2.5.7 Wichtige Ausnahmen und schwankender Sprachgebrauch

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2.5.7 Wichtige Ausnahmen und schwankender Sprachgebrauch

Wenige Endungen halten sich nicht an die Vokalharmonie: Die ich-Form des Konditionals endet immer auf „-nék” (várnék „ich würde warten“), die definite er/sie-Form heißt várja, aber kéri. Einige Wörter nehmen e statt ö (könyvet, földet). Wo Standard- und Umgangssprache auseinandergehen (eszem – eszek), gilt in der Schrift die Standardform.

1.Gern würde ich …: várnék und olvasna

Szívesen várnék még egy kicsit. – Ich würde gern noch ein bisschen warten.

Ildikó szívesen olvasna, de nincs ideje. – Ildikó würde gern lesen, aber sie hat keine Zeit.

vár und olvas haben nur hintere Vokale. olvasna folgt der Regel, várnék nicht: Die Endung ist vorn, obwohl der Stamm hinten ist. Der Prüfweg aus 2.5.5 führt hier zu einem falschen Ergebnis (→ 2.5.5); die ich-Form des Konditionals hat nur eine Form.

Der Konditional, die „Bedingungsform“ (lat. condicio „Bedingung“), entspricht dem deutschen „würde“:

feltételes mód – Konditional feltétel {fel·TÉTEL} – auf·SETZUNG(Bedingung)

tétel gehört zu tesz „setzen, legen“; das Wort ist gebaut wie dt. „Voraussetzung“.

Wortschatz

  • szívesen – gern
  • vár – warten
  • várnék – ich würde warten
  • olvas – lesen
  • olvasna – er/sie würde lesen
  • még – noch
  • egy kicsit – ein bisschen
  • de – aber
  • nincs ideje – er/sie hat keine Zeit
  • feltételes mód – Konditional
  • feltétel {fel·tétel} – Bedingung

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2.Was ist eine Ausnahme?

Eine Ausnahme ist eine Form, die von einer sonst gültigen Regel abweicht:

kivétel {ki·VÉTEL} – heraus·NAHME(Ausnahme)

vétel gehört zu vesz „nehmen“, kivesz heißt „herausnehmen“. Ungarisch, Deutsch und Latein bilden das Wort gleich: lat. exceptio zu excipere „herausnehmen“ (ex „aus“ + capere „nehmen“). Dazu passt das Sprichwort:

A kivétel erősíti a szabályt. – Die Ausnahme bestätigt die Regel.

lat. exceptio probat regulam; erősít „stärken“, zu erős „stark“.

Zwei Arten sind zu trennen:

Artgilt fürBeispiele
die Endung weicht aballe Wörtervárnék, kérnék; várja – kéri
das Wort weicht abnur dieses Wortkönyvet, földet

Wörter, deren Vokalklasse fest oder schwankend ist (hídon, hotelban/hotelben), gehören zur zweiten Art und sind in 2.4.7 und 2.4.10 behandelt (→ 2.4.7, 2.4.10). Die Zahl der Ausnahmen ist klein.

Wortschatz

  • kivétel {ki·vétel} – Ausnahme
  • kivesz – herausnehmen
  • vesz – nehmen
  • szabály – Regel
  • szabályt – die Regel (Objekt)
  • erős – stark
  • erősít – stärken, bestätigen
  • kér – bitten, verlangen
  • kérnék – ich würde bitten
  • könyv – Buch
  • föld – Erde, Boden

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3.Die ich-Form des Konditionals: „-nék”

Barnabás olaszul tanulna, én inkább spanyolul tanulnék. – Barnabás würde Italienisch lernen, ich lieber Spanisch.

Dasselbe Verb, zwei Personen, zwei Vokale: „-na” für er/sie, „-nék” für ich.

Personvár – wartenkér – bitten
ichvárnékkérnék
duvárnálkérnél
er/sievárnakérne
wirvárnánkkérnénk
ihrvárnátokkérnétek
sie (Mehrzahl)várnánakkérnének

Nur die ich-Form ist bei beiden Verben gleich, nämlich vorn. Alle anderen Personen wechseln regelmäßig zwischen hinten und vorn. Die Bildung des Konditionals im Einzelnen folgt in 10.11 (→ 10.11).

Ha lenne időm, többet írnék. – Wenn ich Zeit hätte, würde ich mehr schreiben.

Szívesen laknék a Balatonnál. – Ich würde gern am Balaton wohnen.

Mit csinálnál a helyemben? – Was würdest du an meiner Stelle tun?

Ti mit mondanátok erre? – Was würdet ihr dazu sagen?

írnék und laknék haben „-nék”, csinálnál und mondanátok sind regelmäßig hinten. Die Form várnák gibt es ebenfalls, sie bedeutet aber „sie würden ihn/sie/es erwarten“ (definite Konjugation, 3. Person Mehrzahl); für „ich würde warten“ steht immer várnék.

Wortschatz

  • tanul – lernen
  • tanulna – er/sie würde lernen
  • tanulnék – ich würde lernen
  • olaszul – auf Italienisch
  • spanyolul – auf Spanisch
  • inkább – lieber
  • ha – wenn
  • lenne – wäre
  • időm – meine Zeit
  • többet – mehr
  • írnék – ich würde schreiben
  • laknék – ich würde wohnen
  • Balatonnál – am Balaton
  • csinálnál – du würdest machen
  • helyemben – an meiner Stelle
  • mondanátok – ihr würdet sagen
  • várnák – sie würden ihn erwarten

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4.várja – kéri: das Paar „-ja/-i”

Vera várja a levelet, Ildikó kéri a számlát. – Vera wartet auf den Brief, Ildikó verlangt die Rechnung.

Beide Verben stehen in der definiten Konjugation, der Form für ein bestimmtes Objekt:

határozott ragozás – definite (bestimmte) Konjugation általános ragozás – allgemeine (unbestimmte) Konjugation
Personvár – warten aufkér – bitten um
ichváromkérem
duvárodkéred
er/sievárjakéri
wirvárjukkérjük
ihrvárjátokkéritek
sie (Mehrzahl)várjákkérik

Abweichend sind drei Formen: „-ja/-i”, „-játok/-itek”, „-ják/-ik”. Hier steht hinten ein j mit Vokal, vorn ein i – das ist mehr als ein Vokalwechsel. Regelmäßig sind die ich-, du- und wir-Form; „-juk/-jük” ist ein gewöhnliches Paar u/ü.

A szomszédok is várják a csomagot. – Auch die Nachbarn warten auf das Paket.

A gyerekek kérik a fagylaltot. – Die Kinder wollen das Eis haben.

Ti is kéritek a számlát? – Wollt ihr auch die Rechnung?

Várjuk a válaszodat. – Wir warten auf deine Antwort.

Diese drei Formen und „-nék” sind die bekanntesten Ausnahmen der Vokalharmonie bei Verbendungen. Die definite Konjugation im Einzelnen: 10.4.5 (→ 10.4.5).

Wortschatz

  • várja – er/sie wartet auf ihn
  • kéri – er/sie verlangt es
  • várják – sie warten auf ihn
  • kérik – sie verlangen es
  • kéritek – ihr verlangt es
  • várjuk – wir warten auf ihn
  • kérjük – wir bitten darum
  • levelet – den Brief
  • levél – Brief
  • számla – Rechnung
  • számlát – die Rechnung (Objekt)
  • szomszédok – Nachbarn
  • csomagot – das Paket (Objekt)
  • gyerekek – Kinder
  • fagylaltot – das Eis (Objekt)
  • válaszodat – deine Antwort (Objekt)
  • határozott ragozás – definite Konjugation
  • általános ragozás – allgemeine Konjugation

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5.Wörter mit e statt ö

Ildikó kölcsönkérte a könyvemet. – Ildikó hat sich mein Buch ausgeliehen.

Der letzte Vokal von könyv ist ö, die Endungen stehen aber mit e: könyvem, könyvet. Nach der Regel wären *könyvöm, *könyvöt zu erwarten. Abweichend ist hier der Bindevokal:

kötőhangzó {kötŐ·hangzó} – binden·END·Laut(Bindevokal)
WortAkkusativMehrzahl„mein“aber: „zu“aber: „auf“
könyv – Buchkönyvetkönyvekkönyvemkönyvhözkönyvön
föld – Erdeföldetföldekföldemföldhözföldön
fül – Ohrfületfülekfülemfülhözfülön
zöld – grünzöldetzöldek–zöldhöz–

Nur der Bindevokal weicht ab. Die dreiförmigen Endungen „-hoz/-hez/-höz” und „-on/-en/-ön” bleiben regelmäßig gerundet: könyvhöz, földön; *könyvhez ist falsch. Andere Wörter mit ö sind regelmäßig: gyümölcsöt „Obst (Objekt)“, sörök „Biere“. Mehr zum Bindevokal: 2.6 und 2.10.7 (→ 2.6, 2.10.7).

A földet áprilisban ássuk fel. – Den Boden graben wir im April um.

Wortschatz

  • kölcsönkér – sich ausleihen
  • kölcsönkérte – er/sie hat sich ausgeliehen
  • könyvemet – mein Buch (Objekt)
  • könyvet – das Buch (Objekt)
  • könyvek – Bücher
  • könyvhöz – zum Buch
  • földet – die Erde, den Boden
  • földön – auf dem Boden
  • fül – Ohr
  • fület – das Ohr (Objekt)
  • zöld – grün
  • zöldet – das Grüne (Objekt)
  • áprilisban – im April
  • ássuk fel – wir graben um
  • gyümölcsöt – Obst (Objekt)
  • sörök – Biere
  • kötőhangzó {kötő·hangzó} – Bindevokal

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6.Standardsprache und Umgangssprache

Este csak egy kis salátát eszem. – Abends esse ich nur ein bisschen Salat.

Iszom egy pohár vizet, aztán indulok. – Ich trinke ein Glas Wasser, dann gehe ich los.

eszik „essen“ und iszik „trinken“ sind ik-Verben (ikes ige). Ihre ich-Form endet in der Standardsprache auf „-m”; in der Umgangssprache hört man oft „-k”:

VerbStandardspracheUmgangssprache
eszik – esseneszemeszek
iszik – trinkeniszomiszok
elalszik – einschlafenelalszomelalszok

In der Schrift steht die Standardform. Die umgangssprachliche Form ist verbreitet und keine erfundene Form; sie gehört aber nicht in formelle Texte. Die Endung „-m” ist dieselbe wie in der definiten ich-Form kérem, das „-k” dieselbe wie in der allgemeinen ich-Form kérek „ich bitte“. Ausführlich: 10.3.6, 10.3.9 (→ 10.3.6, 10.3.9).

köznyelv {köz·NYELV} – gemeinsam·SPRACHE(Standardsprache) társalgási nyelv – Umgangssprache

köz bedeutet „Zwischenraum; Gemeinschaft“ (vgl. közös „gemeinsam“), nyelv „Zunge; Sprache“ – wie lat. lingua. Daneben ist sztenderd gebräuchlich. társalgás „Unterhaltung, Konversation“ gehört zu társ „Gefährte“.

Wortschatz

  • eszem – ich esse
  • eszek – ich esse (umgangssprachlich)
  • iszom – ich trinke
  • iszok – ich trinke (umgangssprachlich)
  • eszik – essen
  • iszik – trinken
  • ikes ige – ik-Verb
  • este – abends
  • csak – nur
  • salátát – Salat (Objekt)
  • pohár – Glas
  • vizet – Wasser (Objekt)
  • aztán – dann
  • indulok – ich gehe los
  • köznyelv {köz·nyelv} – Standardsprache
  • társalgási nyelv – Umgangssprache
  • nyelv – Zunge; Sprache

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7.Zwei richtige Formen

Vera a hotelben hagyta a töltőjét. – Vera hat ihr Ladegerät im Hotel liegen lassen.

Ebenso richtig ist hotelban. Das ist keine Ausnahme der Endung, sondern ein schwankendes Wort (→ 2.4.10). In einem Text bleibt man bei einer der beiden Formen.

Wortschatz

  • hotelben – im Hotel
  • hotelban – im Hotel
  • hagyta – er/sie hat gelassen
  • töltő – Ladegerät
  • töltőjét – sein/ihr Ladegerät (Objekt)
  • ingadozás {ingadozás} – Schwankung

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8.Das Wichtigste in Kürze

  • Konditional, ich-Form: immer „-nék” – várnék, tanulnék, kérnék; alle anderen Personen regelmäßig.
  • Definite Konjugation: várja – kéri, várjátok – kéritek, várják – kérik; regelmäßig várjuk – kérjük.
  • e statt ö: könyvet, földet, fülemet, zöldet – aber könyvhöz, földön.
  • Standard eszem, iszom; umgangssprachlich eszek, iszok.
  • Zwei richtige Formen: hotelban / hotelben (→ 2.4.10).

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Vertiefung

9.Warum „-nék”?

Man erklärt die Ausnahme meist mit einer Lücke im System: Die hintere Form várnák ist schon besetzt, sie ist die definite sie-Form „sie würden es erwarten“. Die allgemeine ich-Form weicht deshalb auf die vordere Form aus. Das beschreibt das heutige Formensystem, nicht die Entstehung der Endung.

„-nék” steht auch nach einem Bindevokal und bei veränderten Stämmen:

Erről sokat tudnék mesélni. – Darüber könnte ich viel erzählen.

Innék egy kávét. – Ich würde gern einen Kaffee trinken.

mondanék {mond·a·nék} „ich würde sagen“ hat den Bindevokal a und trotzdem „-nék”. iszik nimmt sonst hintere Endungen (iszunk „wir trinken“), bildet aber innék; der Stamm lautet im Konditional inn- (ebenso eszik → ennék; Stammformen → 2.10.5).

Die definite ich-Form ist dagegen regelmäßig: „-nám/-ném”.

Ezt a könyvet szívesen elolvasnám. – Dieses Buch würde ich gern lesen.

Verbich, allgemeinich, definit
vár – wartenvárnékvárnám
olvas – lesenolvasnékolvasnám
mond – sagenmondanékmondanám
tud – wissen, könnentudnéktudnám
iszik – trinkeninnékinnám
kér – bittenkérnékkérném

Die Ausnahme betrifft also genau eine Form: die allgemeine ich-Form des Konditionals Präsens (→ 10.11.4).

Wortschatz

  • tud – wissen, können
  • tudnék – ich könnte
  • erről – darüber
  • sokat – viel
  • mesél – erzählen
  • innék – ich würde trinken
  • ennék – ich würde essen
  • kávét – Kaffee (Objekt)
  • mondanék – ich würde sagen
  • várnám – ich würde ihn erwarten
  • elolvas {el·olvas} – zu Ende lesen
  • elolvasnám – ich würde es lesen

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10.Warum „-ja/-i”?

Die vordere Form ist „-i” – und i hat unter den Endungsvokalen keinen hinteren Partner (→ 2.5.1). Das „Paar” besteht daher aus zwei verschiedenen Gestalten: „-ja” hinten, „-i” vorn. Gerade einförmige Endungen mit i behalten es auch an hinteren Wörtern, etwa „-i” in budapesti „Budapester“ und balatoni „vom Balaton“.

→várja – er wartet auf ihn→várjátok – ihr wartet auf ihn→várják – sie warten auf ihn

→kéri – er verlangt es→kéritek – ihr verlangt es→kérik – sie verlangen es

In der wir-Form steht dagegen ein echtes Paar: várjuk – kérjük. Das j bleibt in beiden Formen. Bei Verben auf s, sz, z gleicht sich das j an (olvassa „er liest es“); das gehört zur Lautangleichung (→ 2.7, 10.4.5).

Wortschatz

  • várjátok – ihr wartet auf ihn
  • kéritek – ihr verlangt es
  • budapesti – Budapester
  • balatoni – vom Balaton
  • olvassa – er/sie liest es

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11.e statt ö: nur der Bindevokal

Barnabás a zöldet választotta, nem a pirosat. – Barnabás hat das Grüne gewählt, nicht das Rote.

Az orvos megnézte a fülemet. – Der Arzt hat sich mein Ohr angesehen.

A könyvhöz CD is tartozik. – Zum Buch gehört auch eine CD.

Die Abweichung betrifft den Bindevokal vor „-t”, „-k”, „-m” usw. (zöldet, fülemet, könyvek), nicht die dreiförmigen Endungen (könyvhöz, fülhöz, földön). In fülemet steht das e zweimal: im Besitzsuffix „-em” und im Akkusativ „-et”. Auch Ableitungen haben e: földes „erdig“, zöldes „grünlich“. Die übrigen Wörter dieser Art: 2.6 und 2.10.7 (→ 2.6, 2.10.7).

Wortschatz

  • zöldet – das Grüne (Objekt)
  • piros – rot
  • pirosat – das Rote (Objekt)
  • választotta – er/sie hat es gewählt
  • orvos – Arzt
  • megnézte – er/sie hat es angesehen
  • fülemet – mein Ohr (Objekt)
  • fülhöz – zum Ohr
  • könyvhöz – zum Buch
  • tartozik – gehören (zu)
  • földes {földes} – erdig
  • zöldes {zöldes} – grünlich

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12.„-ba” statt „-ban”

Vera most a boltban van. – Vera ist gerade im Laden.

Vera a boltba megy. – Vera geht in den Laden.

Für den Ort (hol? „wo?“) verlangt die Standardsprache „-ban/-ben”, für die Richtung (hová? „wohin?“) „-ba/-be”. Umgangssprachlich hört man auch a boltba van „ist im Laden“; diese Form ist nicht standardsprachlich und wird in der Schrift vermieden. Mit der Vokalharmonie hat das nichts zu tun: „-ba” und „-ban” sind beide hintere Formen; schwankend ist die Wahl zwischen zwei Endungen (→ 4.6.1, 4.6.2).

Wortschatz

  • bolt – Laden
  • boltban – im Laden
  • boltba – in den Laden
  • most – jetzt, gerade
  • megy – gehen
  • hol – wo
  • hová – wohin

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13.nagyon

Barnabás nagyon örült az üzenetnek. – Barnabás hat sich sehr über die Nachricht gefreut.

nagyon „sehr“ ist aus nagy „groß“ und „-on” entstanden und zu einem eigenen Wort geworden. Die Adverbendung der Art und Weise lautet sonst „-an/-en”: gyorsan „schnell“, szépen „schön“ (→ 9.10.1, 9.10.9). Ein *nagyan gibt es nicht.

Wortschatz

  • nagy – groß
  • nagyon – sehr
  • örül – sich freuen
  • örült – er/sie hat sich gefreut
  • üzenetnek – über die Nachricht
  • gyorsan – schnell
  • szépen – schön

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14.Feste Personalformen

Nekem is írj egy üzenetet! – Schreib mir auch eine Nachricht!

nekem hat immer e, gleich auf wen es sich bezieht; ebenso nálam, velem, tőlem. Diesen Formen geht kein Wort voraus, nach dessen Vokalen sie sich richten könnten (→ 2.4.10, 7.2).

Wortschatz

  • nekem – mir
  • nálam – bei mir
  • velem – mit mir
  • tőlem – von mir
  • írj – schreib!
  • üzenetet – Nachricht (Objekt)

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15.ik-Verben: Norm und Gebrauch

Ma korán elalszom. – Heute schlafe ich früh ein.

Standard ist elalszom, umgangssprachlich elalszok. Die Sprachberatung empfiehlt in der Schrift die „-m”-Formen; gesprochen sind die „-k”-Formen weit verbreitet. Unter dem Stichwort suksükölés werden weitere umgangssprachliche Verbformen diskutiert (→ 10.3.9); der Name ahmt die Endungen „-suk/-sük” nach.

Wortschatz

  • ma – heute
  • korán – früh
  • elalszik – einschlafen
  • elalszom – ich schlafe ein
  • elalszok – ich schlafe ein (umgangssprachlich)
  • suksükölés – Suksükölés (umgangssprachliche Verbformen)

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16.Mundart, Norm, Sprachwandel

nyelvjárás {nyelv·JÁRÁS} – Sprache·GANG(Mundart, Dialekt) nyelvi norma – Sprachnorm nyelvi változás – Sprachwandel

In Mundarten gibt es teils andere Endungsformen, besonders wegen des geschlossenen ë (→ 2.4.10). járás heißt „Gang“, aber auch „Gegend, Bezirk“; der járás ist eine Verwaltungseinheit unterhalb des Komitats (1983 abgeschafft, 2013 wieder eingeführt). Die Norm (lat. norma „Winkelmaß, Richtschnur“) legt fest, welche Form in Schule, Presse und Amtssprache gilt. Schwankung ist oft ein Zeichen für Wandel: Bei hotel setzen sich die vorderen Formen durch (→ 2.4.10).

Wortschatz

  • nyelvjárás {nyelv·járás} – Mundart, Dialekt
  • járás – Gang; Bezirk
  • nyelvi norma – Sprachnorm
  • nyelvi változás – Sprachwandel
  • változás – Veränderung
  • változik – sich verändern

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17.Sprachvergleich

Standard und Umgangssprache gehen auch in anderen Sprachen auseinander:

SpracheStandardUmgangssprache
Deutschwegen des Regenswegen dem Regen
Englischisn’tain’t
Französischnous allons (wir gehen)on va
Spanischhabía muchas personashabían muchas personas
Russischзвони́т (er ruft an)зво́нит
Lateinequus (Pferd)caballus

Das vulgärlateinische caballus „Gaul“ hat sich durchgesetzt: frz. cheval, span. caballo.

Wortschatz

  • németül – auf Deutsch
  • angolul – auf Englisch
  • franciául – auf Französisch
  • spanyolul – auf Spanisch
  • oroszul – auf Russisch
  • latinul – auf Latein

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18.Übersicht

ArtErscheinungBeispieleKapitel
Endung ohne Harmonie„-nék” (ich, Konditional)várnék, innék10.11.4
Endungspaar ungleich„-ja/-i”, „-játok/-itek”, „-ják/-ik”várja – kéri10.4.5
einförmig trotz hinterem Stamm„-kor”, „-é”ötkor, Annáé2.5.1
Wort mit e statt ökönyv, föld, fül, zöldkönyvet, földet2.6, 2.10.7
festgewordene Formnagyon; nekemnagyon; nekem9.10.9, 7.2
Standard / Umgangssprache„-m”/„-k”; „-ban”/„-ba”iszom/iszok10.3.9, 4.6
schwankendes Worthotel, fotelhotelban/hotelben2.4.10

Wortschatz

  • ötkor – um fünf
  • Annáé – Annas (Besitz)
  • kivétel {ki·vétel} – Ausnahme
  • szabály – Regel
  • köznyelv {köz·nyelv} – Standardsprache
  • nyelvjárás {nyelv·járás} – Mundart

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