6.9.3 Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände

« Kapitel 6.9.2  |  Kapitel 6.9.3  |  Kapitel 6.9.4 »

6.9.3 Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände

Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände tragen im Ungarischen gewöhnlich das Possessivsuffix der Person, die sie trägt oder bei sich hat – auch dort, wo das Deutsche nur den Artikel setzt: Levette a kabátját. – Er zog den Mantel aus. Az órájára nézett. – Sie sah auf die Uhr. Ohne Possessivsuffix steht das Wort, wenn nur beschrieben wird, was jemand anhat: Kabát van rajta. – Er trägt einen Mantel.

1.Felveszem a kabátomat: an- und ausziehen

Felveszem a kabátomat. – Ich ziehe den Mantel an.

Levette a cipőjét. – Er/Sie zog die Schuhe aus.

Gyorsan felhúzta a nadrágját. – Er zog schnell die Hose an.

Begombolom az ingemet. – Ich knöpfe das Hemd zu.

Feltette a kalapját. – Er setzte den Hut auf.

Leveszed a sapkádat? – Nimmst du die Mütze ab?

Wer ein Kleidungsstück an- oder auszieht, zieht im Normalfall sein eigenes an. Das Deutsche setzt dafür nur den bestimmten Artikel, oft mit dem Reflexivpronomen im Dativ: „Ich ziehe (mir) den Mantel an.“ Das Ungarische nennt den Besitzer am Besitzwort: a kabátomat, wörtlich „meinen Mantel“. Das Possessivsuffix steht in der Person des Subjekts:

felveszem a kabátomat – ich ziehe den Mantel an felveszed a kabátodat – du ziehst den Mantel an felveszi a kabátját – er/sie zieht den Mantel an

→kabát – Mantel→kabátom – mein Mantel→kabátomat – meinen Mantel (Objekt)

Der Satz ohne Possessivsuffix, Felveszem a kabátot, ist nicht falsch. Er spricht aber von einem bestimmten, aus der Lage bekannten Mantel – etwa dem, der gerade bereitliegt oder von dem eben die Rede war –, nicht selbstverständlich vom eigenen.

Ein Besitzwort mit Possessivsuffix ist ein bestimmtes Objekt; das Verb steht daher in der bestimmten Konjugation: felveszem, levette, feltette (→ 10.4).

Die Verben richten sich nach dem Kleidungsstück. felvesz „anziehen“, wörtlich „hinaufnehmen“, und levesz „ausziehen, abnehmen“ passen fast immer. felhúz „hinaufziehen“ steht bei Schuhen, Strümpfen, Handschuhen und Hosen, feltesz „hinaufsetzen“ bei Hut, Mütze und Brille. Den Hut setzt man im Ungarischen nicht nur „auf den Kopf“, a fejére, sondern auch „in den Kopf“: fejébe teszi a kalapját. Das große ungarische Bedeutungswörterbuch nennt diese Form sogar die richtigere.

Wortschatz

  • felvesz – anziehen
  • levesz – ausziehen, abnehmen
  • felhúz – anziehen (Schuhe, Hose, Handschuhe)
  • feltesz – aufsetzen (Hut, Brille)
  • begombol – zuknöpfen
  • kigombol – aufknöpfen
  • kabát – Mantel, Jacke
  • kabátomat – meinen Mantel
  • cipőjét – seine/ihre Schuhe (Objekt)
  • nadrágját – seine/ihre Hose (Objekt)
  • ing – Hemd
  • ingemet – mein Hemd (Objekt)
  • kalap – Hut
  • kalapját – seinen/ihren Hut
  • sapka – Mütze
  • sapkádat – deine Mütze (Objekt)
  • fejébe – in seinen/ihren Kopf

↑ Hoch zum Seitenanfang

2.Kleidungswörter mit Possessivsuffix

Wortmeinsein/ihr
kabát – Mantelkabátomkabátja
nadrág – Hosenadrágomnadrágja
kalap – Hutkalapomkalapja
sál – Schalsálamsálja
ing – Hemdingeminge
öv – Gürtelövemöve
öltöny – Anzugöltönyömöltönye
cipő – Schuhcipőmcipője
kesztyű – Handschuhkesztyűmkesztyűje
ruha – Kleid, Kleidungruhámruhája
szoknya – Rockszoknyámszoknyája
sapka – Mützesapkámsapkája

Die Formen folgen den allgemeinen Regeln der Possessivsuffixe (→ 6.2). In der 3. Person nehmen kabát, nadrág, kalap und sál ein „-j-”, ing, öv und öltöny nicht (→ 6.2.7). Nach Vokal steht das „-j-” immer: cipője, ruhája. Auslautendes „-a” wird lang: ruha → ruhám.

ruha bezeichnet die Kleidung im Ganzen und zugleich ein einzelnes Kleid: a ruhája ist „ihr Kleid“ oder „seine Kleidung“, a ruháim „meine Kleider, meine Sachen“. Paarweise getragene Stücke wie cipő und kesztyű stehen im Singular, wenn das Paar gemeint ist: a cipőm „meine Schuhe“ (→ 6.4.8).

Viele Kleidungswörter sind Lehnwörter. Aus slawischen Sprachen stammen ruha, nadrág, szoknya (seit 1372 belegt) und sapka, dasselbe Wort wie russisch шапка (šapka) „Mütze“. Aus dem Deutschen kommen sál „Schal“ (dies aus englisch shawl) und kalap, gekürzt aus älterem kalapsüveg, einer Teilübersetzung von Klappmütze. öv „Gürtel“ ist dagegen ein uralisches Erbwort. cipő ist aus älterem cipellő gekürzt.

kesztyű ist zusammengewachsen aus kéz „Hand“ und einer alten Partizipform von tesz „tun, legen“; ursprünglich bedeutete es vermutlich „das an die Hand Gelegte“. öltöny „Anzug“ ist abgeleitet von ölt „sticheln, nähen“, gehoben auch „anlegen“; vom selben Verb stammen öltözik „sich anziehen“ und átöltözik „sich umziehen“.

Wortschatz

  • nadrágom – meine Hose
  • sál – Schal
  • sálja – sein/ihr Schal
  • inge – sein/ihr Hemd
  • öv – Gürtel
  • övem – mein Gürtel
  • öltöny – Anzug
  • öltönye – sein Anzug
  • cipőm – meine Schuhe
  • kesztyű – Handschuh
  • kesztyűje – seine/ihre Handschuhe
  • ruha – Kleid, Kleidung
  • ruhám – mein Kleid, meine Kleidung
  • ruháim – meine Kleider, meine Sachen
  • szoknya – Rock
  • szoknyája – ihr Rock
  • öltözik – sich anziehen
  • átöltözik – sich umziehen

↑ Hoch zum Seitenanfang

3.Persönliche Gegenstände

Otthon felejtettem az esernyőmet. – Ich habe den Schirm zu Hause vergessen.

Az órájára nézett. – Er/Sie sah auf die Uhr.

Elővette a pénztárcáját. – Er/Sie holte die Geldbörse hervor.

A határon megmutatta az útlevelét. – An der Grenze zeigte er/sie den Pass vor.

Elvesztettem a kulcsomat. – Ich habe meinen Schlüssel verloren.

Hol a telefonom? – Wo ist mein Handy?

Dasselbe gilt für Dinge, die man bei sich trägt: Schlüssel, Tasche, Uhr, Geldbörse, Pass, Fahrkarte, Handy, Schirm. Das Deutsche schwankt: „meinen Schlüssel verloren“ nennt den Besitzer, „auf die Uhr sehen“ und „den Pass vorzeigen“ nicht. Das Ungarische setzt in allen diesen Fällen das Possessivsuffix.

Mit dem Artikel allein fragt Hol a kulcs? nach einem Schlüssel, den alle Beteiligten kennen, etwa dem gemeinsamen Wohnungsschlüssel. Hol a kulcsom? fragt nach dem eigenen.

Wortmeinsein/ihr
kulcs – Schlüsselkulcsomkulcsa
táska – Taschetáskámtáskája
óra – Uhrórámórája
telefon – Telefon, Handytelefonomtelefonja
jegy – Fahrkartejegyemjegye
esernyő – Regenschirmesernyőmesernyője
pénztárca – Geldbörsepénztárcámpénztárcája
útlevél – Reisepassútlevelemútlevele

Bei útlevél wird das lange é vor dem Suffix kurz, wie bei levél „Brief“ → levelem. Das Wort ist ein Kompositum aus út „Weg“ und levél, ein „Wegbrief“.

útlevél {út·LEVÉL} – Weg·BRIEF(Reisepass)

esernyő wurde 1787 als Lehnübersetzung von deutsch Regenschirm gebildet, aus dem Stamm von esik „fallen, regnen“ und ernyő „Schirm“.

esernyő {es·ERNYŐ} – regnen·SCHIRM(Regenschirm)

óra stammt aus lateinisch hora „Stunde“ und bedeutet bis heute beides, „Uhr“ und „Stunde“. Auch das deutsche Uhr geht auf hora zurück. tárca ist eine Verkleinerung von tár „Lager, Speicher“; die Bedeutung „Brieftasche“ wurde nach deutsch Portefeuille gebildet (französisch portefeuille, aus porte „trägt“ und feuille „Blatt“). Daher heißt tárca auch „Ressort eines Ministers“: tárca nélküli miniszter „Minister ohne Geschäftsbereich“.

pénztárca {pénz·TÁRCA} – Geld·BRIEFTASCHE(Geldbörse)

Wortschatz

  • kulcs – Schlüssel
  • kulcsomat – meinen Schlüssel
  • táska – Tasche
  • óra – Uhr; Stunde
  • órájára – auf seine/ihre Uhr
  • telefon – Telefon, Handy
  • telefonom – mein Handy
  • jegy – Fahrkarte
  • esernyő {es·ERNYŐ} – regnen·SCHIRM(Regenschirm)
  • esernyőmet – meinen Regenschirm
  • pénztárca {pénz·TÁRCA} – Geld·BRIEFTASCHE(Geldbörse)
  • pénztárcáját – seine/ihre Geldbörse (Objekt)
  • útlevél {út·LEVÉL} – Weg·BRIEF(Reisepass)
  • útlevelét – seinen/ihren Pass (Objekt)
  • otthon felejt – zu Hause vergessen
  • elővesz – hervorholen
  • megmutat – vorzeigen
  • elveszt – verlieren
  • határ – Grenze

↑ Hoch zum Seitenanfang

4.In der Tasche, aus der Tasche

A kulcs a zsebemben van. – Der Schlüssel ist in meiner Tasche.

Zsebébe tette a kezét. – Er steckte die Hand in die Tasche.

Kivett egy tollat a táskájából. – Sie nahm einen Stift aus der Tasche.

A telefonommal fizettem. – Ich habe mit dem Handy bezahlt.

Egy cetli volt a kabátja zsebében. – In seiner Manteltasche war ein Zettel.

Auch in Ortsangaben und mit anderen Kasus behält der Gegenstand sein Possessivsuffix. Der Kasus folgt auf das Possessivsuffix: Stamm, Besitzer, Kasus (→ 6.1.4).

→zseb – Tasche→zsebem – meine Tasche→zsebemben – in meiner Tasche

Das deutsche Wort „Tasche“ hat zwei ungarische Entsprechungen: zseb ist die eingenähte Tasche an Kleidung, táska die Tasche zum Tragen. táska ist aus italienisch tasca entlehnt, einem Verwandten des deutschen Tasche.

Wo das Deutsche ein Kompositum bildet, „Manteltasche“, setzt das Ungarische eine Besitzkette: a kabátja zsebében „in der Tasche seines Mantels“ (→ 6.6).

Wortschatz

  • zseb – Tasche (an Kleidung)
  • zsebemben – in meiner Tasche
  • zsebébe – in seine/ihre Tasche
  • kezét – seine/ihre Hand (Objekt)
  • toll – Stift
  • táskájából – aus seiner/ihrer Tasche
  • telefonommal – mit meinem Handy
  • cetli – Zettel
  • kabátja zsebében – in seiner Manteltasche

↑ Hoch zum Seitenanfang

5.Kabát van rajta: beschreiben, was jemand anhat

Piros ruha van rajta. – Sie trägt ein rotes Kleid.

Mi volt rajta? – Was hatte er/sie an?

Szemüveget hord. – Er/Sie trägt eine Brille.

Kalapban jár. – Er trägt gewöhnlich einen Hut.

Pizsamában nyitott ajtót. – Er öffnete im Schlafanzug die Tür.

Esernyő nélkül jött. – Er/Sie kam ohne Schirm.

Wird nur beschrieben, welche Kleidung jemand trägt, steht das Wort ohne Possessivsuffix und meist ohne Artikel. Es geht dann um die Art des Kleidungsstücks, nicht um ein bestimmtes Stück im Besitz der Person. Der Träger erscheint in rajta „auf ihm, auf ihr“, rajtam „auf mir“, rajtad „auf dir“.

hord „tragen“ und das gehobene visel beschreiben, was jemand gewohnheitsmäßig oder bei einem Anlass trägt. Mit „-ban”/„-ben” „in“ wird die Kleidung zum Umstand: kalapban „mit Hut“, pizsamában „im Schlafanzug“, wie im Deutschen.

beschreibendHandlung mit dem eigenen Stück
Kabát van rajta. – Er trägt einen Mantel.Leveszi a kabátját. – Er zieht den Mantel aus.
Szemüveget hord. – Er trägt eine Brille.Leveszi a szemüvegét. – Er nimmt die Brille ab.
Kalapban jár. – Er trägt Hut.Feltette a kalapját. – Er setzte den Hut auf.
Kék ruhát visel. – Sie trägt ein blaues Kleid.Kivasalta a ruháját. – Sie bügelte ihr Kleid.

Wer etwas trägt, wird oft mit einem Adjektiv auf „-s” beschrieben: a szemüveges férfi „der Mann mit Brille“, a kalapos nő „die Frau mit Hut“, a kék kabátos lány „das Mädchen im blauen Mantel“.

szemüveges {szemüvegES} – Brille·IG(bebrillt, mit Brille)

Ob jemand einen Gegenstand dabeihat, sagt nála van: Van nálad toll? – Hast du einen Stift dabei? (→ 6.7.9)

Wortschatz

  • rajta – auf ihm, auf ihr
  • rajtam – auf mir
  • rajtad – auf dir
  • hord – tragen (Kleidung)
  • visel – tragen (gehoben)
  • szemüveg – Brille
  • szemüvegét – seine/ihre Brille (Objekt)
  • kalapban – mit Hut
  • pizsama – Schlafanzug
  • pizsamában – im Schlafanzug
  • nélkül – ohne
  • kivasal – bügeln
  • szemüveges {szemüvegES} – Brille·IG(bebrillt, mit Brille)
  • kalapos – mit Hut
  • kék kabátos – im blauen Mantel

↑ Hoch zum Seitenanfang

6.Das Wichtigste in Kürze

  • Beim An- und Ausziehen trägt das Kleidungsstück das Possessivsuffix des Subjekts: Felveszem a kabátomat. – Ich ziehe den Mantel an.
  • Ebenso bei persönlichen Gegenständen: Az órájára nézett. – Sie sah auf die Uhr. Elvesztettem a kulcsomat.
  • Das Besitzwort ist bestimmt; das Verb steht in der bestimmten Konjugation: felveszem, levette.
  • Der Kasus folgt auf das Possessivsuffix: zsebemben – in meiner Tasche.
  • Beschreibung ohne Possessivsuffix: Kabát van rajta. – Er trägt einen Mantel. Szemüveget hord. – Er trägt eine Brille.
  • Verben: felvesz, levesz, felhúz (Schuhe, Hose), feltesz (Hut, Brille).

↑ Hoch zum Seitenanfang

Vertiefung

7.Wem gehört das Kleidungsstück?

Felvette a bátyja kabátját. – Er zog den Mantel seines Bruders an.

Az anya felhúzza a gyerek cipőjét. – Die Mutter zieht dem Kind die Schuhe an.

Begombolom a kabátodat. – Ich knöpfe dir den Mantel zu.

Kölcsönadtam neki a sálamat. – Ich habe ihm meinen Schal geliehen.

Das Possessivsuffix nennt die Person, zu der das Kleidungsstück gehört oder an der es sitzt – nicht unbedingt das Subjekt. Zieht jemand einem anderen etwas an oder aus, setzt das Deutsche diese Person in den Dativ: „dem Kind die Schuhe“, „dir den Mantel“. Das Ungarische macht sie zum Besitzer: a gyerek cipőjét „die Schuhe des Kindes“, a kabátodat „deinen Mantel“. Dieser Ersatz des deutschen Dativs ist bei Körperteilen noch häufiger (→ 6.9.5); zur rückbezüglichen Bedeutung von felveszi a kabátját „zieht sich den Mantel an“ (→ 6.9.7).

Ziehen mehrere Personen je ihr eigenes Stück an oder aus, steht das Besitzwort gewöhnlich im Singular, mit dem Possessivsuffix der 3. Person Plural (→ 6.4.8):

A vendégek levették a kabátjukat. – Die Gäste legten die Mäntel ab.

A fiúk feltették a sapkájukat. – Die Jungen setzten ihre Mützen auf.

kabátjaikat „ihre Mäntel“ ist möglich, hebt aber die Mäntel als einzelne, gezählte Stücke hervor.

Wortschatz

  • bátyja – sein/ihr älterer Bruder
  • anya – Mutter
  • gyerek – Kind
  • kabátodat – deinen Mantel
  • kölcsönad – leihen, ausleihen
  • sálamat – meinen Schal
  • vendég – Gast
  • kabátjukat – ihren Mantel, ihre Mäntel
  • kabátjaikat – ihre (einzelnen) Mäntel
  • sapkájukat – ihre Mütze, ihre Mützen

↑ Hoch zum Seitenanfang

8.Teile der Kleidung: az ing ujja, a kabát gombja

Hosszú a kabátom ujja. – Die Ärmel meines Mantels sind lang.

Leszakadt a kabátom egyik gombja. – An meinem Mantel ist ein Knopf abgerissen.

Kioldódott a cipőfűzőm. – Mein Schnürsenkel ist aufgegangen.

Ingujjban dolgozik. – Er arbeitet in Hemdsärmeln.

Teile eines Kleidungsstücks werden mit der Possessivkonstruktion benannt: az ing ujja „der Ärmel des Hemdes“, a kabát gombja „der Knopf des Mantels“, a cipő talpa „die Sohle des Schuhs“. Ist auch der Träger genannt, entsteht eine Kette: a kabátom ujja „der Ärmel meines Mantels“ (→ 6.6). Das Deutsche sagt dafür „mein Mantelärmel“ oder „an meinem Mantel“.

Für die Art des Teils gibt es Komposita: ingujj „Hemdsärmel“, cipőfűző „Schnürsenkel“. ingujjban „in Hemdsärmeln“, also ohne Jacke, ist dasselbe Bild wie im Deutschen.

ingujj {ing·UJJ} – Hemd·ÄRMEL(Hemdsärmel) cipőfűző {cipő·FŰZŐ} – Schuh·SCHNÜRER(Schnürsenkel)

ujj ist ein uralisches Erbwort und heißt „Finger, Zehe“ und zugleich „Ärmel“. a kesztyű ujja ist daher der Finger des Handschuhs, a kabát ujja der Ärmel des Mantels. Wie im Deutschen schüttelt man etwas mühelos „aus dem Ärmel“: kirázza a kabátja ujjából.

Wortschatz

  • ujj – Finger; Ärmel
  • ujja – sein Ärmel, seine Ärmel
  • gomb – Knopf
  • gombja – sein Knopf
  • talp – Sohle
  • talpa – seine Sohle
  • leszakad – abreißen
  • kioldódik – aufgehen (Knoten)
  • cipőfűző {cipő·FŰZŐ} – Schuh·SCHNÜRER(Schnürsenkel)
  • ingujj {ing·UJJ} – Hemd·ÄRMEL(Hemdsärmel)
  • ingujjban – in Hemdsärmeln
  • kesztyű ujja – Finger des Handschuhs

↑ Hoch zum Seitenanfang

9.Add ide a táskám: Objekt ohne „-t”

Add ide a táskám! – Gib mir meine Tasche!

Hol hagytam a kulcsom? – Wo habe ich meinen Schlüssel gelassen?

Megeszem a kalapom, ha ez igaz. – Ich fresse einen Besen, wenn das stimmt.

Nach dem Possessivsuffix der 1. und 2. Person Singular kann das Akkusativsuffix „-t” in der Umgangssprache wegfallen: a táskám statt a táskámat, a kulcsod statt a kulcsodat (→ 4.3.8). Bei der 3. Person ist das nicht möglich: nur Levette a kabátját.

Die Wendung megeszem a kalapom, ha … „ich esse meinen Hut, wenn …“ beteuert, dass etwas nicht stimmt. Das Englische hat dasselbe Bild: I’ll eat my hat.

Wortschatz

  • add ide – gib her
  • táskám – meine Tasche (auch als Objekt)
  • hagy – lassen
  • kulcsom – meinen Schlüssel (umgangssprachlich)
  • megeszik – aufessen
  • kalapom – meinen Hut (umgangssprachlich)
  • igaz – wahr

↑ Hoch zum Seitenanfang

10.Feste Wendungen

Leveszem a kalapom előtte. – Ich ziehe den Hut vor ihm.

Le a kalappal! – Hut ab!

Náluk az asszony hordja a kalapot. – Bei ihnen hat die Frau die Hosen an.

A saját zsebéből fizette a vacsorát. – Er bezahlte das Abendessen aus eigener Tasche.

Ezt nem teszem zsebre. – Das lasse ich mir nicht gefallen.

Mindenkit egy kalap alá vesz. – Er schert alle über einen Kamm.

In festen Wendungen steht das Possessivsuffix, wenn der eigene Gegenstand gemeint ist: leveszi a kalapját „zieht den Hut“ (als Gruß oder aus Achtung), saját zsebéből „aus eigener Tasche“. Ist kein bestimmtes Stück gemeint, fehlt es: Le a kalappal!, zsebre tesz „einstecken“, übertragen „hinnehmen“, az asszony hordja a kalapot „die Frau führt das Regiment“. Das Deutsche wählt für das letzte Bild die Hose, das Ungarische den Hut.

Wortschatz

  • előtte – vor ihm/ihr
  • Le a kalappal! – Hut ab!
  • asszony – Frau, Ehefrau
  • saját – eigen
  • zsebéből – aus seiner/ihrer Tasche
  • vacsora – Abendessen
  • zsebre tesz – einstecken; hinnehmen
  • egy kalap alá vesz – über einen Kamm scheren

↑ Hoch zum Seitenanfang

11.Sprachvergleich: Possessiv oder Artikel

SpracheEr zog den Mantel aus.Ich habe den Schirm vergessen.
UngarischLevette a kabátját.Elfelejtettem az esernyőmet.
DeutschEr zog (sich) den Mantel aus.Ich habe den Schirm vergessen.
EnglischHe took off his coat.I forgot my umbrella.
FranzösischIl a enlevé son manteau.J’ai oublié mon parapluie.
SpanischSe quitó el abrigo.Olvidé el paraguas.
RussischОн снял пальто. (On snjal pal’to.)Я забыл зонтик. (Ja zabyl zontik.)
LateinVestem exuit.–

Englisch und Französisch setzen bei Kleidung wie das Ungarische das Possessivpronomen: his coat, son manteau. Deutsch und Spanisch begnügen sich mit dem Artikel und nennen die Person, wenn überhaupt, im Reflexivpronomen: „sich den Mantel“, se quitó. Russisch und Latein lassen den Besitzer ganz weg, wenn er sich aus dem Satz ergibt. Das Französische trennt dabei Kleidung und Körper: son manteau mit Possessivpronomen, aber il lève la main „er hebt die Hand“ mit Artikel. Das Ungarische setzt in beiden Fällen das Possessivsuffix (→ 6.9.1). Weitere Unterschiede zum Deutschen (→ 6.9.8).

Wortschatz

  • levesz – ausziehen, ablegen
  • kabátját – seinen/ihren Mantel
  • elfelejt – vergessen
  • esernyőmet – meinen Regenschirm
  • felvesz – anziehen

Dieser Text steht unter CC0 1.0 Universell. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich.
Er darf kostenlos kopiert, verändert, veröffentlicht und auch kommerziell genutzt werden.