(PARTIZIP)(verfestigt) szókapcsolat {szó·KAPCSOLat} – Wort·VERBINDEN·ung(Wortverbindung) közmondás {köz·MONDás} – gemein·SAGEN·ung(Sprichwort)Feste Verbindungen ganz ohne Besitzsuffix wie kezet mos „sich die Hände waschen“ behandeln (→ 3.3.9, 6.9.8), feste Wendungen mit Körperteilen wie szívére vesz „sich zu Herzen nehmen“ (→ 6.9.6).
Wortschatz
- házam – mein Haus
- falu – Dorf
- szélén – am Rand
- eszembe jut – mir einfallen
- nevében – in seinem Namen
- barátom – mein Freund
- hete – seine Woche (két hete – seit zwei Wochen)
- állandósult {állandóSULt} – ständig·WERDEN·(PARTIZIP)(verfestigt)
- szókapcsolat {szó·KAPCSOLat} – Wort·VERBINDEN·ung(Wortverbindung)
- szólás – Redewendung
- közmondás {köz·MONDás} – gemein·SAGEN·ung(Sprichwort)
2.Ohne Artikel beim Verb: eszembe jut
Eszembe jutott valami. – Mir ist etwas eingefallen.
Nem jutott eszébe a cím. – Die Adresse fiel ihm nicht ein.
Ez a dal eszembe juttatja a gyerekkoromat. – Dieses Lied erinnert mich an meine Kindheit.
Inába szállt a bátorsága. – Ihm ist das Herz in die Hose gerutscht.
Elment az esze. – Er hat den Verstand verloren.
Ez a teteje mindennek! – Das ist der Gipfel!
Steht die Besitzform als Ziel- oder Ortsangabe fest beim Verb, fehlt der Artikel meist: eszébe jut „fällt ihm ein“, eszébe juttat „erinnert ihn“, inába száll „fliegt ihm in die Sehne“. Die Besitzform verhält sich hier wie ein Verbzusatz. Ist das Besitzwort dagegen Subjekt der Wendung, steht der Artikel: elment az esze „sein Verstand ist fortgegangen“, ez a teteje mindennek „das ist das Dach von allem“. Ein Satz kann beides enthalten: Inába szállt a bátorsága. „In seine Sehne flog sein Mut.“ ín bedeutet „Sehne“; das Deutsche lässt stattdessen das Herz in die Hose rutschen.
Umgangssprachlich kommt auch die Form mit Artikel vor: Nem jut az eszembe a neve. „Sein Name fällt mir nicht ein.“
→ész – Verstand→esze – sein Verstand→eszébe – in seinen Verstand→eszembe – in meinen Verstand
ész verkürzt vor Endungen den Vokal: eszem „mein Verstand“ lautet genauso wie eszem „ich esse“ (von eszik). Aus ész mit „-re” ohne Besitzsuffix ist észrevesz „bemerken“ gebildet, wörtlich „auf den Verstand nehmen“.
eszembe {esz·EM·be} – Verstand·MEIN·in(mir in den Sinn)Wortschatz
- ész – Verstand
- esze – sein Verstand
- eszébe jut – ihm einfallen
- eszébe juttat – ihn erinnern
- inába száll a bátorsága – ihm rutscht das Herz in die Hose
- bátorság – Mut
- elmegy az esze – den Verstand verlieren
- tető – Dach, Gipfel
- teteje – sein Dach, sein Gipfel
- cím – Adresse, Titel
- dal – Lied
- gyerekkor {gyerek·KOR} – Kind·ZEIT(Kindheit)
- észrevesz {észre·VESZ} – auf den Verstand·NEHMEN(bemerken)
3.Besitzformen als Postpositionen: kedvéért, nevében
A gyerekek kedvéért maradtunk otthon. – Wir sind den Kindern zuliebe zu Hause geblieben.
Az egész család nevében köszönöm. – Im Namen der ganzen Familie danke ich.
A béke érdekében tárgyalnak. – Sie verhandeln im Interesse des Friedens.
Ez a könyv számomra nagyon fontos. – Dieses Buch ist für mich sehr wichtig.
Részemről a szerencse. – Ganz meinerseits.
Helyedben nem várnék. – An deiner Stelle würde ich nicht warten.
Einige Besitzformen sind zu Postpositionen erstarrt (→ 5.5.3): kedvéért „um seiner Lust willen“ → „ihm zuliebe“, nevében „in seinem Namen“, érdekében „in seinem Interesse“, számára „auf seine Zahl“ → „für ihn“, részéről „von seinem Teil“ → „seinerseits“, helyében „an seiner Stelle“. Ist der Besitzer ein Substantiv, hat nur dieses seinen Artikel: a gyerekek kedvéért, a béke érdekében. Trägt die Form selbst die Person, steht in der Regel kein Artikel: kedvemért, nevemben, számomra, részemről. Umgangssprachlich hört man auch a kedvedért, a helyedben. Die Formen gleichen damit den personal flektierten Postpositionen wie mellettem „neben mir“ (→ 5.7.9).
Részemről a szerencse. „Von meinem Teil das Glück“ ist die feste Antwort auf Örülök, hogy megismertem. „Ich freue mich, Sie kennengelernt zu haben.“
| Grundwort | 3. Person Singular | 1. Person Singular |
|---|---|---|
| kedv – Lust | kedvéért – ihm zuliebe | kedvemért – mir zuliebe |
| név – Name | nevében – in seinem Namen | nevemben – in meinem Namen |
| érdek – Interesse | érdekében – in seinem Interesse | érdekemben – in meinem Interesse |
| szám – Zahl | számára – für ihn | számomra – für mich |
| rész – Teil | részéről – seinerseits | részemről – meinerseits |
| hely – Platz, Stelle | helyében – an seiner Stelle | helyemben – an meiner Stelle |
Wortschatz
- kedv – Lust, Laune
- kedvéért – ihm zuliebe
- kedvemért – mir zuliebe
- nevében – in seinem Namen
- érdekében – in seinem Interesse
- számára – für ihn, für sie
- számomra – für mich
- részemről – meinerseits
- helyedben – an deiner Stelle
- béke – Frieden
- tárgyal – verhandeln
- szerencse – Glück
4.Anrede und Briefformeln: Uram! Istenem!
Uram, segíthetek? – Mein Herr, kann ich helfen?
Tisztelt Hölgyeim és Uraim! – Sehr geehrte Damen und Herren!
Kedves Barátaim! – Liebe Freunde!
Istenem, de késő van! – Mein Gott, ist das spät!
Hű barátod: Péter – Dein treuer Freund Peter
In der Anrede steht nie ein Artikel, auch nicht vor einer Besitzform (→ 6.9.6). Fest geworden sind Anreden mit dem Suffix der 1. Person: uram „mein Herr“ von úr, asszonyom „meine Dame“ von asszony, im Plural hölgyeim és uraim „meine Damen und meine Herren“. Der Ausruf Istenem! ist ebenfalls eine Anrede. Auch Unterschriften unter Briefen stehen ohne Artikel: barátod „dein Freund“, szerető fiad „dein dich liebender Sohn“.
Das Französische hat dieselbe Bildung in einem Wort erstarren lassen: monsieur aus mon sieur „mein Herr“, madame aus ma dame „meine Herrin“. Wie uram enthalten beide das besitzanzeigende „mein“.
→úr – Herr→uram – mein Herr→uraim – meine Herren
Istenem {Isten·EM} – Gott·MEIN(mein Gott)Wortschatz
- úr – Herr
- uram – mein Herr
- uraim – meine Herren
- hölgy – Dame
- hölgyeim – meine Damen
- asszonyom – meine Dame
- barátaim – meine Freunde
- Istenem – mein Gott
- tisztelt – geehrt
- hű – treu
- szerető – liebend
- fiad – dein Sohn
5.Das Wichtigste in Kürze
- Im freien Satz steht der Artikel vor dem Besitzwort: a házam. In festen Verbindungen fehlt er oft.
- Besitzformen fest beim Verb meist ohne Artikel: eszembe jut – fällt mir ein; als Subjekt mit Artikel: elment az esze.
- Postpositionsähnliche Besitzformen ohne Artikel: kedvemért, nevemben, számomra, részemről.
- Anreden und Unterschriften nie mit Artikel: Uram!, Hölgyeim és uraim!, Istenem!, barátod.
- Zeitangaben ohne Artikel: két hete – seit zwei Wochen.
Vertiefung
6.Zeitangaben: két hete, gyerekkoromban
Két hete Budapesten vagyok. – Ich bin seit zwei Wochen in Budapest.
Egy órája várok rád. – Ich warte seit einer Stunde auf dich.
Három napja érkeztek. – Sie sind vor drei Tagen angekommen.
Mennyi ideje tanulsz magyarul? – Wie lange lernst du schon Ungarisch?
Ezer éve nem láttalak! – Ich habe dich ewig nicht gesehen!
Zahl, Zeitwort und das Possessivsuffix der 3. Person ergeben eine feste Zeitangabe ohne Artikel. Mit dem Präsens bezeichnet sie die Dauer bis jetzt („seit“), mit dem Präteritum den Abstand zu einem vergangenen Zeitpunkt („vor“). ezer éve „tausend Jahre“ ist eine übertreibende Formel wie deutsch „seit Ewigkeiten“.
Gyerekkoromban sokat olvastam. – In meiner Kindheit habe ich viel gelesen.
Soha életemben nem láttam ilyet. – Ich habe so etwas in meinem Leben noch nie gesehen.
Élete végéig Szegeden élt. – Er lebte bis an sein Lebensende in Szeged.
Ötvenéves korában halt meg. – Er starb im Alter von fünfzig Jahren.
Napjainkban sokan dolgoznak otthonról. – Heutzutage arbeiten viele von zu Hause aus.
Szerencsére idejében szólt. – Zum Glück hat er rechtzeitig Bescheid gesagt.
Auch Lebensabschnitte und Zeiträume mit Besitzsuffix stehen in festen Zeitangaben meist ohne Artikel: gyerekkoromban, életemben, élete végéig, ötvenéves korában. napjainkban „in unseren Tagen“ heißt „heutzutage“, korunk „unser Zeitalter“ ist zugleich der Name einer Zeitschrift. idejében „in seiner Zeit“ bedeutet „rechtzeitig“.
Ein Paar mit und ohne Artikel:
Ideje indulni. – Es ist Zeit aufzubrechen.
Itt az ideje, hogy hazamenjünk. – Es ist an der Zeit, dass wir nach Hause gehen.
gyerekkoromban {gyerek·KOR·om·BAN} – Kind·ZEIT·mein·IN(in meiner Kindheit) napjainkban {nap·JAI·nk·BAN} – Tag·(MEHRZAHL_DES_BESITZES)·unser·IN(heutzutage)Wortschatz
- hét – Woche
- hete – seine Woche (két hete – seit/vor zwei Wochen)
- órája – seine Stunde (egy órája – seit/vor einer Stunde)
- napja – sein Tag (három napja – seit/vor drei Tagen)
- idő – Zeit
- ideje – seine Zeit
- idejében – rechtzeitig
- éve – sein Jahr
- gyerekkoromban {gyerek·KOR·om·BAN} – Kind·ZEIT·mein·IN(in meiner Kindheit)
- életemben – in meinem Leben
- élete végéig – bis an sein Lebensende
- korában – in seinem Alter
- napjainkban – heutzutage
- korunk – unser Zeitalter
7.ennek, annak mit Besitzform
Annak idején itt egy malom állt. – Damals stand hier eine Mühle.
Fáradt volt, ennek ellenére dolgozott. – Er war müde, trotzdem arbeitete er.
Annak ellenére, hogy esett, elindultunk. – Obwohl es regnete, brachen wir auf.
Annak érdekében, hogy időben odaérjünk, korán keltünk. – Um rechtzeitig dort zu sein, standen wir früh auf.
Elromlott a busz, ennek következtében sokan elkéstek. – Der Bus hatte eine Panne, infolgedessen kamen viele zu spät.
A szerződést annak rendje és módja szerint aláírták. – Der Vertrag wurde ordnungsgemäß unterzeichnet.
Als Besitzer steht hier das Demonstrativpronomen ennek „dessen (hier)“ oder annak „dessen (dort)“. Es verweist auf einen Satz oder Sachverhalt, nicht auf ein Ding; die Besitzform danach hat keinen Artikel. Die Verbindungen wirken wie Konjunktionen oder Adverbien: ennek ellenére „trotzdem“, annak ellenére, hogy „obwohl“, ennek következtében „infolgedessen“, annak érdekében, hogy „damit, um zu“. annak idején „zu dessen Zeit“ heißt „damals“. Die Juristensprache liebt annak rendje és módja szerint „nach dessen Ordnung und Art“, also „ordnungsgemäß“.
rendje {rend·JE} – Ordnung·SEIN(seine Ordnung)Wortschatz
- annak idején – damals
- ennek ellenére – trotzdem
- annak ellenére, hogy – obwohl
- annak érdekében, hogy – damit, um zu
- ennek következtében – infolgedessen
- annak rendje és módja szerint – ordnungsgemäß
- malom – Mühle
- szerződés – Vertrag
- elromlik – kaputtgehen
- elkésik – sich verspäten
8.Verneinung und Frage: se híre, se hamva
Péternek se híre, se hamva. – Von Peter fehlt jede Spur.
Ennek a vitának se vége, se hossza. – Dieser Streit nimmt kein Ende.
A leves se íze, se bűze. – Die Suppe schmeckt nach nichts.
Semmi közöd hozzá! – Das geht dich nichts an!
Mi bajod van? – Was hast du?
Kutya baja sincs. – Ihm fehlt gar nichts.
Vor der Besitzform steht hier ein anderes Wort an der Stelle des Artikels: se … se „weder … noch“, semmi „kein“, das Fragewort mi „was“. In kutya baja „Hundekummer“ verstärkt kutya wie ein Adjektiv: Der Kummer ist so gering wie der eines Hundes. se híre, se hamva „weder seine Nachricht noch seine Asche“ heißt „spurlos verschwunden“: Man hört nichts von ihm und kennt nicht einmal sein Grab. hamva ist die alte Besitzform von hamu „Asche“; heute sagt man hamuja.
közöd {köz·ÖD} – Gemeinsames·DEIN(dein Anteil, deine Sache)Wortschatz
- híre – seine Nachricht
- hamu – Asche
- hamva – seine Asche (alte Form)
- se híre, se hamva – spurlos verschwunden
- se vége, se hossza – endlos
- se íze, se bűze – fade
- vita – Streit, Diskussion
- leves – Suppe
- semmi közöd hozzá – das geht dich nichts an
- mi bajod van? – was hast du?
- kutya baja sincs – ihm fehlt gar nichts
9.Besitzer ohne Artikel: Isten háta mögött, jobb híján
Isten háta mögött laknak. – Sie wohnen am Ende der Welt.
Isten akarata volt. – Es war Gottes Wille.
Jobb híján ezt választottuk. – Mangels einer besseren Möglichkeit haben wir das gewählt.
Idő híján nem tudtam megírni a levelet. – Aus Zeitmangel konnte ich den Brief nicht schreiben.
Egy híján húsz diák jött el. – Neunzehn Schüler sind gekommen.
Bizonyítékok hiányában felmentették. – Mangels Beweisen wurde er freigesprochen.
Kutya módjára bántak vele. – Man behandelte ihn wie einen Hund.
Im freien Satz hat ein vorangestellter Besitzer seinen eigenen Artikel: a ház teteje „das Dach des Hauses“ (→ 6.10.2). In festen Verbindungen steht der Besitzer dagegen allgemein, ohne Artikel: Isten wie ein Eigenname (→ 6.10.3), idő, bizonyítékok, kutya. Isten háta mögött „hinter Gottes Rücken“ ist ein Ort, den nicht einmal Gott im Blick hat. híja „sein Fehlen“ kommt nur mit Besitzsuffix vor; egy híján húsz „zwanzig mit dem Fehlen von einem“ ist „neunzehn“, so wie lateinisch undeviginti „eins von zwanzig“.
Das Deutsche hat in solchen Formeln den vorangestellten Genitiv ohne Artikel: „Gottes Wille“, „in Gottes Namen“, „mangels Beweisen“.
hiányában {hiány·Á·ban} – Mangel·SEIN·in(in Ermangelung)Wortschatz
- Isten háta mögött – am Ende der Welt
- hát – Rücken
- akarat – Wille
- jobb híján – mangels Besserem
- idő híján – aus Zeitmangel
- egy híján húsz – neunzehn
- bizonyíték – Beweis
- hiányában – in Ermangelung
- módjára – nach Art von
- felment – freisprechen
- bánik vele – jemanden behandeln
10.Sprichwörter, Gebete, Formulare
Madarat tolláról, embert barátjáról. – Den Vogel erkennt man an seinen Federn, den Menschen an seinem Freund.
Ki mint veti ágyát, úgy alussza álmát. – Wie man sich bettet, so liegt man.
Nem esik messze az alma a fájától. – Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Sprichwörter bewahren oft die knappe, artikellose Form: tolláról, barátjáról, ágyát, álmát „sein Bett“, „seinen Schlaf“. Andere haben den Artikel: a fájától „von seinem Baum“. Der Artikel a/az ist im Ungarischen erst in historischer Zeit aus dem Demonstrativpronomen az „jenes“ entstanden. Der älteste zusammenhängende ungarische Text, die Leichenrede Halotti beszéd (zwischen 1192 und 1195), beginnt in heutiger Schreibung mit Látjátok, feleim, szemetekkel, mik vagyunk „Ihr seht, meine Brüder, mit euren Augen, was wir sind“ – zwei Besitzformen ohne Artikel.
Ebenso das Vaterunser. Die katholische Fassung sagt Mindennapi kenyerünket add meg nekünk ma, és bocsásd meg vétkeinket „Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld“, die alte reformierte Fassung mit Artikel und Pronomen A mi mindennapi kenyerünket und a mi vétkeinket.
Néve: Kovács Anna – Name: Anna Kovács
Anyja neve: Szabó Mária – Name der Mutter: Mária Szabó
Születési helye: Debrecen – Geburtsort: Debrecen
A hősök emlékére – Zum Gedenken an die Helden
In Formularen stehen die Feldnamen als Besitzformen der 3. Person ohne Artikel: neve „sein Name“, anyja neve „der Name seiner Mutter“, lakcíme „seine Wohnadresse“. Der Geburtsname der Mutter gehört in Ungarn zu den Angaben, mit denen eine Person amtlich bestimmt wird. Inschriften auf Denkmälern und Grabsteinen haben die Form … emlékére „zu seinem Gedenken“; der Artikel steht nur beim Besitzer: a hősök emlékére, szeretett férjem emlékére „zum Gedenken an meinen geliebten Mann“.
emlékére {emlék·É·re} – Erinnerung·SEIN·auf(zu seinem Gedenken)Wortschatz
- toll – Feder
- barátjáról – von seinem Freund
- ágyát – sein Bett (Akkusativ)
- álom – Traum, Schlaf
- álmát – seinen Schlaf
- fájától – von seinem Baum
- kenyerünket – unser Brot (Akkusativ)
- vétkeinket – unsere Sünden (Akkusativ)
- neve – sein Name
- anyja – seine Mutter
- születési helye – sein Geburtsort
- lakcíme – seine Wohnadresse
- hős – Held
- emlékére – zu seinem Gedenken
11.Sprachvergleich: Istenem! – Mon Dieu!
| Ungarisch | Deutsch | Englisch | Französisch | Spanisch | Russisch | Latein |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Istenem! | Mein Gott! | My God! | Mon Dieu ! | ¡Dios mío! | Боже мой! | Deus meus! |
| Isten nevében | in Gottes Namen | in God’s name | au nom de Dieu | en nombre de Dios | во имя Бога | in nomine Dei |
| Isten akarata | Gottes Wille | God’s will | la volonté de Dieu | la voluntad de Dios | воля Божья | voluntas Dei |
| kedvemért | mir zuliebe | for my sake | pour moi | por mí | ради меня | mea causa |
Alle sieben Sprachen setzen in der Anrede an Gott keinen Artikel. Das Russische bewahrt in Боже eine alte Vokativform von Бог „Gott“; im Lateinischen ist der Vokativ von Deus gleich dem Nominativ. Im Genitiv stimmen Deutsch und Englisch mit dem Ungarischen überein: Der vorangestellte Besitzer schließt den Artikel aus („Gottes Wille“, „God’s will“, Isten akarata). Französisch, Spanisch, Russisch und Latein stellen den Besitzer nach. Das lateinische mea causa „um meiner Sache willen“ ist gebaut wie kedvemért: Ein Substantiv mit Besitzanzeige wird zum Verhältniswort.
Wortschatz
- Istenem! – Mein Gott!
- Isten nevében – in Gottes Namen
- Isten akarata – Gottes Wille
- kedvemért – mir zuliebe
- helyemben – an meiner Stelle
- számomra – für mich
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